Historischer finanzieller Aufstieg Zagrebs: Kreditrating auf „A-“ gestiegen
23.03.2026

Zagreb ist offiziell in eine neue finanzielle Ära eingetreten.
Die internationale Agentur S&P Global Ratings hat das Kreditrating der kroatischen Metropole von 'BBB+' auf 'A-' mit stabilem Ausblick angehoben. Dies ist das erste Mal in der Geschichte, dass sich Zagreb in der prestigeträchtigen 'A'-Kategorie befindet, was in der Finanzwelt als Bestätigung außergewöhnlicher Stabilität und eines niedrigen Risikoniveaus gilt.
Dieser Erfolg ist noch beeindruckender, wenn man ihn in einem breiteren zeitlichen Rahmen betrachtet. In den letzten 5 Jahren wurde das Kreditrating der Stadt um ganze 5 Stufen angehoben. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum stieg das Kreditrating der Republik Kroatien um 3 Stufen, was darauf hindeutet, dass die finanzielle Erholung Zagrebs schneller und intensiver verläuft als der nationale Durchschnitt.
Was ist ein Kreditrating eigentlich und warum ist es für den durchschnittlichen Bürger wichtig?
Für diejenigen, die sich nicht mit Wirtschaft beschäftigen, kann man sich ein Kreditrating wie eine Schulnote oder, noch genauer, als Nachweis der Zuverlässigkeit eines Zahlers vorstellen. Wenn eine Bank oder Agentur eine hohe Bewertung vergibt, signalisiert sie der ganzen Welt, dass Zagreb verantwortungsvoll ist, seine Rechnungen ordnungsgemäß bezahlt und ihm mit Geld vertraut werden kann.
Ein hohes Rating wirkt sich direkt auf die Geldbörsen der Bürger aus. Je besser die Bewertung, desto niedriger sind die Zinsen für Kredite, die die Stadt für neue Schulen, Kindergärten oder Straßenbahnen aufnimmt. Weniger Geld, das für Zinsen ausgegeben wird, bedeutet mehr Geld für öffentliche Dienstleistungen, ohne dass Preiserhöhungen oder neue Abgaben nötig sind.
Die wichtigsten Gründe für den historischen Sprung
Die Analysten von S&P Global Ratings heben hervor, dass sich die Finanzlage Zagrebs in den letzten 3 Jahren deutlich verbessert hat. Als Schlüsselfaktoren werden ein außergewöhnliches Liquiditätsmanagement genannt, also die Tatsache, dass die Stadt jederzeit über ausreichend Bargeld auf dem Konto für all ihre Bedürfnisse verfügt. Ende 2025 verfügte Zagreb über mehr als 200 Millionen Euro an liquiden Mitteln.
Die Agentur lobt besonders die Transparenz der Geschäftstätigkeit und die strengere Aufsicht über städtische Unternehmen wie Zagrebački holding und ZET. Die Zusammenführung der Schulden dieser Unternehmen mit dem Stadthaushalt und das Ende der Praxis 'versteckter' Verschuldung über Factoring wurden als entscheidende Schritte zur Gesundung des Systems erkannt.
Die wirtschaftliche Stärke Zagrebs als Grundlage der Stabilität
Zagreb ist nicht nur das politische, sondern auch ein starkes wirtschaftliches Zentrum. Nach Angaben von S&P Global Ratings erwirtschaftet die Stadt mehr als ein Drittel des gesamten kroatischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das bedeutet, dass mehr als 33% des gesamten wirtschaftlichen Werts des Staates gerade in der Hauptstadt geschaffen werden.
Interessant ist hervorzuheben, dass das BIP pro Einwohner in Zagreb deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt. Während der nationale Durchschnitt für das Jahr 2026 auf etwa 29.804 Dollar geschätzt wird, beträgt der Zagreber Wert beeindruckende 48.775 Dollar. Gerade diese wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit ermöglicht es der Stadt, Inflation und Lohnerhöhungen der Arbeitnehmer aufzufangen, ohne den Haushalt zu gefährden.
Investitionsdynamik mit Hilfe europäischer Mittel
Trotz strenger Finanzdisziplin stoppt die Stadt ihre Investitionen nicht. Derzeit läuft ein ambitionierter Investitionszyklus in Straßeninfrastruktur, Bildungseinrichtungen, Sport und Kultur. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, dass sich Zagreb in erster Linie auf nicht rückzahlbare Mittel aus den Fonds der Europäischen Union stützt.
Wenn sich die Stadt doch verschuldet, tut sie dies über günstige Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und nicht über teure Geschäftsbanken. Das ermöglicht die Entwicklung von Kapitalprojekten wie der Erneuerung nach dem Erdbeben oder der Modernisierung der Wasserversorgung, ohne die Gefahr eines unkontrollierten Schuldenwachstums.
Was bedeutet das für die Zukunft der Zagreber?
Bürgermeister Tomislav Tomašević betonte, dass diese Ergebnisse es ermöglicht haben, dass Zagreb trotz globaler Inflation die Preise für kommunale Dienstleistungen auf demselben Niveau halten konnte. Während in vielen Städten die Preise für Kindergärten, Altenheime und den öffentlichen Verkehr gestiegen sind, blieben sie in Zagreb stabil, und für einen Teil der Bürger wurde der Verkehr sogar kostenlos.
Neben stabilen Dienstleistungspreisen garantiert das hohe Rating auch die Fortsetzung des Lohnwachstums im städtischen Sektor, was Zagreb zum begehrtesten Arbeitgeber im Land macht, mit Gehältern, die schon jetzt führend in Kroatien sind.
Der Eintritt Zagrebs in die 'A'-Liga des Kreditratings ist nicht nur eine trockene Wirtschaftsnachricht, sondern ein klares Signal für die Transformation der Stadt von einem System, das durch intransparente Schulden belastet war, zu einer modernen, finanziell stabilen Metropole. Die stabile Prognose der Agentur S&P deutet darauf hin, dass das Rating bei Fortsetzung einer solchen Verwaltung in Zukunft weiter steigen könnte. Für die Bürger bedeutet das eine Stadt, die neue Kindergärten und Brücken baut, aber nicht auf Kosten künftiger Generationen, sondern auf der Grundlage kluger und verantwortungsvoller Geschäftsführung.
Zagreb ist heute finanziell sicherer als je zuvor, was die beste Grundlage für eine langfristige urbane Entwicklung ist.









