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Kroatien mit durchschnittlichem Jahresbruttolohn von 23.446 Euro nahe dem EU-Schlusslicht

17.11.2025

Kroatien mit durchschnittlichem Jahresbruttolohn von 23.446 Euro nahe dem EU-Schlusslicht

Die neuesten Daten der Eurostat-Arbeitsmarkterhebung haben erneut die wirtschaftlichen Disproportionen innerhalb der Europäischen Union deutlich beleuchtet und bestätigt, dass die Einkommen der Arbeitnehmer in Luxemburg weiterhin um ein Vielfaches höher sind als jene in den östlichen und südlichen Mitgliedstaaten.

Das europäische Statistikamt veröffentlichte am Mittwoch frische Daten zu den durchschnittlichen jährlichen angepassten Vollzeitgehältern und zeigte dabei, dass der europäische Durchschnitt fast 40.000 Euro erreicht hat, dieses Wachstum jedoch ungleich verteilt ist.

Den veröffentlichten Informationen zufolge belief sich das durchschnittliche jährliche angepasste Gehalt für Vollzeit in der gesamten Europäischen Union im vergangenen Jahr 2024 auf 39.800 Euro, was einem deutlichen Anstieg von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Betonung auf dem "angepassten Gehalt" ist wichtig, weil sie einen realen Vergleich ermöglicht, da Eurostat selbst für Teilzeitbeschäftigte das Vollzeitäquivalent berechnet und damit methodologische Unterschiede in den Statistiken einzelner Staaten beseitigt.

Die Unterschiede sind offensichtlich

Die enormen Unterschiede sind am besten an der Spitze der Rangliste sichtbar, wo sich die finanziell stärksten und produktivsten Volkswirtschaften befinden. Weit an der Spitze der Kolonne dominiert weiterhin unangefochten Luxemburg, wo das durchschnittliche jährliche angepasste Gehalt unglaubliche 83.000 Euro erreicht, was mehr als doppelt so hoch ist wie der europäische Durchschnitt.

Dem luxemburgischen Standard, der tatsächlich schwer zu erreichen ist, kommen Dänemark mit 71.600 Euro und Irland mit 61.100 Euro nahe, Staaten, die von einem außergewöhnlich entwickelten Finanz-, Pharma- und Technologiesektor profitieren, die in der Regel die höchsten Einkommensniveaus bieten. Diese Daten zeigen klar, dass die entwickelten Volkswirtschaften trotz aller Konvergenzmaßnahmen nicht langsamer werden und ihren finanziellen Abstand nur weiter vergrößern.

Kroatien in der Gruppe der Länder näher am unteren Ende

Auf der anderen Seite der europäischen Rangliste, ganz unten, befinden sich Staaten, die mit niedriger Produktivität und schwächeren Investitionen kämpfen. Die niedrigsten Durchschnittsgehälter wurden in Bulgarien mit Jahreseinkünften von 15.400 Euro verzeichnet, gefolgt von Griechenland mit 18.000 Euro und Ungarn mit 18.500 Euro, wobei diese Beträge den Inflationsdruck kaum abdeckten.

Was Kroatien betrifft, so befindet es sich genau in dieser Gruppe von Ländern mit Einkommen deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Laut verfügbaren Analysen, die sich auf dieselbe Methodologie stützen, belief sich das durchschnittliche jährliche Bruttogehalt für Vollzeit in unserem Land im vergangenen Jahr auf etwa 23.446 Euro, was ungefähr 1.950 Euro monatlich entspricht. Obwohl Kroatien im Vergleich zum vorvergangenen Jahr ein relativ starkes Lohnwachstum von 8,2 Prozent verzeichnete, bleibt die Tatsache bestehen, dass wir weiterhin mehr als 16.000 Euro vom europäischen Durchschnitt entfernt sind.

Der Hauptgrund für eine solche Disproportion ist nicht nur der niedrigere Stundenlohn, sondern auch die gesamte Struktur des Arbeitsmarktes. Kroatien stützt sich nämlich zu einem großen Teil auf Sektoren mit geringer Wertschöpfung, wie den saisonalen Tourismus und eine weniger anspruchsvolle verarbeitende Industrie, was sich automatisch auf die Höhe der Einkommen auswirkt. Andererseits dominieren in Staaten wie Luxemburg hochbezahlte Arbeitsplätze im Dienstleistungs- und Finanzsektor, was einen höheren Gesamtdurchschnitt sichert. Deshalb fühlen sich kroatische Arbeitnehmer zu Recht deutlich ärmer als ihre Kollegen im Westen, ungeachtet des nominalen Lohnwachstums.

Sehen Sie sich die Liste der jährlichen angepassten Gehälter in der EU (2024) laut Eurostat-Daten an:

  • Luxemburg - 83.000 Euro
  • Dänemark - 71.600 Euro
  • Irland - 61.100 Euro
  • Belgien - 57.989 Euro
  • Österreich - 54.508 Euro
  • Deutschland - 50.998 Euro
  • Finnland - 48.391 Euro
  • Schweden - 44.619 Euro
  • Frankreich - 42.662 Euro
  • Slowenien - 33.081 Euro
  • Italien - 32.749 Euro
  • Spanien - 32.587 Euro
  • Malta - 29.989 Euro
  • Zypern - 26.430 Euro
  • Estland - 24.899 Euro
  • Tschechien - 23.454 Euro
  • Lettland - 22.293 Euro
  • Kroatien - 21.523 Euro
  • Litauen - 21.178 Euro
  • Slowakei - 19.001 Euro
  • Polen: - 18.054 Euro
  • Rumänien - 17.739 Euro
  • Portugal - 17.653 Euro
  • Ungarn - 18.500 Euro
  • Griechenland - 18.000 Euro
  • Bulgarien - 15.400 Euro

*Die Niederlande sind aufgrund methodologischer Unterschiede nicht in den Eurostat-Vergleich einbezogen.