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Bulgarien plant Euro-Einführung ab 2026 trotz Unzufriedenheit und Protesten

27.06.2025

Bulgarien plant Euro-Einführung ab 2026 trotz Unzufriedenheit und Protesten

Bulgarien wird am 1. Januar 2026 das 21. Mitglied der Eurozone werden, nachdem die EU-Spitzen in Brüssel dem Land grünes Licht gegeben haben, den Lew durch den Euro zu ersetzen.

Dies folgt darauf, dass Bulgarien bereits 2024 versucht hatte, den Euro einzuführen, damals jedoch nicht alle Kriterien erfüllte. Nun sind laut der Europäischen Kommission Inflation und öffentliche Finanzen in Bulgarien ausreichend stabil, und es wird erwartet, dass die Inflationsrate 2026 auf 1,8 % sinken wird.

Trotz der wirtschaftlichen Argumente hat die Einführung des Euro in Bulgarien starke Proteste und Widerstand eines Teils der Bürger ausgelöst. Nationalisten und prorussische Parteien organisierten Demonstrationen, und Euro-Gegner sammelten mehr als 600.000 Unterschriften für ein Referendum, doch das bulgarische Parlament lehnte dies ab. Laut Umfragen ist mehr als die Hälfte der Bürger gegen die Einführung des Euro, hauptsächlich aus Angst vor steigenden Preisen und dem Verlust der nationalen Identität.

Parallele zu Kroatien: Wie verlief die Einführung des Euro?

Kroatien führte den Euro am 1. Januar 2023 ein und wurde damit das 20. Mitglied der Eurozone. Obwohl der Prozess logistisch anspruchsvoll war, löste er keine Massenproteste wie in Bulgarien aus. Die Bürger äußerten Bedenken wegen möglicher Preissteigerungen und Verwirrung bei der Umrechnung, doch der Übergang verlief relativ ruhig und mit Unterstützung der Institutionen.

In den ersten Monaten nach der Einführung des Euro in Kroatien stiegen die Preise um etwa 0,4 Prozentpunkte, was mit den Erfahrungen anderer Länder übereinstimmt, die den Euro eingeführt haben. Allerdings blieb die Inflation in Kroatien länger auf einem höheren Niveau als in den meisten anderen Mitgliedern der Eurozone, sodass die Bürger die Folgen der Euro-Einführung durch steigende Preise auch 2024 und 2025 weiterhin spürten. Trotzdem betonen Experten, dass der Euro zu größerer wirtschaftlicher Stabilität beigetragen, den Handel erleichtert und das Währungsrisiko verringert hat.

Bulgarien ist auf dem Weg zum Euro mit größerem Widerstand der Bürger konfrontiert als dies in Kroatien der Fall war, wo der Übergang technisch anspruchsvoll, gesellschaftlich jedoch ruhiger war. Die Erfahrungen Kroatiens zeigen, dass die Ängste vor steigenden Preisen teilweise berechtigt sind, aber auch, dass die Vorteile des Euro wie Stabilität und erleichterter Handel langfristig überwiegen.