Erhöhung des kroatischen Mindestlohns: „Der größte Gewinn geht nicht an die Arbeitnehmer, sondern an den Staat“
13.04.2026

Der Verband Stimme der Unternehmer hat eine detaillierte Analyse veröffentlicht, die das wahre Gesicht der Erhöhung des Mindestlohns für das laufende Jahr offenlegt.
Obwohl in politischen Kreisen jede Anhebung des Mindestlohns als großer Fortschritt für die Arbeitnehmerrechte und die Verbesserung des Lebensstandards der Bürger gefeiert wird, zeigt die tatsächliche Rechnung ein völlig anderes Bild. Es ist allgemein bekannt, dass Politiker das Wachstum des Bruttobetrags regelmäßig als Hauptargument für ihre Sorge um die am stärksten gefährdeten Gesellschaftsschichten in Wahlkämpfen und öffentlichen Auftritten nutzen, doch nur selten erwähnt jemand, wer dabei den größten Teil des Kuchens bekommt.
Laut der genannten Analyse verbirgt sich hinter den klangvollen Versprechen höherer Einkommen ein Mechanismus, mit dem der Staatsapparat still und außerordentlich effizient den eigenen Haushalt füllt und den Arbeitgebern enorme finanzielle Lasten aufbürdet.
Entlarvung der mathematischen Täuschung
Die Zahlen aus den offiziellen Lohnabrechnungen für eine alleinstehende Person in Zagreb erklären diese Situation am besten und einfachsten allen, die sich nicht mit Buchhaltung beschäftigen, so Udruga Glas poduzetnika. Wenn der Staat ankündigt, dass der Brutto-Mindestlohn um 80 Euro steigt, also von 970 auf 1.050 Euro, wird der Arbeitnehmer diesen Betrag niemals auf seinem Girokonto sehen, denn brutto ist kein Geld, das zur Auszahlung auf die Hand bestimmt ist. Aufgrund des Systems von Beiträgen und Steuern beträgt der tatsächliche Anstieg des Nettoeinkommens bescheidene 44 Euro. Gleichzeitig steigt die Gesamtkostenbelastung, die der Arbeitgeber für denselben Arbeitnehmer aufbringen muss, von 1.130 Euro auf ganze 1.223 Euro. Vereinfacht gesagt: Damit der Arbeitnehmer in seinem Geldbeutel eine Erhöhung von 44 Euro spürt, muss der Arbeitgeber dem Staat und dem Arbeitnehmer zusammen zusätzliche 93 Euro an Kosten im Vergleich zur vorherigen Abrechnung sichern.
Was an der ganzen Geschichte am meisten überrascht, ist die Angabe darüber, wie stark die Steuerabgaben auf so kleine und sensible Einkommen tatsächlich steigen. Die Einkommensteuer auf den Mindestlohn steigt von bisherigen 47 Euro auf mehr als 61 Euro, was eine Erhöhung von unglaublichen 30 Prozent in nur einem Jahr darstellt. Dieses Missverhältnis schafft einen gefährlichen wirtschaftlichen Kreislauf, in dem die Arbeitskosten für preissensible Sektoren wie Gastronomie, Handel, Tourismus und Dienstleistungsbranchen drastisch teurer werden. Um diesen plötzlichen Schlag für das Geschäft abzufedern, sind Unternehmer gezwungen, die Preise ihrer Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen, was die weitere Inflation direkt antreibt. Am Ende dieser Spirale verliert die ohnehin bescheidene Lohnerhöhung von 44 Euro an den Kassen der Supermärkte jede Kaufkraft.
Der stellvertretende Vorsitzende des Verbands Stimme der Unternehmer, Bruno Samardžić, machte klar, dass Unternehmer nicht gegen höhere Löhne sind, sondern gegen immer höhere Steuern und Abgaben auf Arbeit, die den realen Sektor buchstäblich ersticken. Der Kern des Problems liegt in der Tatsache, dass der persönliche Freibetrag, also jener steuerfreie Teil des Lohns, der derzeit 600 Euro beträgt, bei weitem nicht mit der Geschwindigkeit Schritt hält, mit der der Mindestlohn steigt. In der Praxis bedeutet das, dass der Staat seinen Anteil an jedem ausgezahlten Arbeitnehmerlohn systematisch und absichtlich erhöht. Anstatt die Arbeit zu entlasten und den Bürgern ein würdiges Leben zu ermöglichen, indem die niedrigsten Einkommen von schwerer Besteuerung befreit werden, behandelt die Regierung Unternehmer weiterhin als unerschöpfliche Quelle zur Finanzierung ihres eigenen gewaltigen Apparats.
Abschließend lässt sich feststellen, dass die aktuelle Politik der Regulierung des Mindestlohns ein Paradebeispiel für politisches Marketing ist, das den wachsenden Steuerdruck erfolgreich verschleiert. Es ist bekannt, dass Kroatien bereits seit Jahren mit langsamer Bürokratie und Problemen bei der Ausschöpfung von Geldern aus europäischen Fonds zu kämpfen hat und einen Teil dieser Mittel nicht selten sogar zurückzahlen muss. Anstatt die eigenen Kosten zu senken und notwendige Reformen der öffentlichen Verwaltung durchzuführen, hat der Staat den Weg des geringsten Widerstands gewählt und beschlossen, die Verluste durch ein tieferes Greifen in die Taschen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu kompensieren. Die Erhöhung des Mindestlohns hat sich so in der Realität in die eleganteste Art verwandelt, unter dem Deckmantel sozialer Gerechtigkeit und der Sorge um die Armen gerade diejenigen mit den niedrigsten Einkommen am stärksten zu besteuern und dem Staat einen echten und ungehinderten Extraprofit zu sichern.









