Für diesen Betrag arbeiten Beschäftigte in Bosnien und Herzegowina: Durchschnittslohn liegt bei nur 840 Euro
06.05.2026

Die offiziellen Daten der Agentur für Statistik von Bosnien und Herzegowina geben einen klaren Überblick über die finanzielle Lage der Arbeitnehmer in diesem Staat.
Laut ihren jüngsten Berichten belief sich der durchschnittlich ausgezahlte monatliche Nettolohn pro Beschäftigtem in juristischen Personen für Februar 2026 auf 1.643 konvertible Mark.
Demnach beträgt der Durchschnittslohn unserer Nachbarn, umgerechnet in Euro nach dem offiziellen festen Wechselkurs von 1.95583 Mark für einen Euro, 840 Euro.
Entwicklung und Vergleich der Einkommen
Wenn der Verdienst mit dem Beginn des laufenden Jahres, genauer gesagt mit Januar 2026, verglichen wird, wurde ein nominaler Rückgang von 0.1 % verzeichnet. In realen Größen ist der Lohn um 0.6 % niedriger.
Die Situation nimmt jedoch einen deutlich positiveren Ton an, wenn ein Vergleich mit demselben Monat des Vorjahres vorgenommen wird. Im Vergleich zu Februar 2025 stieg der durchschnittlich ausgezahlte Lohn nominal um 9.1 %. Für denselben Zeitraum wurde auch ein Anstieg des realen Index verzeichnet, der um 5.6 % höher ist.
Rekordhalter auf dem Arbeitsmarkt
Auf dem Arbeitsmarkt von Bosnien und Herzegowina gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen. Der mit Abstand lukrativste Sektor sind Information und Kommunikation, wo die Beschäftigten monatlich durchschnittlich 2.221 Mark verdienen, was ungefähr 1136 Euro entspricht.
Sehr nahe daran liegen auch Finanzdienstleistungen sowie Versicherungsdienstleistungen mit einem Durchschnitt von 2.116 Mark oder 1.082 Euro.
Auch der öffentliche Sektor verzeichnet außergewöhnlich hohe Einkommen. Arbeitnehmer in der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und der gesetzlichen Sozialversicherung verdienen durchschnittlich 2.103 Mark, was in europäischer Währung 1075 Euro entspricht. Zu den Tätigkeiten, die ein Gehalt von mehr als zweitausend Mark sichern, gehören auch die Produktion sowie die Versorgung mit elektrischer Energie und Gas mit 2.031 Mark oder 1038 Euro, ebenso wie Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen, deren Beschäftigte 2002 Mark oder 1023 Euro erhalten.
Sektoren mit den niedrigsten Einkommen
Am unteren Ende der Liste befinden sich Berufe, die für den Tourismus und den täglichen Konsum von zentraler Bedeutung sind, gleichzeitig aber am schlechtesten bezahlt werden. Mit Abstand die niedrigsten Durchschnittslöhne erhalten Beschäftigte in den Tätigkeiten der Beherbergung, Zubereitung und Ausgabe von Speisen. Ihre durchschnittlichen Einkommen betragen lediglich 1.169 Mark beziehungsweise 598 Euro.
Einen ähnlichen finanziellen Kampf führen auch die Arbeitnehmer im Bauwesen, deren durchschnittlich ausgezahlter Lohn 1.294 Mark oder 662 Euro beträgt. Eine große Zahl von Bürgern ist im Groß- und Einzelhandel beschäftigt, wo der Verdienst 1361 Mark beträgt, was etwa 696 Euro entspricht. Auch Arbeitnehmer in der verarbeitenden Industrie können sich nicht mit hohen Beträgen rühmen, da ihre Vergütung für die Arbeit im Durchschnitt 1.369 Mark oder 700 Euro beträgt.
Wirtschaftliche Realität und Belastung für die Bürger
Obwohl die offizielle Statistik ein spürbares jährliches Wachstum von über neun Prozent zeigt, offenbart ein detaillierter Blick auf einzelne Sektoren strukturelle Schwächen. Die größte Zahl der Arbeitnehmer, die in essenziellen Branchen wie Handel, Bauwesen und Dienstleistungstätigkeiten beschäftigt sind, verdient Beträge, die weit unter dem nationalen Durchschnitt liegen. Dieses Missverhältnis weist darauf hin, dass nicht alle den Einkommensanstieg gleichermaßen spüren und dass den finanziellen Fortschritt überwiegend hoch spezialisierte und staatliche Dienste tragen. Vergleicht man diese Zahlen mit den Lebenshaltungskosten, ist völlig offensichtlich, dass vor dem durchschnittlichen Bürger noch ein langer Weg liegt, um eine stabile und sorgenfreie Existenz zu sichern.











