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IWF-Prognosen: Slowenien wird Italien bis 2029 bei der Kaufkraft überholen

06.05.2024

IWF-Prognosen: Slowenien wird Italien bis 2029 bei der Kaufkraft überholen

LJUBLJANA – Laut den neuesten Projektionen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird Slowenien bis 2029 – angesichts der erwarteten Unterschiede bei den Wirtschaftswachstumsraten – Italien beim BIP pro Kopf nach Kaufkraft überholen und sich dem Vereinigten Königreich und Frankreich deutlich annähern. Nach diesem Indikator liegt es bereits vor Griechenland, Portugal und Spanien.

Nach dem diesjährigen realen BIP-Wachstum von zwei Prozent prognostiziert der IWF für Slowenien im Jahr 2025 eine Stärkung der Wirtschaftstätigkeit um 2,5 Prozent und danach etwa 2,7 Prozent in den folgenden Jahren.

Diese wirtschaftliche Dynamik wird, obwohl sie niedriger ist als in den Jahren vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie und der Erholung nach dem Coronavirus im Jahr 2021, laut den Prognosen des Fonds jene der EU-Mitgliedstaaten in West- und Südeuropa deutlich übertreffen, wodurch Slowenien den Entwicklungsrückstand gegenüber den stärker entwickelten Ländern Europas schrittweise verringern wird.

Während das slowenische BIP pro Kopf in diesem Jahr, ausgedrückt in Kaufkraftstandards bzw. angepassten internationalen Dollar, bei einem Wert von 53.290 stehen bleibt, sollte es 2029 66.680 erreichen, wenn sich die Prognosen des IWF bewahrheiten.

Das wäre mehr als der erwartete Wert dieses Indikators für Italien, für das ein Anstieg von 56.910 Kaufkraftstandards in diesem Jahr auf 64.830 im Jahr 2029 erwartet wird. Es sollte auch darauf hingewiesen werden, dass die Entwicklungsunterschiede innerhalb Italiens groß sind und dass sein nördlicher Teil im Allgemeinen zu den stärker entwickelten Gebieten Europas zählt, während insbesondere der Süden des Landes weiterhin in einem Zustand schwacher Entwicklung ist.

Slowenien sollte sich bis 2029 beim BIP pro Kopf und der Kaufkraft Frankreich und dem Vereinigten Königreich deutlich annähern. In Frankreich sollte sich dieser Indikator von 60.340 internationalen Dollar in diesem Jahr bis 2029 auf 70.150 erhöhen. Im Vereinigten Königreich hingegen wird erwartet, dass er von 58.880 auf 68.700 internationale Dollar steigt.

Slowenien hat nach diesem Kriterium vor einiger Zeit Griechenland, Portugal und Spanien überholt, und dieser Abstand wird bestehen bleiben bzw. sich sogar leicht vergrößern. Dennoch wird Slowenien weiterhin deutlich hinter Österreich, Deutschland und den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten in Nordwest- und Nordeuropa zurückbleiben, wo der genannte Indikator nahe bei oder über 80.000 liegt.

Auch Polen verringert rasch die Entwicklungslücke zu einigen west- und südeuropäischen EU-Mitgliedstaaten, wobei ein Anstieg des BIP pro Kopf nach Kaufkraftstandards von 49.060 im Jahr 2024 auf 63.450 Dollar bis 2029 erwartet wird. Ein starkes Wachstum sollte Litauen verzeichnen, von 50.600 auf 64.790, ebenso wie Tschechien, von 50.470 auf 62.600.

Trotz des Wachstums wird erwartet, dass Ungarn, die Slowakei und überraschenderweise auch die baltischen Tiger Lettland und Estland niedrigere Werte des Indikators beibehalten. In Estland, das oft als Musterbeispiel für die Entwicklung ehemaliger sozialistischer Länder angeführt wird, wird erwartet, dass das BIP pro Kopf nach Kaufkraftstandards bis 2029 gegenüber diesem Jahr z. B. von 45.120 auf 55.110 steigt.

Rumänien hingegen holt die westlichen Länder schnell ein, da es von einem niedrigen Ausgangspunkt während des Übergangs zum Kapitalismus in den Jahren nach dem EU-Beitritt 2007 dynamisch wächst. Bis 2029 sollte sein BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards bereits 58.610 erreichen. Im benachbarten Bulgarien mit ähnlichen Ausgangspunkten sollte es zum Vergleich nur 46.600 betragen.

Inzwischen wird im südlichen Nachbarland Sloweniens, Kroatien, das 2013 als letztes der EU beitrat, das BIP pro Kopf nach Kaufkraft laut den Prognosen des IWF in diesem Jahr 45.700 und 2029 57.650 erreichen.

Quelle: seebiz.eu