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Jährliche Wachstumsrate der kroatischen Wirtschaft fast doppelt so hoch wie in Europa

05.12.2025

Jährliche Wachstumsrate der kroatischen Wirtschaft fast doppelt so hoch wie in Europa

Der neueste Eurostat-Bericht über das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das dritte Quartal 2025 zeigt ein etwas gemäßigteres Bild der wirtschaftlichen Aktivität.

Die kroatische Wirtschaft wuchs im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent und erreichte damit bei der Wachstumsrate vollständig den Durchschnitt der Eurozone.

Während Kroatien auf dem Arbeitsmarkt der absolute Spitzenreiter ist, teilt es beim Wirtschaftswachstum derzeit das Schicksal der meisten Mitglieder der Währungsunion und folgt einem stabilen, aber bescheidenen Erholungstempo. Auf Ebene der gesamten Europäischen Union (EU27) lag das Wachstum nur geringfügig höher und betrug 0,4 Prozent.

Jährliche Wachstumsrate fast doppelt so stark wie die europäische

Die wahre Stärke der kroatischen Wirtschaft zeigt sich am deutlichsten im Jahresvergleich. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, also dem dritten Quartal 2024, stieg das kroatische BIP um 2,6 Prozent.

Dieses Ergebnis ist deutlich besser als der europäische Durchschnitt. Die Wirtschaft der Eurozone wuchs nämlich auf Jahresbasis um 1,4 Prozent, was bedeutet, dass Kroatien weiterhin fast doppelt so schnell wächst wie der Durchschnitt der Länder, die den Euro verwenden. Obwohl dies nicht die höchste Wachstumsrate in der Union ist – vor Kroatien liegen Irland (10,9 Prozent) und Dänemark (3,9 Prozent) –, hält sich Kroatien mit diesem Ergebnis stabil im oberen Teil der Rangliste, auf Augenhöhe mit Polen und Zypern.

Das jährliche BIP-Wachstum in Deutschland betrug im dritten Quartal 2025 nur 0,3 % im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres.

Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer?

Für die Analyse der kurzfristigen wirtschaftlichen Dynamik kehren wir zum Vergleich mit dem zweiten Quartal 2025 zurück. Diese saisonbereinigten Daten geben das klarste Bild der aktuellen Quartalslage der Volkswirtschaften innerhalb der EU.

Laut den saisonbereinigten Daten von Eurostat sorgte Dänemark mit einem robusten Wachstum von 2,3 Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten für die größte Überraschung des Quartals. Es folgen Luxemburg und Schweden, beide mit einem Wachstum von 1,1 Prozent.

Am anderen Ende des Spektrums verzeichnen mehrere europäische Volkswirtschaften einen Rückgang. Irland und Finnland verzeichneten ein Minus von 0,3 Prozent, während Rumänien um 0,2 Prozent zurückging. Interessant ist auch die Stagnation der größten europäischen Volkswirtschaft: Deutschland verzeichnete im dritten Quartal 2025 ein Nullwachstum (0,0 %), was zusätzlich die Bedeutung der Tatsache unterstreicht, dass Kroatien trotz der Verlangsamung weiterhin einen positiven Kurs über null hält.

Diese Daten deuten darauf hin, dass sich die kroatische Wirtschaft nach einer Phase außergewöhnlich hoher Wachstumsraten langsam „abkühlt“ und sich auf Quartalsbasis dem europäischen Durchschnitt annähert, dabei jedoch eine starke jährliche Dynamik beibehält, die weiterhin eine reale Konvergenz des Lebensstandards zu den stärker entwickelten Mitgliedstaaten sicherstellt.