Kroatien unter den ältesten Bevölkerungen Europas: Durchschnittsalter 2021 auf 44,3 Jahre gestiegen
03.11.2025

Laut den Daten der Volkszählung ist die Einwohnerzahl Kroatiens im Zeitraum von 1971 bis 1991 kontinuierlich gestiegen, um danach, beginnend ab 2001, einen Rückgang zu verzeichnen.
Bei der Volkszählung 2021 wurde die niedrigste Einwohnerzahl in der jüngeren Geschichte erfasst, insgesamt 3 871 833, und gleichzeitig wurde auch die niedrigste Zahl an Familien verzeichnet, nämlich 1 104 395, was die langfristigen demografischen Veränderungen deutlich zeigt. Im selben Zeitraum verringert sich auch die durchschnittliche Haushaltsgröße; während 1971 in einem Haushalt durchschnittlich 3,4 Personen lebten, sank diese Zahl 2021 auf 2,7, was Veränderungen in den Familienstrukturen und im Lebensstil widerspiegelt.
Die Daten zeigen auch deutlich eine starke Alterung der Bevölkerung. Laut der Volkszählung 1971 betrug das Durchschnittsalter der Einwohner 34 Jahre, während laut der Volkszählung 2021 der Durchschnitt auf 44,3 Jahre anstieg, womit Kroatien zu den ältesten Ländern Europas zählt. Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind ebenfalls offensichtlich: Männer sind im Durchschnitt jünger (42,6 Jahre), Frauen älter (46 Jahre). Wichtig ist anzumerken, dass die Volkszählungsdaten von 2011 und 2021 methodisch nicht vollständig mit früheren Volkszählungen vergleichbar sind, doch die Trends sind klar und kontinuierlich.
Schätzungen zur Mitte des Jahres 2024 zeigen einen leichten Anstieg der Einwohnerzahl auf 3 866 233, was eine Zunahme von 6 547 Personen oder 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dieser leichte Anstieg ist nicht stark genug, um die langfristigen demografischen Trends zu verändern, signalisiert jedoch möglicherweise etwas stabilere Migrationen und gelegentliche natürliche Bevölkerungszuwächse.
Die Alterung der Bevölkerung hat vielfältige gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen, darunter einen erhöhten Bedarf an Gesundheits- und Sozialversorgung, eine Verringerung der erwerbsfähigen Bevölkerung und einen größeren Druck auf das Rentensystem. Langfristig beeinflussen solche Trends die Planung der öffentlichen Politik, des Bildungswesens und der Infrastrukturentwicklung, da eine immer ältere Bevölkerung einen anderen Typ von Dienstleistungen und Unterstützung erfordert.
Auch die Veränderungen in den Familienstrukturen sind bedeutend. Die Verringerung der durchschnittlichen Zahl der Haushaltsmitglieder und der Anstieg der Zahl der Einpersonenhaushalte spiegeln gesellschaftliche Veränderungen wider, darunter einen späteren Eintritt in die Ehe, eine niedrigere Geburtenrate und eine erhöhte Mobilität junger Menschen. Diese Veränderungen haben direkte Auswirkungen auf den Immobilienmarkt, die Konsumgewohnheiten und die Planung urbaner Räume.
Kroatien ist laut den verfügbaren Daten des Staatlichen Statistikamtes und der Volkszählung mit einem der ausgeprägtesten Alterungstrends in Europa konfrontiert, was eine sorgfältige strategische Planung und die Anpassung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Politik erfordert, um die Lebensqualität aller Generationen zu erhalten.









