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Löhne in Kroatien steigen weiter: Durchschnittsnettolohn im Mai bei 1.451 Euro

21.07.2025

Löhne in Kroatien steigen weiter: Durchschnittsnettolohn im Mai bei 1.451 Euro

Nach den neuesten Daten des Staatlichen Statistikamts betrug der durchschnittlich ausgezahlte Nettolohn der Beschäftigten in juristischen Personen der Republik Kroatien für Mai dieses Jahres 1 451 Euro.

Im Vergleich zum Vormonat, April 2025, handelt es sich um einen leichten Anstieg von 0,8 Prozent nominal beziehungsweise 0,5 Prozent real. Obwohl das Wachstumstempo nicht dramatisch ist, ist der Trend positiv, die Löhne in Kroatien steigen bereits seit Monaten, nicht nur nominal, sondern auch real nach Herausrechnung der Inflationseffekte.

Eine ähnliche Situation zeigt sich auch bei den Bruttolöhnen, die im Mai durchschnittlich 2 019 Euro betrugen. Im Vergleich zum April wurde ein Anstieg von 1,1 Prozent nominal beziehungsweise 0,8 Prozent real verzeichnet. Die jährlichen Wachstumsraten sind noch ausgeprägter. Im Vergleich zum Mai 2024 ist der durchschnittliche Nettolohn nominal um 9,6 Prozent höher, während das reale Wachstum 5,9 Prozent betrug. Der Bruttolohn stieg noch stärker, um 10,2 Prozent nominal und 6,5 Prozent real.

Enorme Unterschiede zwischen den Sektoren

Wie in den Vormonaten werden die höchsten Löhne in Kroatien weiterhin im Luftverkehrssektor gezahlt. Der durchschnittliche Bruttolohn in dieser Tätigkeit betrug im Mai beeindruckende 3 314 Euro, während der durchschnittliche Nettolohn 2 280 Euro erreichte.

Am anderen Ende des Spektrums befindet sich die Bekleidungsherstellung, wo die durchschnittlichen Nettolöhne im Mai nur 921 Euro betrugen und die Bruttolöhne 1 205 Euro. Diese Zahlen veranschaulichen deutlich, wie bedeutend die Unterschiede bei den Einkommen zwischen den verschiedenen Tätigkeiten der kroatischen Wirtschaft sind.

Der Median zeigt das tatsächliche Bild besser

Neben den Durchschnittswerten veröffentlichte das Amt auch Daten zu den Medianlöhnen, die oft realistischer darstellen, wie die Mehrheit der Bürger lebt. So betrug der mediane Nettolohn in Kroatien im Mai 1 236 Euro, was bedeutet, dass die Hälfte der Arbeitnehmer weniger als diesen Betrag verdient und die andere Hälfte mehr. Der mediane Bruttolohn lag bei 1 686 Euro. Beide Werte verzeichnen im Jahresvergleich ein Wachstum, der mediane Nettolohn ist um 10,2 Prozent höher und der Bruttolohn um 10,9 Prozent im Vergleich zum Mai 2024.

Daten pro Stunde: Löhne steigen auf Stundenbasis stärker

Der durchschnittliche Nettolohn pro Stunde betrug im Mai 8,11 Euro, während der Bruttolohn pro Stunde bei 11,28 Euro lag. Das entspricht einem hohen jährlichen nominalen Wachstum von 13,9 beziehungsweise 14,5 Prozent. Es handelt sich um einen Indikator, der besonders bei Teilzeitbeschäftigten oder Saisonarbeit besonders deutlich zum Ausdruck kommt.

Im Durchschnitt hatte jeder Arbeitnehmer im Mai 174 bezahlte Stunden, was dem gleichen Wert wie im Vormonat entspricht. Die meisten wurden im Sektor des Wasserverkehrs verzeichnet, 184, während Tätigkeiten der Sozialfürsorge ohne Unterbringung die wenigsten hatten, durchschnittlich 162 bezahlte Stunden.

Steuerfreie Bezüge und Zuschläge variieren zwischen den Sektoren

Interessant ist auch die Liste der steuerfreien Bezüge, die Arbeitgeber den Arbeitnehmern zusätzlich zu den regulären Löhnen auszahlen. Im Mai erhielten Arbeitnehmer in Kroatien durchschnittlich 177 Euro an steuerfreien Bezügen, während der Durchschnitt pro Beschäftigten, die auch Lohn erhielten, etwas niedriger lag, bei 111 Euro. Am großzügigsten waren Sektoren wie Verkehr und Kommunikation, wo diese zusätzlichen Vergütungen den Durchschnitt überstiegen und auch über 200 Euro betrugen. Im Gegensatz dazu erhielten Beschäftigte im Bildungswesen und in der öffentlichen Verwaltung deutlich weniger, lediglich 29 beziehungsweise 31 Euro.

Quartils- und Dezilverteilung bestätigen die Ungleichheit

Die Statistik offenbart auch die Verteilung der Löhne unter den Beschäftigten. Das erste Quartil, unter das ein Viertel der Arbeitnehmer fällt, beträgt beim Nettolohn 945 Euro, während sogar ein Viertel der Beschäftigten mehr als 1 680 Euro netto erhält. Dabei verdienen 10 Prozent der Arbeitnehmer weniger als 816 Euro, während die obersten 10 Prozent, das sogenannte zehnte Dezil, mehr als 2 220 Euro erhalten. Die Verteilung weist klar auf ausgeprägte Unterschiede bei den Löhnen hin, aber auch auf die Tatsache, dass trotz des durchschnittlichen Wachstums eine beträchtliche Zahl kroatischer Bürger Einkommen unter den genannten Median- und Durchschnittswerten bezieht.

Wachstum ist vorhanden, aber nicht gleichmäßig

Obwohl das Wachstum der durchschnittlichen und medianen Löhne in Kroatien auch im Mai 2025 anhielt, weisen die Daten darauf hin, dass die Vorteile dieses Wachstums nicht gleichmäßig verteilt werden. Die sektorale Streuung und die Unterschiede bei den Einkommen zwischen verschiedenen Teilen der Wirtschaft bleiben ausgeprägt.

Dennoch bringt die Tatsache, dass nicht nur die nominalen, sondern auch die realen Löhne steigen, eine gewisse Stabilität für die Mehrheit der Arbeitnehmer, insbesondere angesichts des Inflationsdrucks und der steigenden Lebenshaltungskosten.