Miet- und Nebenkosten explodieren: Für Mieter wird das Bezahlen immer schwieriger
17.10.2023

„Die Mieten werden deutlich steigen“, kündigte der Firmenchef an.
In der Stadt Gelsenkirchen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen kämpfen die Bewohner eines Hochhauses mit hohen zusätzlichen Nebenkosten und neuen Mietpreisen. Verzweifelte Mieter äußerten ihre Unzufriedenheit über die schwierige Lebenssituation gegenüber deutschen Medien und schalteten zudem einen Anwalt ein.
Den Mietern des Hochhauses im Besitz des Immobilienunternehmens LEG an der Allensteiner und Neidenburger Strasse in Gelsenkirchen war klar, dass die angespannte Situation auf dem Energiemarkt und die hohe Inflation zu einer Erhöhung der zusätzlichen Nebenkosten für das Jahr 2022 führen könnten, schreibt Fenix magazin.
Kosten explodiert
Die Nachzahlungen für Nebenkosten belaufen sich in einzelnen Fällen auf mehr als 4.000 Euro. Wie deutsche Medien berichten, sind insbesondere die Heizkosten für die Fernwärme in Mehrfamilienhäusern explodiert.
Beispiel Mieterin 1
Die 42-Jährige lebt seit zwei Jahren zur Miete. Für eine Wohnung von 76 Quadratmetern soll sie 4.139,90 Euro Nebenkostennachzahlung zahlen.
Die Mutter von drei Kindern sagt: „Ich kann diesen Betrag nicht bezahlen. Auch die Stadt wird das nicht bezahlen. Ich habe Angst, auf der Straße zu landen.“
Schwierig ist auch die Anpassung der neuen Miete auf Grundlage der ausgesprochenen Nachzahlung: Statt 719 Euro wird sie künftig 1.265 Euro für die Wohnung zahlen…
Beispiel Mieterin 2
Seit bereits 12 Jahren lebt auch eine 69-jährige Rentnerin, die an Multipler Sklerose leidet, zur Miete. Sie erhielt eine Forderung zur Nebenkostennachzahlung in Höhe von 1.871 Euro.
„Das ist ein Witz, einem wird schlecht. Wie oft unsere Heizung im Jahr 2022 kaputt war, weshalb wir kalte Wohnungen hatten… Ich denke nicht daran, das zu bezahlen!“
Wegen der zusätzlichen Kosten steigt ihre Miete für eine 72-Quadratmeter-Wohnung von 593 Euro auf 801,40 Euro.
Beispiel Mieterin 3
Die Nachzahlung für 2022 beträgt 2.488 Euro.
„Aber ich habe noch offene Nebenkostenabrechnungen aus den Jahren 2020 und 2021. Gegen alle Forderungen habe ich Widerspruch eingelegt.“
Sie hat Schulden in Höhe von 4.500 Euro. Wegen dessen hat sie bereits die Kündigung der Wohnungsmiete erhalten und deshalb einen Anwalt eingeschaltet.
Beispiel Mieterin 4
Sie organisiert einen Protest der Mieter und hilft anderen. Sie soll 2.396 Euro nachzahlen.
„Wir alle sparen bereits beim Heizen. Jedes Jahr wird es schlimmer“, sagt sie.
Den Mietern rät sie, in jedem Fall rechtlichen Rat einzuholen und sich mit gesetzlich vorgesehenen Mitteln gegen hohe Nebenkostenabrechnungen zu wehren.
Die Mietpreise werden steigen
LEG ist ein Immobilienunternehmen mit 167.000 Mietwohnungen in ganz Deutschland, in denen rund 500.000 Einwohner leben. Aus dem genannten Unternehmen wurde deutschen Medien mitgeteilt, dass die Erhöhung der zusätzlichen Nebenkosten allgemein auf den üblichen Anpassungen der Marktpreise beruhte.
Die Mieter dieses Immobilienunternehmens müssen allgemein mit höheren Mieten rechnen. „Die Mieten werden deutlich steigen“, kündigte der Firmenchef an.
Im Übrigen hieß es von LEG nach einer Anfrage deutscher Medien in diesem konkreten Fall: „Wir werden die Abrechnungen der LEG-Mieter in den Straßen Allensteiner und Neidenburger Straße in Gelsenkirchen-Buer noch einmal umfassend prüfen. Sollte es zu einem Fehler gekommen sein, erhalten die Mieter selbstverständlich auch eine Korrekturabrechnung. Natürlich sind alle zusätzlichen Forderungen inzwischen blockiert.“
Quelle: poslovni.hr











