Trauriger Tag für die Produktion in Vukovar: Werksschließung nach jahrzehntelangem Betrieb
05.03.2026

Die Wirtschaftsszene in Vukovar steht vor einem schweren Schlag nach der offiziellen Bestätigung der Schließung des Werks des deutschen Unternehmens Ricosta.
Diese Nachricht lässt fast einhundertzwanzig Arbeitnehmer ohne Einkommen zurück, die jahrelang das Rückgrat der lokalen Schuhproduktion bildeten. Wie HRT berichtet, schockierte die Entscheidung zur Einstellung des Betriebs die Beschäftigten, die bis zum letzten Moment an den Erhalt ihrer Arbeitsplätze geglaubt hatten.
Geschäftskosten entschieden über den Verbleib in Kroatien
Den Grund für diesen drastischen Schritt sieht die Unternehmensleitung in veränderten Marktbedingungen und dem Anstieg der Betriebskosten im Inland. Bürgermeister Marijan Pavliček betont, dass die Erhöhung des Mindestlohns in Kroatien zusammen mit begleitenden Belastungen die Produktion im Vergleich zu den Nachbarländern weniger wettbewerbsfähig gemacht habe. Deshalb wird ein strategischer Teil der Produktionslinien nach Rumänien sowie nach Bulgarien und Ungarn verlagert, wo die Bedingungen für Investoren derzeit finanziell günstiger sind.
Das Ende einer Ära für die Arbeiterinnen in Vukovar
Unter denen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, sind die meisten Frauen mit langjähriger Erfahrung, denen diese Arbeit über das ganze Jahrzehnt hinweg eine stabile Existenz und faire Arbeitsbedingungen gesichert hat. Die Arbeiterinnen beschreiben die Atmosphäre im Unternehmen als äußerst professionell und betonen, dass das eingespielte Kollektiv und das korrekte Verhalten der Unternehmensleitung der Grund waren, weshalb sie den Arbeitsplatz als ihr zweites Zuhause betrachteten. Besonders betroffen sind Beschäftigte kurz vor der Rente, die nun vor einer ungewissen Zukunft und der Notwendigkeit eines Neuanfangs in ihren Sechzigern stehen.
Möglichkeit einer Beschäftigung in lokalen Unternehmen
Obwohl die Situation äußerst schwierig ist, ist die Hoffnung aufgekommen, dass ein Teil der Fachkräfte eine neue Beschäftigung im Vukovarer Borovo finden könnte. Die Leitung dieses legendären Unternehmens hat bereits mit der Analyse und der Erstellung einer Liste der Arbeitnehmer begonnen, um festzustellen, wer von ihnen in die derzeitigen Produktionsprozesse passen könnte. Ein besonderer Fokus wurde auf jene gelegt, denen nur noch wenige Jahre bis zur verdienten Rente fehlen, damit ihnen ein würdiger Abschluss ihres Arbeitslebens innerhalb ihres Berufs ermöglicht werden kann.
Herausforderungen der heimischen verarbeitenden Industrie
Der Weggang von Ricosta aus Vukovar ist ein anschauliches Beispiel für die breitere Problematik, mit der die kroatische Leichtindustrie konfrontiert ist, insbesondere die traditionell arbeitsintensiven Textil- und Schuhsektoren. Während die Arbeitskosten im Einklang mit europäischen Standards und den Bedürfnissen der Arbeitnehmer berechtigterweise steigen, tun sich die heimischen Hersteller immer schwerer, mit der globalen Konkurrenz und niedrigen Margen Schritt zu halten. Ohne systemische Lösungen oder eine stärkere technologische Modernisierung riskiert Kroatien den weiteren Verlust solcher Produktionszweige, die für die Nachhaltigkeit des lokalen Arbeitsmarktes in kleineren städtischen Gebieten von entscheidender Bedeutung sind.











