Plus
Anzeige schalten

Besorgniserregende Daten des Statistikamts: Jede fünfte Person in Kroatien lebt armutsgefährdet

20.03.2026

Besorgniserregende Daten des Statistikamts: Jede fünfte Person in Kroatien lebt armutsgefährdet

Der neueste Bericht des Staatlichen Statistikamts (DZS) über Indikatoren von Armut und sozialer Ausgrenzung für das Jahr 2025 hat ein besorgniserregendes Bild des kroatischen Alltags offenbart.

Laut den offiziellen Daten beträgt die Armutsgefährdungsquote in der Republik Kroatien 19,5 Prozent, was in der Praxis bedeutet, dass sich fast jeder fünfte Einwohner des Landes in einer finanziell schwierigen Lage befindet. Auch wenn diese Angabe auf den ersten Blick wie bloße Statistik erscheinen mag, veranschaulicht sie deutlich die tiefen sozialen Ungleichheiten und die Fragilität des Lebensstandards einer großen Zahl von Bürgern.

Was bedeutet es eigentlich, armutsgefährdet zu sein?

Damit die breite Öffentlichkeit diese Zahlen leichter verstehen kann, ist es wichtig zu erläutern, was Statistiker unter dem Begriff Armutsgefährdung verstehen. Es handelt sich nicht unbedingt um Menschen, die vollständig ohne Mittel zum Leben geblieben sind, sondern um jene, deren jährliches verfügbares Einkommen unter der Schwelle liegt, die im Verhältnis zum Rest der Gesellschaft als für ein würdiges Leben notwendig gilt. Diese Schwelle wurde für das Jahr 2025 auf 9.034 Euro jährlich für einen Einpersonenhaushalt festgelegt, was monatlich etwa 753 Euro entspricht. Für eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern beträgt diese Schwelle 18.972 Euro pro Jahr. Jeder, der weniger als die genannten Beträge verdient, fällt offiziell in die Kategorie der gefährdeten Personen.

Regionale Unterschiede und die am stärksten gefährdeten gesellschaftlichen Gruppen

Die Daten des DZS weisen darauf hin, dass der Wohlstand in Kroatien nicht gleichmäßig verteilt ist. Am schwierigsten ist die Lage in Pannonisch-Kroatien, wo die Armutsgefährdungsquote hohe 28,6 Prozent erreicht. Andererseits verzeichnet die Stadt Zagreb mit 11,4 Prozent die niedrigste Quote, was die starke Zentralisierung der wirtschaftlichen Macht in der Hauptstadt bestätigt. Wenn wir die Altersgruppen betrachten, sind unsere ältesten Mitbürger am verletzlichsten. Sogar 39,4 Prozent der Personen über 65 Jahre sind armutsgefährdet, und diese Zahl steigt auf frappierende 42,4 Prozent, wenn es um Frauen dieses Alters geht. Besonders gefährdet sind Einpersonenhaushalte älterer Menschen, wo die Quote unglaubliche 64,4 Prozent beträgt.

Leben am Rand und die Unmöglichkeit, über die Runden zu kommen

Die Statistik der materiellen Deprivation beziehungsweise des Mangels zeigt, wie schwer es für die Bürger ist, die grundlegenden Lebensbedürfnisse zu decken. Mehr als 31 Prozent der Einwohner Kroatiens können eine unerwartete finanzielle Ausgabe von 494 Euro nicht aus eigenen Mitteln begleichen, was bedeutet, dass jeder größere Defekt im Haushalt oder ein dringender Bedarf für sie ein unlösbares Problem darstellen würde. Darüber hinaus kann sich fast jede dritte Person im Staat keine Woche Jahresurlaub außerhalb des Hauses leisten. Wenn es um das tägliche Überleben geht, gaben nur 1,5 Prozent der Bürger an, sehr leicht über die Runden zu kommen, während die Mehrheit der Bevölkerung, mehr als 43 Prozent, dies mit kleinen Schwierigkeiten schafft.

Die Rolle des Staates und der Sozialtransfers

Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen der Untersuchung ist die entscheidende Rolle von Sozialleistungen und Renten für die Stabilität der Gesellschaft. Würde der Staat keine Sozialtransfers wie Kindergeld oder Leistungen für Arbeitslose auszahlen, würde die Armutsgefährdungsquote von 19,5 auf 25,5 Prozent steigen. Noch dramatischer wird die Zahl, wenn wir auch die Renten aus der Berechnung ausklammern. In diesem Fall wären sogar 37,8 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Diese Daten zeigen klar, dass Renten und Sozialleistungen die wichtigste Barriere sind, die einen großen Teil der kroatischen Bürger über der Oberfläche vollständiger Armut hält.

Interessante Punkte aus dem Bericht, die hervorzuheben sind

Bei der Analyse des Erwerbsstatus ist interessant festzustellen, dass Beschäftigung keine absolute Sicherheitsgarantie ist, aber erheblich hilft. Unter den Erwerbstätigen beträgt die Gefährdungsquote nur 6,1 Prozent, während sie bei den Arbeitslosen auf 42,1 Prozent steigt. Außerdem zeigen die Daten, dass Alleinerziehende mit unterhaltsberechtigten Kindern einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt sind (29,7 Prozent) als Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern (10,2 Prozent). Eine weitere interessante Korrelation bezieht sich auf den Wohnstatus. Personen, die als Mieter in gemieteten Räumen leben, sind häufiger gefährdet als jene, die eine eigene Immobilie besitzen.

Statistik als Aufruf zum Handeln

Obwohl Kroatien oft durch touristische Erfolge und Wirtschaftswachstum wahrgenommen wird, dienen diese Daten des DZS als nüchterne Erinnerung an die Realität, die ein Fünftel unserer Mitbürger lebt. Die Tatsache, dass ältere Alleinstehende und insbesondere Frauen in einem solchen Ausmaß von Armut betroffen sind, ist ein Alarm für die gesamte Gesellschaft und die Gestalter der öffentlichen Politik. Das System der sozialen Fürsorge und das Rentensystem dienen derzeit als notwendiges Sicherheitsnetz, doch ohne ernsthaftere strukturelle Veränderungen und eine gleichmäßigere regionale Entwicklung wird sich die Kluft zwischen Arm und Reich in Kroatien weiter vertiefen. Die Statistik sagt uns nicht nur, wer heute arm ist, sondern warnt uns auch davor, wen wir morgen zurücklassen könnten.