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Deutschland prüft Rente nach Beitragsjahren statt Alter: „Was soll ich nach 70 noch arbeiten?!“

09.12.2025

Deutschland prüft Rente nach Beitragsjahren statt Alter: „Was soll ich nach 70 noch arbeiten?!“

Mit dem Ziel, die Stabilität des gesetzlichen Rentensystems zu sichern, zeichnet sich in Deutschland eine große Reform ab, die die Art des Renteneintritts grundlegend verändern könnte.

Nach der Verabschiedung des Rentenpakets erwägt die Bundesregierung die Einführung eines Modells, bei dem der entscheidende Faktor für den Ruhestand die Mindestanzahl der eingezahlten Beitragsjahre wäre und nicht ein festes Lebensalter.

Arbeitsministerin Bärbel Bas warnte, dass 'mutige' Entscheidungen notwendig seien, und betonte, dass bloße kosmetische Änderungen nicht ausreichen würden, sondern ein völlig neues System erforderlich sei, schreibt Fenix Magazin. In der neuen Rentenkommission wird darüber diskutiert, dass künftig nicht mehr das Alter ausschlaggebend sein soll (derzeit wird es schrittweise bis 2031 auf 67 Jahre angehoben), sondern ausschließlich die Dauer des Arbeitslebens.

Berufsjahre als neuer Hebel des Systems

Nach der derzeit geltenden Regel können nur diejenigen mit 45 Beitragsjahren mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Das neue Modell sieht vor, dass die Anzahl der Arbeitsjahre, zum Beispiel 45, entscheidend für den Renteneintritt wäre.

Der Wirtschaftsexperte Jens Südekum, Berater des sozialdemokratischen Finanzministers Lars Klingbeil, unterstützt diesen Ansatz. Er ist der Ansicht, dass die Dauer des Arbeitslebens der Hebel ist, an dem angesetzt werden muss, um die Stabilität des Rentensystems zu sichern.

Ministerin Bas bestätigte in der Sendung 'Bericht aus Berlin' die Offenheit für ein solches Modell. Das würde bedeuten, dass Personen, die früh zu arbeiten beginnen, wie etwa Handwerker, früher aufhören könnten zu arbeiten, wodurch diese Berufe attraktiver würden. Andererseits müssten Akademiker, die später in den Arbeitsmarkt eintreten, länger arbeiten, vielleicht sogar bis zum 70. Lebensjahr, oder Rentenkürzungen in Kauf nehmen. Diese Perspektive sorgt bereits für Besorgnis in einem Teil der Öffentlichkeit, der sich fragt: 'Was werde ich nach dem 70. Lebensjahr tun!?'

Auch Kanzler Merz unterstützt diese Idee und erklärte gegenüber ARD, dass die Dauer der Rentenzahlung in einem besseren Verhältnis zu dem Zeitraum stehen sollte, in dem in das System eingezahlt wurde.