HUP fordert Abschaffung von Preisdeckeln und Sonntagsarbeitsverbot: Regierung lehnt Vorschläge vorerst ab
20.01.2026

Nach der Veröffentlichung neuer Wirtschaftsindikatoren für den Beginn des Jahres 2026 richtete der Kroatische Arbeitgeberverband (HUP) einen öffentlichen Appell zur Neudefinition bestimmter Richtungen der Wirtschaftspolitik.
Die Hauptbotschaft der Arbeitgeber konzentriert sich auf zwei Schlüsselpunkte: die Abschaffung der administrativen Begrenzung der Lebensmittelpreise sowie die Überprüfung des Verbots der Sonntagsarbeit.
Angesichts dessen, dass der Inflationsdruck spürbar nachlässt, sind führende inländische Arbeitgeber der Ansicht, dass Maßnahmen, die als Krisenmechanismen eingeführt wurden, nun zu einer Belastung für die weitere Entwicklung des Einzelhandels und der Distribution geworden sind.
Was bringt das aktuelle Handelsgesetz?
Um den aktuellen Streit zu verstehen, ist es entscheidend, an die Regeln zu erinnern, die seit dem 1. Juli 2023 in Kraft sind, als die Änderungen des Handelsgesetzes die Einkaufsgewohnheiten in Kroatien drastisch veränderten. Nach dieser Regelung sind Geschäfte sonntags grundsätzlich geschlossen, mit der Ausnahme von lediglich sechzehn verkaufsoffenen Sonntagen im gesamten Kalenderjahr, die jeder Händler entsprechend seinen eigenen geschäftlichen Bedürfnissen verteilt.
Diese Maßnahme wurde mit dem Ziel eingeführt, ein Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben der Beschäftigten im Handel zu erreichen, einem Sektor, in dem die Mehrheit der Arbeitskräfte Frauen sind. Obwohl bestimmte Ausnahmen vorgesehen sind, wie Geschäfte an Bahnhöfen, Flughäfen und Tankstellen, bleibt die Mehrheit der Einzelhandelsketten und kleinen Viertelläden den größten Teil des Jahres geschlossen. Genau diese Einschränkung sieht der HUP nun als Hindernis und betont, dass die Kaufkraft in einem touristisch orientierten Land nicht durch eine festgelegte Anzahl von Arbeitstagen eingeschränkt werden sollte.
Das Nachlassen der Inflation als Argument für das Auftauen der Preise
Neben der Frage der Arbeitszeiten betonen die Arbeitgeber, dass sich die harmonisierte jährliche Inflationsrate im Dezember auf 3,8 Prozent verlangsamt hat. Ein solcher Trend, der auch vom Rückgang der Lebensmittel- und Energiepreise auf den globalen Märkten begleitet wird, weist nach Ansicht der Experten des HUP klar darauf hin, dass der Kostendruck in der Produktionskette nachgelassen hat. Unter solchen Umständen wird die weitere Beibehaltung sogenannter eingefrorener Preise für Grundnahrungsmittel als wirtschaftlich irrational angesehen, da sie zusätzliche Kosten für die Geschäftstätigkeit verursacht und die Dynamik des freien Wettbewerbs beeinträchtigt.
Die Analysten des HUP warnen besonders vor den Erfahrungen Ungarns, wo langanhaltende Preisbegrenzungen zu Produktknappheit und einer erhöhten Abhängigkeit von Importen geführt haben. Die Botschaft der Arbeitgeber ist klar: Administrative Eingriffe in die Preise lösen die grundlegenden Ursachen der Inflation nicht, sondern verzögern nur die notwendige Marktanpassung, die angesichts der aktuellen Zahlen unvermeidlich geworden ist.
Verlangsamtes Wachstum des Einzelhandels im Vergleich zum Mittelmeerraum
Der HUP betont, dass das reale Wachstum des Einzelhandels in Kroatien in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres etwa 2,5 Prozent betrug, was deutlich unter den Ergebnissen liegt, die andere Mittelmeerländer der Europäischen Union verzeichnen. Es wird angenommen, dass die Begrenzung auf nur 16 verkaufsoffene Sonntage direkt zu solchen Ergebnissen beiträgt, indem sie den potenziellen Konsum einschränkt. Anstelle starrer gesetzlicher Verbote wird ein Modell vorgeschlagen, bei dem der Fokus auf einer angemessenen, deutlich höheren Vergütung der Arbeitnehmer für Sonntagsarbeit liegen würde, wodurch ein Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Unternehmer und den sozialen Rechten der Beschäftigten ermöglicht würde.
Zurückhaltung der Institutionen und die Suche nach einer stabilen Lösung
Trotz der begründeten Forderungen des Wirtschaftssektors hat die offizielle Politik der Regierung diese Vorschläge in Richtung dringender Gesetzesänderungen bislang nicht berücksichtigt. Die Exekutive gibt weiterhin der Aufrechterhaltung des etablierten Modells den Vorrang, das in der Öffentlichkeit als wichtiges Instrument sozialer Stabilität und zum Schutz der Würde der Arbeitnehmer kommuniziert wird. Die aktuelle Position der Institutionen deutet auf Vorsicht hin, obwohl die Bedeutung der wirtschaftlichen Trends, auf die der HUP hinweist, anerkannt wird; Änderungen eines Gesetzes, das auch die Verfassungsmäßigkeitsprüfung bestanden hat, erfordern tiefere Analysen als den aktuellen monatlichen Rückgang der Inflation.
Es lässt sich schlussfolgern, dass die Regierung bei ihrer Auffassung bleibt, dass das derzeitige Modell von 16 verkaufsoffenen Sonntagen ein tragfähiger Kompromiss ist. Obwohl die Türen für den Dialog offen sind, gibt es keine Anzeichen dafür, dass von einer Politik abgerückt wird, die den Sonntag für den Handelssektor als primär arbeitsfreien Tag definiert.
Referenz: Publikation 'Fokus tjedna', Kroatischer Arbeitgeberverband (HUP), Januar 2026; Gesetz über Änderungen und Ergänzungen des Handelsgesetzes (NN 33/23).









