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Inflation in der EU stagniert, in Kroatien zieht sie wieder an: Wir sind Dritter beim Preisanstieg

17.12.2025

Inflation in der EU stagniert, in Kroatien zieht sie wieder an: Wir sind Dritter beim Preisanstieg

Die neuesten Daten von Eurostat haben einen unangenehmen Trend für die kroatischen Verbraucher bestätigt, denn Kroatien positionierte sich im November 2025 als eines der Länder mit dem stärksten Preisanstieg in der gesamten Europäischen Union.

Während die durchschnittliche jährliche Inflationsrate im Euroraum bei stabilen 2,1 Prozent blieb, lag sie in Kroatien bei hohen 4,3 Prozent, was mehr als doppelt so hoch ist wie der europäische Durchschnitt.

Obwohl die Inflation auf Ebene der gesamten Union im November leicht von 2,5 Prozent im Oktober auf 2,4 Prozent zurückging, zeigen die kroatischen Daten eine entgegengesetzte Entwicklung. Im Vergleich zum Oktober, als sie genau 4 Prozent betrug, beschleunigte sich die jährliche Inflationsrate in Kroatien erneut, wodurch wir uns weiter von den stabileren Volkswirtschaften entfernten, mit denen wir traditionell verbunden sind.

Vergleich mit den wichtigsten Partnern

Ein Blick auf die Staaten, die für Kroatien die wichtigsten Handels- und Wirtschaftspartner sind, offenbart die Tiefe der Kluft bei der Preisentwicklung. Slowenien verzeichnete im November eine deutliche Beruhigung der Inflation, die auf 2,4 Prozent sank, was fast halb so viel ist wie die kroatische Rate. Österreich blieb bei 4 Prozent, während Deutschland eine Rate von 2,6 Prozent verzeichnete. Diese Daten deuten darauf hin, dass der Druck auf den Lebensstandard der Bürger in Kroatien deutlich stärker zu spüren ist als in der Nachbarschaft oder in den stärksten europäischen Volkswirtschaften.

An der Spitze der Rangliste der Staaten mit dem größten Problem des Preisanstiegs steht Rumänien mit rekordverdächtigen 8,6 Prozent, gefolgt von Estland mit 4,7 Prozent. Kroatien hält mit 4,3 Prozent fest den dritten Platz in der Europäischen Union und lässt damit alle übrigen Mitgliedstaaten hinter sich. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich Zypern, Frankreich und Italien, wo der Preisanstieg auf minimale Werte von 0,1 bis 1,1 Prozent begrenzt ist.

Dienstleistungen und Lebensmittel als Haupttreiber

Die Analyse nach Sektoren auf Ebene des Euroraums zeigt, dass Dienstleistungen weiterhin der Haupttreiber der Inflation sind, während die Energiepreise einen leichten Rückgang verzeichnen. In Kroatien ist die Situation spezifisch, da hohe Wachstumsraten im Dienstleistungssektor, kombiniert mit Lebensmittelpreisen, die weiterhin Widerstand gegen deutlichere Verbilligungen zeigen, den Gesamtindex auf sehr hohem Niveau halten.

Die statistischen Ämter verzeichnen, dass die Inflation im November in zwölf Mitgliedstaaten gesunken ist, in fünf stabil blieb, während in zehn Staaten ein Anstieg verzeichnet wurde. Leider gehört Kroatien zu dieser letzten Gruppe, was die spezifischen inländischen Belastungen zusätzlich unterstreicht, die nicht mit der allgemeinen europäischen Beruhigung des Marktes übereinstimmen.

Die Tatsache, dass Kroatien weiterhin eine hohe Inflationsrate verzeichnet, während sich der Großteil der Union den Zielwerten von rund 2 Prozent nähert, stellt eine ernsthafte Herausforderung für die heimische Wirtschaftspolitik dar. Der Unterschied in der Geschwindigkeit des Preisanstiegs zwischen Kroatien und seinen wichtigsten Partnern wie Slowenien oder Deutschland wirkt sich direkt auf die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft und die Kaufkraft der Bürger aus. Wenn sich dieser Trend in den kommenden Monaten nicht umkehrt, könnte Kroatien mit der Last hoher Lebenshaltungskosten in das Jahr 2026 eintreten, die deutlich vom Rest des Euroraums abweichen werden.