Nvidia-Chef: Vergesst Programmierer – die Zukunft gehört Elektrikern und Installateuren
14.10.2025

Foto: Nvidia Corporation / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Wie künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert, hören junge Menschen oft, dass es für sie immer schwieriger werden wird, einen Job zu finden.
Doch Nvidia-Chef Jensen Huang ist gegenteiliger Meinung. Seinen Worten zufolge entsteht gerade eine enorme Welle neuer Arbeitsplätze, jedoch nicht im IT-Sektor, sondern in handwerklichen Berufen.
„Wir werden Hunderttausende Elektriker, Klempner und Tischler brauchen, um all diese neuen Fabriken und Rechenzentren zu bauen“, sagte Huang gegenüber Channel 4 News im Vereinigten Königreich. Er fügte hinzu, dass das Segment der qualifizierten Handwerksberufe von Jahr zu Jahr wachsen werde und dass jede Volkswirtschaft ihre Investitionen in diese Arbeitskräfte verdoppeln müsse.
Huang untermauert seine Worte mit konkreten Investitionen. Nvidia kündigte kürzlich eine Investition von 100 Milliarden Dollar in Zusammenarbeit mit OpenAI an, die für die Entwicklung von Rechenzentren auf Basis ihrer AI-Prozessoren bestimmt ist. Analysten von McKinsey schätzen, dass die weltweiten Investitionen in diese Branche bis 2030 sogar 7 Billionen Dollar erreichen könnten.
Ein Rechenzentrum mit einer Größe von 250.000 Quadratfuß kann während des Baus bis zu 1.500 Bauarbeiter beschäftigen, und viele von ihnen verdienen mehr als 100.000 Dollar pro Jahr, ohne Hochschulabschluss. Wenn das Zentrum fertiggestellt ist, warten etwa 50 feste Mitarbeiter die Systeme, und jede solche Stelle schafft weitere dreieinhalb neue im umliegenden Wirtschaftsumfeld.
Huang ist der Ansicht, dass sich die neue Chance nicht im Programmieren verbirgt, sondern in der physischen Seite der Technologie. Als Journalisten ihn fragten, was er heute studieren würde, wenn er zwanzig Jahre alt wäre, gab er zu, dass er Natur- und Ingenieurwissenschaften und nicht Informatik wählen würde.
Ähnlicher Meinung sind auch andere führende Manager. BlackRock-Chef Larry Fink warnte das Weiße Haus, dass den USA ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften drohe, insbesondere an Elektrikern, die für den Aufbau der AI-Infrastruktur benötigt werden. Ford-Chef Jim Farley warnte ebenfalls, dass die ehrgeizigen Pläne zur Rückverlagerung der Produktion in die USA ohne Menschen, die diese Arbeit verrichten, nicht umgesetzt werden können. Derzeit fehlen dem Land rund 600.000 Fabrikarbeiter und weitere eine halbe Million Bauarbeiter.
Trotzdem erkennt die neue Generation die Chance langsam. Der 23-jährige Jacob Palmer aus North Carolina brach das College ab, absolvierte eine Ausbildung zum Elektriker und eröffnete bereits mit 21 Jahren seine eigene Firma. Im vergangenen Jahr verdiente er fast 90.000 Dollar, und in diesem Jahr hat er bereits die Sechsstelligkeitsgrenze überschritten. „Ich schulde niemandem etwas“, sagte Palmer gegenüber Fortune, während viele seiner Altersgenossen noch Studienkredite abbezahlen und ihren ersten Job suchen.









