Plus
Anzeige schalten

Slowenische Arbeitgeber wollen Weihnachtsgeld aus dem Staatshaushalt finanzieren

03.12.2025

Slowenische Arbeitgeber wollen Weihnachtsgeld aus dem Staatshaushalt finanzieren

Die Organisationen der slowenischen Arbeitgeber, die im Dachgremium für den sozialen Dialog im benachbarten Slowenien, dem Wirtschafts- und Sozialrat, zusammengeschlossen sind, haben ein Protestschreiben direkt an Premierminister Robert Golob gerichtet und dabei ihre tiefe Unzufriedenheit mit der Art und Weise zum Ausdruck gebracht, wie die Regierung die Gespräche mit den Sozialpartnern führt.

Der Hauptvorwurf bezieht sich auf die völlige Missachtung ihrer Vorschläge und Einwände im Zusammenhang mit dem neuen Gesetzesvorschlag zur verpflichtenden Weihnachtsgratifikation, schreibt N1. Als Zeichen des Protests wegen des fehlenden Dialogs schlugen die Arbeitgeber eine radikale Lösung vor, nämlich dass die Weihnachtsgratifikation allen Beschäftigten direkt aus dem Staatshaushalt ausgezahlt wird.

Die Informationen, die heute von der Handwerks- und Unternehmerkammer Sloweniens veröffentlicht wurden, bestätigen die große Enttäuschung der Arbeitgeber, denn auf der Sitzung des Wirtschafts- und Sozialrats am Montag blieben alle schriftlichen Vorschläge, Argumente und offenen Fragen der Arbeitgeberorganisationen zu dem umstrittenen Gesetz ohne jede konkrete Antwort oder stichhaltige Erklärung von Seiten der Regierung. Obwohl sich der Gesetzesvorschlag offiziell auf die sogenannte Winterzulage bezieht, hat er in der Öffentlichkeit und Politik üblicherweise den Spitznamen Weihnachtsgratifikation erhalten. Die Botschaft an Premierminister Golob wurde nicht nur im Namen der Handwerks- und Unternehmerkammer übermittelt, sondern auch im Namen der führenden Arbeitgeberorganisationen in Slowenien, darunter der Arbeitgeberverband Sloweniens, die Wirtschaftskammer Sloweniens sowie der Verband der Arbeitgeber von Handwerkern und Unternehmern Sloweniens.

'Da wir keinerlei Antworten erhalten haben, sind die grundlegenden Voraussetzungen für eine sinnvolle Diskussion über das vorgeschlagene Gesetz nicht erfüllt', betonten die Arbeitgeber in ihrem Schreiben und hoben hervor, dass das Wesen des sozialen Dialogs in der gleichberechtigten Beteiligung und Behandlung aller Partner liegt, einschließlich der Arbeitgeber. Sie fügten hinzu, dass in diesem konkreten Fall die Arbeitgeber sowohl in der Vorbereitungsphase als auch während der Diskussion über den Gesetzesvorschlag selbst vollständig ignoriert und vernachlässigt wurden.

Wegen dieses derart gestörten Dialogs wäre eine Teilnahme an der außerordentlichen Sitzung des Wirtschafts- und Sozialrats verfrüht und sinnlos gewesen, erklärten die Arbeitgeber, weshalb sie der Sitzung am Montag auch nicht beiwohnten. Die Diskussion über den Gesetzesvorschlag fand dennoch zwischen Vertretern der slowenischen Regierung und den Gewerkschaften statt, was die Handwerks- und Unternehmerkammer als nur ein weiteres Gespräch zwischen Regierung und Gewerkschaften bezeichnete. Besonderer Zorn richtet sich gegen den Minister für Arbeit, Familie, Soziales und Chancengleichheit, Luka Mesec, den sie als Hüter des sozialen Dialogs im Land betrachten. 'Wir sind besonders empört über das Vorgehen von Minister Luka Mesec, der eine solche Form des sozialen Dialogs zugelassen und sogar die Diskussion auf der Sitzung ohne Anwesenheit von Arbeitgebervertretern geleitet hat', betonten sie.

Sie wenden sich scharf gegen dieses Unverständnis für die Grundlagen des tripartiten Dialogs und gegen den einseitigen Schritt des Ministers und betonen, dass er auf diese Weise erneut den sozialen Dialog zerstört und die Arbeitgeberorganisationen missachtet, die einen unverzichtbaren Teil des Wirtschaftslebens in Slowenien darstellen. Die Arbeitgeber erinnern daran, dass diese Art der Führung bereits im Juli 2023 zu ihrem vorübergehenden Rückzug aus dem Wirtschafts- und Sozialrat geführt hat, und kündigen an, dass eine Fortsetzung einer solchen Praxis zu einer neuen vorübergehenden Blockade des Rates führen könnte.

Aus all den genannten Gründen fordern die Arbeitgeberorganisationen, dass der soziale Dialog innerhalb des üblichen tripartiten Rahmens unter vollständiger und gleichberechtigter Beteiligung aller Sozialpartner fortgesetzt wird. Gegenstand der Verhandlungen darf nicht nur eine enge Bandbreite minimaler Parameter sein, sondern der gesamte Inhalt des Gesetzesvorschlags, der darüber hinaus auch ordnungsgemäß vorbereitet sein muss. 'Nur in einem tripartiten Dialog mit offenem Inhalt, an dem Regierungsseite, Gewerkschaften und Arbeitgeber gleichermaßen beteiligt sind, könnte eine Einigung erzielt werden, die für alle Seiten akzeptabel wäre', schlossen sie. Trotz des Boykotts und des fehlenden Quorums wegen des Weggangs der Arbeitgeber erzielte der Wirtschafts- und Sozialrat auf der außerordentlichen Sitzung dennoch eine Einigung, dass alle Beschäftigten eine steuerfreie und beitragsfreie Weihnachtsgratifikation in Höhe der Hälfte des Mindestlohns erhalten sollten, mit einem Zahlungsaufschub für Arbeitgeber, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Die Regierung diskutierte Mitte Oktober über den Gesetzesvorschlag, der die Grundlage für diese Auszahlung bildet.