Wirtschaftsminister erklärt: Familienbetriebe bleiben sonntags geschlossen
10.02.2026

Wirtschaftsminister Ante Šušnjar hat offiziell bestätigt, dass die Regierung der Republik Kroatien keine Änderungen einführen will, die Familienbetrieben die Arbeit an Sonntagen ermöglichen würden.
Mit dieser Erklärung dementierte der Minister direkt jüngste Medienberichte, die nahelegten, dass durch Änderungen des Handwerksgesetzes der Weg für eine Ausnahme kleiner Familiengeschäfte vom allgemeinen Arbeitsverbot vorbereitet werde. Šušnjar betonte, dass der bestehende gesetzliche Rahmen völlig klar sei und dass es keinen Bedarf für zusätzliche Eingriffe gebe, die das derzeitige System beeinträchtigen würden.
Anlass für diese Reaktion waren Berichte, die ankündigten, dass im zweiten Quartal dieses Jahres Eigentümern von Familienbetrieben ermöglicht werden könnte, ohne jegliche Einschränkungen selbst in ihren Geschäften zu arbeiten. Der Minister bezeichnete solche Spekulationen als unbegründet und erläuterte, dass das Handwerksgesetz überhaupt nicht als Instrument zur Regelung der Arbeitszeiten im Handel vorgesehen sei, da dieser Bereich bereits vollständig durch andere Vorschriften abgedeckt sei.
Familienwerte und religiöse Bedeutung als Grundlage der Entscheidung
Bei der Begründung des Festhaltens am Sonntagsarbeitsverbot hob Minister Šušnjar die tiefen gesellschaftlichen und religiösen Gründe hervor, die hinter dieser Politik stehen. Seinen Worten zufolge ist Kroatien ein Staat, in dem die Mehrheit der Bevölkerung katholisch ist, was auch eine gewisse Verantwortung gegenüber Tradition und Bräuchen mit sich bringt. Er ist der Ansicht, dass der Sonntag ein Tag bleiben sollte, der dem Gebet und dem Feiern gewidmet ist, vor allem aber eine Zeit, die die Beschäftigten im Handelssektor mit ihren Nächsten verbringen werden.
Als zentralen Erfolg der bisherigen Anwendung des Gesetzes nennt der Minister die Tatsache, dass die Beschäftigten im Handel an ihre Familientische zurückgekehrt sind. Er glaubt, dass der gesellschaftliche Nutzen eines gemeinsamen Sonntagsmittagessens und der Erholung weitaus wichtiger ist als der potenzielle Gewinn, der durch Arbeit an diesen Tagen erzielt würde. Diese Haltung spiegelt die Politik der aktuellen Regierung wider, die eine bessere Balance zwischen Berufs- und Privatleben der Bürger anstrebt.
Finanzkennzahlen verzeichnen keine Verluste für den Staatshaushalt
Eine der häufigsten Fragen in der Öffentlichkeit betrifft die Auswirkungen des arbeitsfreien Sonntags auf die Wirtschaft und die Staatskasse. Der Wirtschaftsminister beruhigt die Öffentlichkeit und die Unternehmer mit der Behauptung, dass offizielle Daten Stabilität zeigen. Umsatzanalysen legen nahe, dass der Konsum nicht zurückgegangen ist, sondern sich lediglich auf andere Wochentage verlagert hat. Die Käufer haben sich schnell an die neuen Regeln angepasst, sodass ein größerer Teil des Umsatzes, der früher sonntags erzielt wurde, nun samstags oder montagmorgens verzeichnet wird.
Da sich die Gesamtmenge des Geldes, das die Bürger ausgeben, nicht wesentlich verändert hat, haben weder Handelsunternehmen noch der Staatshaushalt negative Folgen gespürt. Šušnjar fügte hinzu, dass der Markt für alle Teilnehmer gleichberechtigt sei und dass die Einführung von Ausnahmen für bestimmte Unternehmensformen, wie Familienbetriebe, zu Diskriminierung und einer Beeinträchtigung des fairen Wettbewerbs führen könnte.
Verständnis des Modells von 16 verkaufsoffenen Sonntagen
Für diejenigen, die mit der rechtlichen Regelung nicht im Detail vertraut sind, ist es wichtig zu erläutern, was das aktuelle Handelsgesetz tatsächlich vorschreibt. Händler in Kroatien haben das Recht, 16 Sonntage im gesamten Kalenderjahr auszuwählen, an denen ihre Türen für Kunden geöffnet sein werden. Das bedeutet, dass Geschäfte nicht jeden Sonntag geschlossen sein müssen, sondern die Eigentümer selbst strategisch entscheiden, wann sich der Betrieb für sie am meisten lohnt, was meist während der sommerlichen Tourismussaison oder in der Zeit der Weihnachtsfeiertage der Fall ist.
Dennoch zeigte sich in der Praxis ein erheblicher Unterschied bei der Anwendung dieses Modells zwischen großen Systemen und kleinen Unternehmern. Große Handelsketten, die über mehrere Verkaufsstellen in derselben Stadt oder Region verfügen, können die verkaufsoffenen Sonntage problemlos rotieren. Auf diese Weise erreichen sie, dass eines ihrer Geschäfte geschlossen ist, während ein anderes in unmittelbarer Nähe geöffnet ist, wodurch sie Kunden halten und die ständige Verfügbarkeit ihrer Dienstleistungen das ganze Jahr über sicherstellen.
Andererseits haben kleine Familienhändler, die meist nur ein einziges Geschäft haben, diese Möglichkeit des Manövrierens nicht. Für sie stellen 16 Sonntage eine feste Begrenzung ohne die Möglichkeit dar, den Markt über andere Standorte abzudecken, was sie in eine deutlich andere Marktposition gegenüber großen Konkurrenten bringt, die die Arbeitszeiten ihrer Filialen strategisch verteilen können.
Die Entscheidung des Wirtschaftsministeriums, dem Druck zur Liberalisierung der Arbeit kleiner Handwerker nicht nachzugeben, sendet eine klare Botschaft über die Richtung, in die sich der heimische Arbeitsmarkt bewegt. Obwohl in der Öffentlichkeit häufig die Freiheit des Unternehmertums und soziale Rechte gegeneinander abgewogen werden, steht die derzeitige Verwaltung fest zu den Argumenten des Schutzes der Familie und der Bewahrung der Tradition.
Solange die Finanzkennzahlen keinen dramatischen Rückgang des Konsums zeigen, ist kaum zu erwarten, dass es zu irgendeiner Lockerung der Regeln kommen wird. Für die kroatischen Bürger bedeutet dies, den Einkauf weiterhin im Voraus zu planen, während für die Beschäftigten im Handel der Sonntag ein sicherer Ruhetag bleibt, zumindest im Rahmen dessen, was die Quote von sechzehn Arbeitswochenenden pro Jahr erlaubt.









