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Absurdität in Bosnien und Herzegowina: Heimische Milch als Überschuss erklärt, während 800.000 Liter aus Europa importiert werden

26.02.2026

Absurdität in Bosnien und Herzegowina: Heimische Milch als Überschuss erklärt, während 800.000 Liter aus Europa importiert werden

Der Milchsektor in Bosnien und Herzegowina erlebt dramatische Momente, da heimische Landwirte massenhaft ihre Höfe schließen, weil sie ihre Produkte nicht absetzen können.

Die Situation hat den Höhepunkt der Absurdität erreicht, da gleichzeitig ein enormer Import verzeichnet wird und hochwertige heimische Milch als überflüssig bezeichnet wird. Wie N1 berichtet, warnt der Vorsitzende des Verbands der landwirtschaftlichen Erzeuger der Föderation BiH, Admir Kahriman, vor der systematischen Zerstörung der heimischen Produktion, die bereits seit Jahren andauert.

Die Wurzeln des Problems in strategischen Dokumenten

Das Problem ist nicht über Nacht entstanden, sondern hat seine Wurzeln in strategischen Dokumenten, die vor einigen Jahren entstanden sind. Damals wurde in die Pläne zur Entwicklung der Landwirtschaft, die eigentlich ein Wegweiser für den Fortschritt sein sollten, eine umstrittene Bestimmung zur Verlangsamung des schnellen Wachstums der Milchwirtschaft aufgenommen. Obwohl der Text unter dem Druck der Öffentlichkeit teilweise geändert wurde, behaupten die Erzeuger, dass in der Praxis weiterhin Maßnahmen umgesetzt werden, die den lokalen Höfen schaden. Die Strategie sollte den Landwirten helfen, doch in diesem Fall diente sie als Mechanismus zur Begrenzung ihres Wachstums.

Import von Rohstoffen statt Unterstützung des lokalen Marktes

Während der Öffentlichkeit die Geschichte von einem Überschuss an heimischer Milch präsentiert wird, sprechen die offiziellen Daten eine ganz andere Sprache. Bosnien und Herzegowina löst tatsächlich die Probleme europäischer Landwirte, denn allein im Januar wurden 800.000 Liter Rohmilch importiert. Verarbeiter, also Fabriken, die Milch verpacken, kaufen lieber günstigere Rohstoffe in Tankwagen aus der Europäischen Union als von ihren Nachbarn auf dem Land. Deshalb kündigen sie den heimischen Erzeugern eine Reduzierung der Abnahme um ganze fünfzig Prozent an, wodurch ein künstlicher Überschuss auf dem Markt geschaffen wird, der ausschließlich als Rechtfertigung für niedrige Abnahmepreise dient.

Handelshemmnisse und drastischer Rückgang der Exporte

Einen zusätzlichen Schlag stellt die Situation auf dem regionalen Markt dar, insbesondere im Handel mit Serbien. Obwohl es kein offizielles Importverbot gibt, wurden verschiedene administrative Hindernisse und komplizierte Verfahren eingeführt, die den Warenfluss verlangsamt haben. Das Ergebnis ist niederschmetternd, denn der Export ist von einer Million zweihunderttausend Litern auf nur zweihunderttausend gefallen. Das Ausbleiben einer Reaktion des Staates, der ähnliche Schutzmaßnahmen einführen könnte, um mit gleicher Münze heimzuzahlen, hat die Landwirte in einem ungleichen Marktwettbewerb ohne jeglichen Rückhalt gelassen.

Fehlende institutionelle Empathie

Die Landwirte sind enttäuscht vom kalten Verhalten der zuständigen Institutionen, die kein Verständnis für grundlegende existenzielle Probleme zeigen. Wenn von einem Preis von fünfunddreißig Eurocent pro Liter importierter Milch die Rede ist, werden die Transportkosten und die Qualitätsunterschiede, die für das heimische Produkt sprechen, oft vergessen. Ohne eine klare Vision und den Schutz der eigenen Ressourcen ist die Milchwirtschaft in Bosnien und Herzegowina der Willkür der Importlobbys überlassen.

Das Schicksal der Milchwirtschaft in Bosnien und Herzegowina hängt derzeit ausschließlich vom Willen der Verarbeiter und den Interessen großer Importeure ab. Ohne ein dringendes Eingreifen des Staates und die Einführung konkreter Maßnahmen zum Schutz der heimischen Produktion könnte der Sektor mit einem vollständigen Kollaps konfrontiert werden. Anstatt die Selbstversorgung und die Ernährungssicherheit für die eigene Bevölkerung zu fördern, erlaubt das System, dass ausländische Überschüsse die heimischen Höfe ersticken, was langfristig zu einer vollständigen Abhängigkeit von Importen und zum Verschwinden der traditionellen Lebensweise auf dem Land führt.