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Bekannter Gewerkschafter: Ein würdiger Nettolohn in Kroatien sollte 2.025 Euro betragen

25.09.2025

Bekannter Gewerkschafter: Ein würdiger Nettolohn in Kroatien sollte 2.025 Euro betragen

Der Präsident der Neuen Gewerkschaft, Mario Iveković, erklärte, dass ein würdiger Lohn in Kroatien 2025 Euro netto betragen sollte.

Er erklärt, dass dieser Betrag die grundlegenden Lebenshaltungskosten decken sollte, von Nahrung, Wohnen und Transport bis hin zur Bildung der Kinder, Gesundheitsversorgung und der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, schreibt das Portal N1. Kroatien ist das einzige Land in der Europäischen Union, das eine verfassungsmäßige Definition eines würdigen Lohns hat, weshalb die Gewerkschaften auch dessen offizielle Berechnung fordern.

Iveković führte an, dass im letzten Jahrzehnt ein bedeutender Fortschritt zu beobachten sei, da der Mindestlohn vor einigen Jahren nur 27 Prozent des würdigen Lohns abdeckte, während er heute bei fast 40 Prozent liegt. In den Nachbarländern bewegt sich dieses Verhältnis weiterhin zwischen 25 und 30 Prozent, doch die Gewerkschaften warnen, dass dies trotz des Fortschritts nicht ausreicht. Iveković lobte dabei die Regierungsmaßnahmen, mit denen die Mindestlöhne systematisch erhöht werden, und äußerte die Erwartung, dass das Versprechen eines Brutto-Mindestlohns von 1250 Euro bis zum Ende der Amtszeit erfüllt werde.

Die Gewerkschaften erinnern daran, dass der würdige Lohn das Ergebnis einer Berechnung auf Grundlage der tatsächlichen Lebenshaltungskosten ist, während der Mindestlohn eine politische Entscheidung ist. "Unser Wunsch ist, dass ein Arbeitnehmer für 40 Arbeitsstunden einen Lohn erhält, mit dem er die Kosten decken kann", betonte Iveković und fügte hinzu, dass der Mindestlohn nicht besteuert werden sollte. Besonders warnte er vor dem Druck der Arbeitgeber vor jeder Lohnerhöhung sowie vor ihrem Versuch, den Arbeitnehmern durch inoffizielle Absprachen Einkommen unterhalb der gesetzlichen Grenzen zu belassen.

Auf der Pressekonferenz betonte die Präsidentin der Unabhängigen Gewerkschaft der Arbeitnehmer Kroatiens, Marina Palčić, dass ein würdiger Lohn den Arbeitnehmern auch gesellschaftliches Leben und Zeit zur Erholung sichern müsse. "Man versucht, die Arbeitnehmer davon zu überzeugen, dass ein bescheidenes Leben den Verzicht auf grundlegende persönliche Bedürfnisse und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben bedeutet", erklärte sie. Besonders warnte sie vor der Praxis im Handelssektor, wo Arbeitgeber häufig ausschließlich den Mindestlohn in die Verträge eintragen, während der Rest mündlich vereinbart wird.