Belgische Postboten helfen neben der Zustellung auch Senioren: Würde das auf dem Balkan funktionieren?
13.05.2025

Fotografie / Photo: Freepik
Die Einsamkeit älterer Menschen wird in Europa zu einer immer größeren Herausforderung und trat besonders während der Pandemie deutlich hervor, als viele den täglichen Kontakt zu Familie und Gemeinschaft verloren.
Belgien hat auf dieses Problem mit einer innovativen Lösung reagiert: Postboten haben eine neue, gesellschaftlich wichtige Rolle erhalten, schreibt index.hr.
Programm namens 'bclose'
Der nationale Postdienst hat das Programm 'bclose' gestartet, durch das Postboten während der Postzustellung ältere Menschen besuchen, die sich für das Programm angemeldet haben. Während dieser Besuche fragen die Postboten sie, wie sie sich fühlen, beobachten ihren Gesundheitszustand und erfassen ihre Bedürfnisse. Wenn sie Anzeichen von Einsamkeit, Depression oder anderen Schwierigkeiten bemerken, informieren sie sofort die lokalen Sozialdienste, die rechtzeitig reagieren können.
Dieser Ansatz hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen, da Postboten, die täglich Haushalte aufsuchen, oft als Erste Veränderungen bemerken, die sonst unbemerkt geblieben wären. Bevor sie ihre Runde beginnen, absolvieren die Postboten eine spezielle Schulung im Bereich der Sozialfürsorge.
Das Modell breitet sich aus
Das belgische Modell wurde auch von anderen europäischen Ländern erkannt. Die französische Post bietet älteren Menschen die Möglichkeit von Besuchen durch Postboten an, und ähnliche Dienstleistungen werden auch in Finnland entwickelt. Dieses Beispiel zeigt, dass die Fürsorge für ältere Menschen einfach sein kann und gleichzeitig äußerst wirksam ist, wenn die gesamte Gemeinschaft daran beteiligt ist.
Würde ein solches Programm auch im Balkanraum Fuß fassen?
Angesichts der Tatsache, dass auch die Länder der Region einen immer größeren Anteil älterer Bevölkerung sowie ein wachsendes Problem der Einsamkeit verzeichnen, könnte eine solche Initiative großes Potenzial haben. Viele ältere Menschen in Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie in anderen Staaten des Balkans leben allein oder sind von ihrer Familie entfernt, was das Gefühl der Isolation zusätzlich verstärkt.
Obwohl Familie und Verwandte oft die wichtigste Unterstützungsquelle sind, zeigt sich in der Praxis, dass dieses Netzwerk nicht immer ausreicht, insbesondere in kleineren Gemeinden oder bei jenen, die allein leben.
Die Einführung eines ähnlichen Programms, bei dem Postboten oder andere Außendienstmitarbeiter ältere Menschen regelmäßig besuchen würden, könnte eine rechtzeitige Erkennung von Problemen und eine schnellere Reaktion der Sozialdienste ermöglichen. Natürlich wäre für eine erfolgreiche Umsetzung zusätzliche Schulung und Unterstützung für die Postboten erforderlich, aber das belgische Beispiel zeigt, dass mit guter Organisation und Zusammenarbeit der lokalen Gemeinschaft bedeutende Ergebnisse erzielt werden können.









