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Ganz am Ende der Liste: Kroatische Rentner decken kaum 60 % der Lebenshaltungskosten

03.02.2026

Ganz am Ende der Liste: Kroatische Rentner decken kaum 60 % der Lebenshaltungskosten

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen jeden Monat eine Lebensrechnung in Höhe von 100 Euro, haben aber nur 60 im Portemonnaie. Wer bezahlt die restlichen 40? Niemand weiß es, aber genau so sieht das finanzielle Blutbild des durchschnittlichen kroatischen Rentners aus.

Laut der neuesten Analyse von DataPulse Research, die die Rentensysteme in 30 europäischen Ländern unter die Lupe genommen hat, landete Kroatien unrühmlich ganz am Ende. Die Untersuchung verglich, wie viel die staatliche Altersrente tatsächlich von den realen Lebenshaltungskosten älterer Bürger decken kann, und das Fazit für unsere Rentner ist niederschmetternd.

Mathematik des Überlebens: Uns fehlen 40 %

Die Zahlen sind unerbittlich und, ehrlich gesagt, ziemlich unangenehm. Die Analyse zeigt, dass ein durchschnittlicher Rentner, also ein Bezieher einer staatlichen Altersbruttorente in Kroatien jährlich etwa 5.600 Euro Rente erhält. Andererseits wird geschätzt, dass er für Leben, Nahrung, Nebenkosten, Wohnen und Grundbedürfnisse im selben Jahr etwa 9.300 Euro braucht.

Wenn man das auf Papier bringt, kommt man auf den Prozentsatz, der schmerzt, die Rente deckt nur etwa 60 % der Kosten. Dieses 'Loch' von 40 % bleibt offen.

Einfach gesagt: Die staatliche Rente in Kroatien reicht nicht mehr für ein selbstständiges Leben. Sie ist kein 'goldener Herbst', sondern bestenfalls ein Fundament, auf das etwas aufgebaut werden muss, um zu überleben. Aber wie?

Wie werden die Löcher gestopft?

Wenn Sie sich fragen, wie unsere Leute mit diesem Minus überleben, kennen Sie die Antwort wahrscheinlich selbst aus den Geschichten Ihrer Eltern oder Nachbarn.

Die Analyse legt klar nahe, dass die staatliche Rente nirgendwo in Europa als einzige Einkommensquelle gedacht ist, aber bei uns ist diese Kluft drastisch. In der Praxis wird das Defizit von 40 % auf verschiedene, oft schmerzhafte Weise ausgeglichen. Wer das Glück hatte, etwas zu sparen, gibt das jetzt aus, während immer mehr Rentner in Teilzeit oder Vollzeit arbeiten müssen. Kinder und Enkel helfen oft, indem sie Nebenkosten bezahlen oder Lebensmittel kaufen. Die häufigste und traurigste Methode ist der Verzicht: Reparaturen im Haus werden verschoben, die Heizung wird reduziert, und ein Besuch beim Privatarzt wird unerschwinglich.

Wer lebt in Europa besser?

Interessant ist zu sehen, wer am anderen Ende dieser Skala steht. Während wir jeden Cent zählen, ist in vier europäischen Ländern die durchschnittliche staatliche Rente tatsächlich höher als die geschätzten Lebenshaltungskosten. Das sind Spanien, Tschechien, Polen und Rumänien.

Dortige Rentner sind statistisch gesehen im Plus. Nahe der 'positiven Null' liegen Bulgaren und Dänen, wo die Renten den Kosten um weniger als 10 % hinterherhinken.

Kroatien befindet sich leider in der Gesellschaft der Länder mit dem größten Minus, und dicht 'auf den Fersen' sind uns Slowenien, Ungarn und Norwegen. Obwohl Norwegen wegen der außergewöhnlich hohen Lebenshaltungskosten trotz hoher Renten ein Sonderfall ist.

Lebensmittel und Nebenkosten: Kosten, die sich nicht vermeiden lassen

Warum ist dieses Verhältnis für unsere Rentner so gefährlich? Weil laut den Daten der größte Teil des Geldes im Alter für zwei Posten draufgeht, auf die man nicht verzichten kann: Wohnen mit Nebenkosten und Nahrung.

Das sind keine Luxusausgaben, die man einfach streichen kann. Man kann nicht aufhören zu essen und auch nicht aufhören, Strom zu bezahlen. Genau deshalb spüren Rentner mit einem solchen Verhältnis von Einkommen und Kosten jedes Mal als Erste den Schlag, wenn Lebensmittel oder Energieträger teurer werden. Ihr Budget hat keine 'Luft', um Preissteigerungen abzufedern.

Was bedeutet das eigentlich?

Damit es keine Missverständnisse und falschen Auslegungen gibt, weist DataPulse Research auf mehrere wichtige Dinge hin. Hier werden Bruttobeträge staatlicher Renten verglichen, also das, was der Staat auszahlt, und nicht unbedingt das, was nach allen Abzügen auf dem Konto landet, obwohl die Besteuerung von Renten bei uns spezifisch ist, und die geschätzten Lebenshaltungskosten auf Eurostat-Daten beruhen.

Außerdem handelt es sich um einen statistischen Durchschnitt. Das bedeutet nicht, dass jedem Rentner genau 40 % fehlen, sondern dass das System auf Ebene des gesamten Staates ein solches Ergebnis erzeugt. Die persönliche Situation mancher kann besser sein, aber leider ist sie für viele auch schlechter.

Die Botschaft dieser Analyse für Kroatien ist eine klare Warnung. Die Zahl von 40 % Defizit ist nicht nur Statistik, sie ist die Diagnose eines Systems, in dem die staatliche Rente keine Sicherheit mehr garantiert, sondern Kampf. Für diejenigen, die erst auf die Rente zugehen, ist das ein Signal, dass sie sich nicht vollständig auf den Staat verlassen können. Für diejenigen, die bereits in ihr sind, ist es nur eine Bestätigung dessen, was sie jedes Mal spüren, wenn sie in den Laden gehen.