Deutsche sparen mehr und erwarten sinkende Kaufkraft
29.06.2023

Forscher mit Sitz in Nuernberg veröffentlichten monatliche Untersuchungen zur Stimmung und zum Konsum der deutschen Bürger.
Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im Juni verschlechtert und spiegelt Einschätzungen einer nachlassenden Kaufkraft und einer schwächelnden Wirtschaft unter dem Druck gestiegener Kreditkosten wider, wie Daten der Marktforschungsgruppe GfK zeigten.
Die Erwartungen der Bürger hinsichtlich der Einkommen, insbesondere aber hinsichtlich der Wirtschaft, haben sich in letzter Zeit erneut verschlechtert, stellte GfK in der Studie zum Konsumklima im auslaufenden Monat fest.
Forscher mit Sitz in Nuernberg veröffentlichten monatliche Untersuchungen zur Stimmung und zum Konsum der deutschen Bürger.
„Die aktuelle Entwicklung der Verbraucherstimmung zeigt erneut eine erhöhte Unsicherheit“, sagte GfK-Verbraucherexperte Rolf Buerkl.
„Dies zeigt sich unter anderem auch in der erneuten Zunahme der Sparneigung in diesem Monat“, fügte er hinzu.
In den vergangenen acht Monaten hat sich die Verbraucherstimmung von Monat zu Monat leicht verbessert, doch in der Juni-Umfrage prognostiziert GfK erstmals seit mehreren Monaten eine leichte Verschlechterung.
Die hartnäckig hohe Inflation in der größten europäischen Volkswirtschaft, die derzeit bei rund sechs Prozent liegt, „zehrt die Kaufkraft der Bürger spürbar auf und verhindert, dass der private Konsum einen positiven Beitrag leistet“, sagte Buerkl.
Wie er jedoch hinzufügte, lässt die Inflation derzeit nach, was bessere Tage signalisieren könnte.
Die Verbraucherstimmung wird auch durch den Konflikt innerhalb der regierenden Koalition über den vorgeschlagenen Gesetzentwurf zur Beheizung von Haushalten beeinflusst, der den Ersatz von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Systemen durch umweltfreundlichere vorsieht.
Die Sorge über potenzielle Anfangskosten neuer Heizsysteme bremst Investitionen in anderen Bereichen, so GfK.
Die in die Umfrage einbezogenen Haushalte erwarten in diesem Jahr eine geringere Kaufkraft, angesichts der hartnäckig hohen Inflation, die durch Lohnerhöhungen nicht ausgeglichen werden wird.
Auch in ihren Prognosen für die Wirtschaft sind sie deutlich pessimistischer, angesichts der anhaltenden Erhöhung der Leitzinsen in der Eurozone.
Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal in eine Rezession gerutscht, die sich auch in den Ergebnissen der Eurozone zeigte, und die Europäische Zentralbank erklärt, dass sie trotz der nachlassenden Aktivität mit den Zinserhöhungen noch nicht fertig ist.
GfK führt jeden Monat eine Umfrage unter ungefähr 2.000 Bürgern für die Zwecke der Untersuchung der Verbraucherstimmung durch. Die Ergebnisse stammen aus der von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen GfK-Untersuchung Consumer Climate MAXX.
Quelle: poslovni.hr










