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Deutschland braucht fast eine Million Sozialwohnungen mehr

19.01.2024

Deutschland braucht fast eine Million Sozialwohnungen mehr

BERLIN – Der Verband der Mietervereine, die Baugewerkschaft und gesellschaftlich-industrielle Verbände haben am Dienstag die zuständigen Stellen aufgefordert, dringend die Voraussetzungen für den Bau von Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen zu schaffen.

Unter Berufung auf eine Studie des Pestel-Instituts in Hannover schätzte der Verein Soziales Wohnen, dass 910.000 Sozialwohnungen fehlen.

Ende 2022 gab es in Deutschland 1,088 Millionen Sozialwohnungen, laut Angaben des Instituts. Soziales Wohnen schätzt, dass bis 2030 zwei Millionen Einheiten erforderlich sein werden, nur um die Situation aus dem Jahr 2007 wiederherzustellen.

Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Berlin haben mit 206.000, 195.000 und 131.000 das größte Defizit an Sozialwohnungen.

Der Verband fordert, dass die Bundes- und Landesregierung 50 Milliarden Euro für den Bau bereitstellen, und warnt, dass dies der einzige Weg ist, auf dem Deutschland das Regierungsziel von 100.000 neuen Sozialwohnungen pro Jahr erreichen kann.

Darüber hinaus schlägt er vor, die Mehrwertsteuer auf Sozialwohnungen von den üblichen 19 auf sieben Prozent zu senken.

Die Regierung hätte längst einräumen müssen, dass sie das Versprechen, das sie zu Beginn ihrer Amtszeit gegeben hatte, nicht erfüllen wird, nämlich die Voraussetzungen für den Bau von 400.000 Wohneinheiten pro Jahr zu schaffen, von denen ein Viertel Sozialwohnungen sein sollten.

Der Plan wurde durch Engpässe in der Versorgung, Arbeitskräftemangel und später durch Inflation und steigende Zinssätze behindert.

Die Miete für eine Sozialwohnung in Deutschland wird von der Regierung reguliert. Diese Wohnungen dürfen nur von Personen mit Einkommen unterhalb einer bestimmten Grenze gemietet werden.

Nach einiger Zeit erwerben die Eigentümer von Sozialwohnungen jedoch das Recht, zu Marktbedingungen zu vermieten, weshalb die Zahl solcher Wohnungen seit Jahren sinkt.

Quelle: seebiz.eu