Düstere Prognosen aus Deutschland: Das Ende der Elektroautos? Lithiumknappheit schon 2030
06.07.2022

Um den stetig wachsenden Bedarf der Automobilindustrie zu decken, müsste die Lithiumproduktion in den nächsten sieben Jahren um das Siebenfache steigen
Ohne Batterien gibt es keine Elektromobilität, und dass ihre Produktion bereits bis zum Ende des Jahrzehnts gefährdet sein könnte, kündigt die deutsche staatliche Rohstoffagentur (DERA) an. Ihren Erwartungen zufolge könnte mit dem Anstieg der Batterieproduktion für Autos bis 2030 ein weltweiter Mangel an Lithium entstehen, dem wichtigsten Rohstoff für die Herstellung moderner Batterien für Autos, aber auch für Mobiltelefone, Laptops…
DERA hat berechnet, dass der weltweite Lithiumverbrauch im Jahr 2030 zwischen 316.000 und 558.800 Tonnen liegen könnte. Im Jahr 2020 betrug die weltweite Lithiumproduktion 82.000 Tonnen, von denen nur 50 Prozent rein genug waren, um für die Batterieproduktion verwendet zu werden.
Um den stetig wachsenden Bedarf der Automobilindustrie zu decken, müsste die Lithiumproduktion in den nächsten sieben Jahren um das Siebenfache steigen, was schwer umsetzbar ist, wenn man bedenkt, dass die Produktion in den letzten vier Jahren auf einem Niveau zwischen 80 und 100 Tausend Tonnen stagniert.
Derzeit ist Australien der größte Lithiumproduzent der Welt. Aus seinen Minen kamen im Jahr 2020 49 Prozent der gesamten Weltproduktion. An zweiter Stelle steht Chile mit 22 Prozent, China produzierte 17 Prozent und Argentinien 7,5 Prozent. Die Lithiumindustrie ist somit im Wesentlichen auf nur vier Staaten der Welt konzentriert, was ein zusätzliches Problem sein könnte. Batterierecycling sollte den Bedarf an neuen Lithiumquellen verringern, befindet sich jedoch noch in den Anfängen, und derzeit gibt es weltweit nur einige wenige solche Pilotprojekte.
Von diesem Problem wird die europäische Industrie besonders betroffen sein. Prognosen zufolge wird Europa selbst bei größtmöglichen Anstrengungen bis 2030 nur 34 Prozent des Lithiums für den eigenen Bedarf selbst produzieren, während das Recycling höchstens weitere 10 Prozent bringen würde. Den Rest müsste man importieren. Der größte europäische Lithiumproduzent ist derzeit Portugal mit etwa 1 Prozent der Weltproduktion.
Schon früher hatten viele Automobilhersteller Befürchtungen geäußert, dass es bereits bis 2025 zu einem globalen Mangel an Batterien für Elektroautos kommen könnte.
Quelle: jutarnji.hr









