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EU-Kommission: Kroatien erholt sich zu schnell und erhält deshalb weniger Geld

06.07.2022

EU-Kommission: Kroatien erholt sich zu schnell und erhält deshalb weniger Geld

Kroatien wird aufgrund der schnellen Erholung von den Folgen der Coronakrise nach dem aktualisierten Schlüssel für die Zuteilung von Zuschüssen an die Mitgliedstaaten, den die Europäische Kommission am Donnerstag veröffentlicht hat, weniger Mittel aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) erhalten.

Die Kommission hat eine Tabelle veröffentlicht, wonach Kroatien aus der RRF etwas mehr als 5,5 Milliarden Euro an Zuschüssen erhalten wird, während zuvor 6,3 Milliarden Euro vorgesehen waren.

Der Schlüssel für die Zuteilung von 70 Prozent der nationalen Zuschussallokation basierte auf der Bevölkerungszahl, dem BIP pro Kopf im Verhältnis zum EU-Durchschnitt und der durchschnittlichen Arbeitslosenquote im Zeitraum 2015–2019 im Verhältnis zum Durchschnitt der Union. Für die verbleibenden 30 Prozent werden der reale Rückgang des BIP im Corona-Jahr 2020 sowie die gesamte Entwicklung der Wirtschaftstätigkeit im Zeitraum 2020–2021 berücksichtigt.

Nach dem neuen Schlüssel wurde die Differenz zwischen der Schätzung des BIP-Wachstums in der wirtschaftlichen Herbstprognose für 2020, die zum Zeitpunkt des Erlasses der Verordnung die neueste verfügbare Wirtschaftsprognose war, und den aktualisierten Daten auf Grundlage der tatsächlichen BIP-Entwicklung im Zeitraum 2020-2021 berücksichtigt.

Dies führte dazu, dass Länder, die sich schneller erholt haben, als es nach den wirtschaftlichen Herbstprognosen für 2020 erwartet wurde, etwas weniger erhalten werden, während jene mit langsamerer Erholung etwas mehr Mittel bekommen.

Nach den von Eurostat veröffentlichten vorläufigen Daten für Kroatien ist die kroatische Wirtschaft 2020 um 8,1 Prozent gefallen, hat sich jedoch schnell erholt und 2021 ein BIP-Wachstum von 10,2 Prozent verzeichnet, was bedeutet, dass die Wirtschaft bereits im vergangenen Jahr das Niveau vor der Coronakrise überschritten hat, während die Kommission erwartet hatte, dass dies erst 2022 geschehen würde.

In den wirtschaftlichen Herbstprognosen, die am 5. November 2020 veröffentlicht wurden und als Grundlage für die erste Berechnung der nationalen Allokationen dienten, schätzte die Kommission, dass die kroatische Wirtschaft in jenem Jahr um 9,6 Prozent fallen werde, 2021 ein Wachstum von 5,7 Prozent und 2022 ein Wachstum von 3,7 Prozent verzeichnen werde.

Quelle: priznajem.hr