Plus
Anzeige schalten

EU-Kommission plant 16,8 Milliarden Euro für Kroatien

18.07.2025

EU-Kommission plant 16,8 Milliarden Euro für Kroatien

Foto: 'Visit of Ursula von der Leyen to Bosnia and Herzegovina, 2024.# Europska komisija / Audiovizualna služba. Licensed under CC BY 4.0 (aus dem Originalfoto zugeschnitten)

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, dass Kroatien im Zeitraum von 2028 bis 2034 über den mehrjährigen europäischen Haushalt 16,8 Milliarden Euro erhalten soll. Dieser Betrag ist innerhalb der nationalen und regionalen Pläne vorgesehen, mit besonderem Schwerpunkt auf Mitteln für Kohäsion und Landwirtschaft.

Die Europäische Kommission veröffentlichte am 16. Juli 2025 ihren Vorschlag für den nächsten langfristigen Haushalt der Europäischen Union, bekannt als Mehrjähriger Finanzrahmen (MFR), für den Zeitraum von 2028 bis 2034. Dieser Vorschlag erreicht fast zwei Billionen Euro beziehungsweise 1,26 Prozent des durchschnittlichen Bruttonationaleinkommens der Europäischen Union und unterstreicht den Anspruch der Union, in den kommenden Jahren unabhängig, sicherer und wettbewerbsfähiger zu sein

Kroatien unter den größten Empfängern

Für Kroatien ist eine nationale Zuweisung in Höhe von 16,8 Milliarden Euro über sieben Jahre vorgesehen, einschließlich Mitteln für Kohäsion und Landwirtschaft, aber auch gezielt ausgerichteten Mitteln für Migration, Sicherheit und innere Angelegenheiten (1,3 Milliarden Euro) sowie Projekte zum Klimaschutz (1 Milliarde Euro). Diese Mittel sind für nationale und regionale Partnerschaftspläne bestimmt, wodurch sich Kroatien als bedeutender Empfänger von Mitteln für eine ausgewogene regionale Entwicklung, Modernisierung und das Erreichen von Klimazielen hervorhebt.

Zum Vergleich: Aus dem derzeitigen MFR für den Zeitraum 2021–2027 standen Kroatien etwas weniger als 15 Milliarden Euro aus der Haushaltszuweisung zur Verfügung, während die gesamte Verfügbarkeit von Mitteln, einschließlich des sogenannten Next Generation EU-Instruments, dank zusätzlicher Erholungsmaßnahmen nach der Pandemie sogar 25 Milliarden Euro überstieg.

Haushaltsposten für Entwicklung und Innovationen

Neben den nationalen Zuweisungen werden die Mitgliedstaaten auch Mittel aus anderen Teilen des Haushalts nutzen können, insbesondere aus dem neuen Wettbewerbsfonds im Wert von 450 Milliarden Euro, dessen Ziel es ist, Innovationen, Investitionen in die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft, Sicherheit, die Verteidigungsindustrie und Weltraumtechnologien zu fördern. Innerhalb dieses Fonds sind sogar 131 Milliarden Euro für Verteidigungs- und Weltraumprojekte vorgesehen, was fünfmal mehr ist als das derzeitige Investitionsniveau der Europäischen Union in den Verteidigungssektoren auf Unionsebene.

Zusätzlich setzen Entwicklungsprogramme wie Interreg und andere Instrumente der Kohäsionspolitik die Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten fort, und allein für das Interreg-Programm wurden auf Ebene der gesamten Union 10 Milliarden Euro vorgeschlagen.

Prioritäten des neuen Haushalts

Der MFR-Vorschlag stärkt die Flexibilität bei der Mittelverteilung und ermöglicht der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten eine schnellere und wirksamere Reaktion auf Krisensituationen und unvorhergesehene Herausforderungen wie Migration, Ernährungssicherheit oder Verteidigung. Vorgesehen sind auch bedeutende Investitionen in die Energie- und Digitalwende, die Krisenvorsorge und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, mit besonderem Schwerpunkt auf ausgewogener regionaler Entwicklung, Innovationen und der Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Union.

Die Verhandlungen beginnen erst

Dieser Vorschlag stellt den Beginn eines langwierigen Verhandlungsprozesses dar, an dem das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union beteiligt sein werden; die endgültige Annahme ist für Januar 2028 geplant. Es wird erwartet, dass die Mitgliedstaaten jede Haushaltsposition und ihre Auswirkungen auf nationale Prioritäten eingehend prüfen, während der erste Entwurf des Verhandlungsrahmens bis zum Jahresende ausgearbeitet werden soll, damit ihn die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten auf dem Gipfel in der zweiten Dezemberhälfte erörtern können.

Der neue Haushaltsvorschlag der Europäischen Union für den Zeitraum 2028–2034 sichert Kroatien einen Rekordrahmen für Investitionen in Entwicklung, Sicherheit und Wandel und bringt zugleich Chancen und Herausforderungen für die künftige Planung des Staatshaushalts mit sich. Angesichts der bevorstehenden mehrjährigen Verhandlungen werden erst die endgültigen Zahlen zeigen, ob Kroatien letztlich den vollen Umfang der vorgesehenen Mittel erhalten wird.