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Überraschend robustes Kroatien: Staatsverschuldung stabiler als in vielen EU-Volkswirtschaften

22.01.2026

Überraschend robustes Kroatien: Staatsverschuldung stabiler als in vielen EU-Volkswirtschaften

Der neueste Eurostat-Bericht über den Zustand der öffentlichen Finanzen im dritten Quartal 2025 bringt äußerst positive Nachrichten für die kroatische Wirtschaft, die sich inmitten europäischer Finanzverwerfungen durch fiskalische Disziplin und Stabilität auszeichnet.

Während die durchschnittliche Verschuldung in der Eurozone steigt und besorgniserregende 88,5 % des Bruttoinlandsprodukts erreicht, setzt die Republik Kroatien ihren Weg der finanziellen Gesundung fort.

Offizielle Daten zeigen, dass die kroatische Staatsverschuldung auf 57,2 % des BIP gesunken ist, womit sich das Land fest innerhalb der sicheren Rahmenbedingungen positioniert hat, die durch die europäischen Maastricht-Regeln vorgeschrieben sind, welche die Stabilitätsgrenze bei 60 % festlegen.

Milliarden Euro im Kontext der Stabilität

Wenn diese Prozentsätze in konkrete Geldbeträge übersetzt werden, belief sich die Gesamtverschuldung des Staates Ende September 2025 auf 51,8 Milliarden Euro. Obwohl es sich auf den ersten Blick um eine große Geldsumme handelt, ist dieser Betrag in der Welt der Staatsfinanzen für die Größe der kroatischen Wirtschaft sehr gut beherrschbar geworden.

Gerade dieses Verhältnis von 57,2 % ordnet Kroatien in die Gruppe der Länder ein, die ihre Verpflichtungen erfolgreich kontrollieren, im Gegensatz zum Durchschnitt der Europäischen Union, der auf 82,1 % gestiegen ist. Dieses Ergebnis gewinnt zusätzlich an Gewicht, wenn man es mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres vergleicht, denn es ist ein klarer Trend zur Verringerung der Schuldenlast sichtbar, was ein wichtiges Signal an internationale Investoren ist, dass Kroatien ein sicherer Hafen für ihr Kapital ist.

Deutschland und Österreich schauen uns hinterher

Besonders interessant ist der Vergleich mit Staaten, die jahrzehntelang als Synonym für wirtschaftliche Stärke und Sparsamkeit galten. Deutschland, der Motor der europäischen Wirtschaft, verzeichnet nun eine Staatsverschuldung von 63 % des BIP, was in absoluten Zahlen schwindelerregende 2.787 Milliarden Euro bedeutet.

Damit ist die größte europäische Volkswirtschaft auch offiziell nach dem entscheidenden Kriterium des BIP-Anteils stärker verschuldet als Kroatien.

Noch ungünstiger ist die Lage in Österreich, dessen Verschuldung hohe 83,7 % des BIP beziehungsweise 423,8 Milliarden Euro in Geldwert erreicht hat.

Auch das benachbarte Slowenien verzeichnet mit einer Verschuldung von 67,6 % des BIP, was 46,9 Milliarden Euro entspricht, ein höheres Verschuldungsniveau als Kroatien.

Im Vergleich zu diesen Zahlen wirken die kroatischen öffentlichen Finanzen mit 51,8 Milliarden Euro und einem Anteil unter 60 % derzeit deutlich widerstandsfähiger.

Was bedeuten diese Zahlen für die Bürger?

Für den durchschnittlichen Bürger können diese Millionen- und Prozentbeträge abstrakt wirken, doch ihre Bedeutung ist sehr konkret. Einfach gesagt stellt das BIP den gesamten jährlichen Verdienst des Staates dar, während die Staatsverschuldung die Summe aller Kredite und Minusbeträge ist. Wenn wir sagen, dass die kroatische Verschuldung 57,2 % beträgt, bedeutet das, dass der Staat theoretisch alle seine Schulden zurückzahlen könnte, indem er nur die Einnahmen aus sieben Monaten Arbeit nutzt.

Andererseits müssten Staaten wie Italien, das gewaltige 3.080 Milliarden Euro oder 137,8 % seines BIP schuldet, fast anderthalb Jahre arbeiten, nur um alte Schulden zu decken, ohne auch nur einen Cent für Gehälter, Renten oder das Gesundheitswesen auszugeben.

Das bringt Kroatien in eine günstige Lage, weil ein geringerer Teil der Steuereinnahmen für die Zahlung von Zinsen an Banken aufgewendet werden muss und mehr für öffentliche Bedürfnisse übrig bleibt.

Besorgniserregende Lage im Süden und Westen Europas

Während Kroatien seine Erfolge zählt, sieht sich der Rest des Kontinents mit ernsthaften Herausforderungen konfrontiert. Absoluter europäischer Rekordhalter bei der Höhe der Verschuldung ist Griechenland mit einem Anteil von 149,7 % des BIP, obwohl ein rückläufiger Trend zu verzeichnen ist.

Große Besorgnis unter Wirtschaftsanalysten löst Frankreich aus, dessen Verschuldung 117,7 % des BIP erreicht hat und weiter wächst. In absoluten Zahlen hat die französische Verschuldung die Grenze von unglaublichen 3.482 Milliarden Euro überschritten, was der höchste nominale Schuldenbetrag in der gesamten Europäischen Union ist.

Demgegenüber steht Estland, der Champion fiskalischer Disziplin, mit einer Verschuldung von nur 22,9 % des BIP oder lediglich 9,4 Milliarden Euro.

Grundlage für Widerstandsfähigkeit in unsicheren Zeiten

Die Eurostat-Daten bestätigen die Richtigkeit der aktuellen Fiskalpolitik und der verantwortungsvollen Haushaltsführung. Kroatien hat es geschafft, die Phase des Wirtschaftswachstums zu nutzen, um die relative Schuldenlast unter die psychologische Grenze von 60 % zu senken und damit den notwendigen Handlungsspielraum für die Zukunft zu schaffen.

Die Tatsache, dass wir nach dem Verschuldungskriterium besser dastehen als Wirtschaftsgiganten wie Deutschland oder das wohlhabende Österreich, ist nicht nur ein statistischer Sieg, sondern ein konkreter Indikator für Stabilität. In einer Welt, in der die Zinssätze plötzlich steigen können, bedeutet es, die Verschuldung auf einem Niveau von 51,8 Milliarden Euro unter Kontrolle zu halten, sicherzustellen, dass künftige Generationen nicht zu Geiseln des heutigen Konsums werden.