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Gehälter von Straßenbahnfahrern in Frankfurt: 3.120 bis 3.555 Euro brutto plus Zulagen

02.02.2026

Gehälter von Straßenbahnfahrern in Frankfurt: 3.120 bis 3.555 Euro brutto plus Zulagen

Heute, am Montag, dem 2. Februar 2026, werden aufgrund eines Warnstreiks im Zusammenhang mit Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen im lokalen Nahverkehr in ganz Deutschland große Störungen im öffentlichen Verkehr erwartet.

Der Streik wurde von der Gewerkschaft ver.di organisiert und erfasste eine große Zahl von Städten und Bundesländern, darunter Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt.

Während Fahrgäste nach alternativen Routen suchen, bleibt die konkreteste Frage dieselbe: Wie viel verdienen Straßenbahn- und U-Bahn-Fahrer in Deutschland eigentlich. Verfügbare Daten aus Stellenanzeigen und dem Tarifvertrag für den lokalen Nahverkehr in Hessen vermitteln ein ziemlich genaues Bild des Grundbruttogehalts, der Zuschläge und der jährlichen Auszahlungen.

In Deutschland werden Gehälter fast immer als Bruttobeträge kommuniziert, während das Nettogehalt von der Steuerklasse und den persönlichen Umständen abhängt. Deshalb werden reale Vergleiche in erster Linie auf Bruttoebene vorgenommen.

Wie hoch ist das Gehalt während der Ausbildung und nach der Qualifizierung?

Der Frankfurter Verkehrsbetrieb Verkehrsgesellschaft Frankfurt richtet sich in Anzeigen gezielt auch an Menschen, die den Beruf wechseln, schreibt Fenix Magazin. Angegeben wird eine interne Ausbildung von etwa drei Monaten. Während der Ausbildung werden 3.403,64 Euro brutto monatlich gezahlt. Nach bestandener Qualifizierung steigt das Grundgehalt auf 3.554,94 Euro brutto monatlich.

Gehälter nach Tarifvertrag in Hessen

Die Bezahlung in Frankfurt orientiert sich am Tarifvertrag für den lokalen Nahverkehr in Hessen. In der Einstiegsstufe liegen die tabellarischen Bruttogehälter für Straßenbahn- und U-Bahn-Fahrer je nach Entgeltgruppe ungefähr zwischen 3.120 und 3.470 Euro monatlich. Mit Erfahrung steigt das Gehalt stufenweise, typischerweise nach etwa 3, 6, 9, 12 und 15 Jahren.

Bereits vorgesehen ist auch eine neue Erhöhung der Tabellenwerte ab dem 1. Mai 2026.

Zuschläge, die das Einkommen deutlich erhöhen können

Zum Grundbruttogehalt kommen Zuschläge für Schichtarbeit hinzu, etwa für Nachtarbeit und Sonntagsarbeit. In diesem Beruf ist das keine Seltenheit, sondern ein standardmäßiger Teil des Dienstplans, sodass bei einem Teil der Beschäftigten die Zuschläge einen wichtigen Teil des Gesamteinkommens ausmachen.

Darüber hinaus sieht der Tarifvertrag eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 90 Prozent eines Monatsgehalts vor, die in der Regel im November ausgezahlt wird.

Frankfurt hat außerdem einen Ballungsraumzuschlag von 40 Cent pro Arbeitsstunde, was bei Vollzeit etwa 66 Euro monatlich ergibt.

Neben dem Grundgehalt hebt die VGF in der Anzeige besonders Elemente hervor, die das Gesamteinkommen und den Standard der Beschäftigten beeinflussen. Genannt werden ein unbefristeter Vertrag mit Probezeit, Leistungsanreize und zusätzliche Altersvorsorge über das städtische Zusatzversicherungssystem.

Zu den Benefits gehören auch eine kostenlose Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr in der Region, 30 Tage Jahresurlaub, ein subventioniertes Programm für den Zugang zu Sport- und Wellnessangeboten, Bildungsprogramme über die interne Akademie sowie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Was machen Fahrer und welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen?

Laut der Anzeige der VGF ist der Fahrer in erster Linie für eine sichere und zuverlässige Fahrt sowie für eine angemessene Information der Fahrgäste verantwortlich. Der Dienstplan ist im Schichtsystem organisiert und umfasst Wochenenden und Feiertage.

Gesucht werden Kandidaten, die mindestens 21 Jahre alt sind und einen Führerschein der Klasse B besitzen; außerdem sind sehr gute Deutschkenntnisse erforderlich, da Durchsagen für Fahrgäste gemacht und mit der Betriebszentrale kommuniziert wird. In einer späteren Phase des Verfahrens werden auch Führungszeugnisse und Daten aus dem Fahrerregister verlangt, mit Einschränkungen bei schweren Verstößen.

Warum wird gestreikt?

Die Gewerkschaft ver.di fordert bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr, höhere Zuschläge für Schichtarbeit, klarere Eingruppierungen sowie zusätzliche freie Tage. In den meisten Regionen liegt der Schwerpunkt nicht auf dem Grundgehalt, sondern auf Arbeitsbelastung, Arbeitszeit und der Nachhaltigkeit des Berufs.

Ziel der Gewerkschaft ist es, während der aktuellen Tarifrunde für fast 100.000 Beschäftigte in rund 150 kommunalen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber auszuüben.

Der Streik umfasst kommunale Verkehrsbetriebe in fast allen Bundesländern, mit Ausnahme von Niedersachsen.

Die Züge der Deutschen Bahn, einschließlich S‑Bahn und Regionalverbindungen, waren nicht vom Streik betroffen.