Immer lauter wird über einen Mindestlohn von 14 Euro ab dem 1. Januar 2024 gesprochen
03.10.2023

Sogar 33 Jahre nach der Wiedervereinigung verdienen Arbeitnehmer in Ostdeutschland noch immer deutlich weniger als im Westen. Daran hat auch die Erhöhung des gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststundenlohns nichts geändert, schreiben deutsche Medien.
Deutlich mehr Menschen in Ostdeutschland als in Westdeutschland verdienen weniger als 13 Euro pro Stunde und gehören daher zum Niedriglohnsektor. Das geht aus einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes hervor, die von der Linksfraktion im Bundestag in Auftrag gegeben wurde.
Eine Million Arbeitnehmer haben einen Stundenlohn von weniger als 13 Euro
Demnach erhält fast jeder fünfte Einwohner Ostdeutschlands weniger als 13 Euro brutto pro Stunde, also insgesamt fast eine Million Arbeitnehmer.
Besonders betroffen sind Frauen. Sogar jede Fünfte (21,4 Prozent) verdient unter diesem Betrag.
Im Westen erhält eine von sechs Personen einen Stundenlohn von weniger als 13 Euro.
Insgesamt gibt es der Auswertung zufolge bei allen untersuchten Stundenlöhnen erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West.
Erforderlicher Mindeststundenlohn von 14 Euro
Im Osten verdiente mehr als ein Drittel der Beschäftigten weniger als 15 Euro, und zwei Drittel der Beschäftigten weniger als 20 Euro pro Stunde. Im Westen hingegen verdient jeder Dritte weniger als 15 Euro, und jeder Zweite etwa 20 Euro.
„Wir brauchen ab dem 1. Januar 2024 einen Mindeststundenlohn von 14 Euro für die soziale und wirtschaftliche Einheit des Landes“, sagte der Vorsitzende der Linksfraktion Dietmar Bartsch deutschen Medien.
Die geplante Erhöhung auf 12,41 Euro ist „eine Frechheit seitens der Politiker und ein erheblicher Verlust an Reallöhnen“. Der Mindeststundenlohn beträgt derzeit 12 Euro.
„Die Unzufriedenheit im Osten brodelt“
Unmittelbar vor dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober forderte Bartsch die deutsche Regierung auf, ein Spitzentreffen einzuberufen.
„Die Unzufriedenheit im Osten brodelt“, sagte Bartsch deutschen Medien.
Daher ist ein Ostdeutschland-Gipfel notwendig.
Die deutsche Regierung müsse „eine spürbare Wende in ihrer Politik vollziehen, wenn sie nicht will, dass es bei den Landtagswahlen im Osten im nächsten Jahr zu einer politischen Katastrophe kommt“, fügte er hinzu.
Quelle: fenix-magazin.de









