Jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland erhält Extra-Zahlung: Geld kommt mit dem Juni- oder Juli-Gehalt, bis zu 2.686 Euro möglich
14.06.2024

Im privaten Sektor in Deutschland wird auch in diesem Sommer, wie schon im vergangenen Jahr, fast die Hälfte der Beschäftigten Urlaubsgeld – also eine Vergütung für den Jahresurlaub – erhalten. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage eines auf Gehälter spezialisierten Internetportals.
Die Höhe der Vergütung, die ausgezahlt wird, hat sich kaum verändert: Während sie 2023 47 Prozent des Bruttogehalts betrug, liegt sie in diesem Jahr bei 46 Prozent.
Bekannt, wann das Geld ausgezahlt wird
Das Geld wird gewöhnlich mit dem Juni- oder Juli-Gehalt ausgezahlt, berichtete das WSI am Dienstag in Düsseldorf. Die genannten Zahlen wurden auf Grundlage von Daten von fast 68.000 Arbeitnehmern vom Beginn des Mai 2023 bis zum Ende des Mai 2024 ermittelt.
In Unternehmen mit Tarifverträgen liegt diese Quote bei 74 Prozent, berichten deutsche Medien.
Ob Arbeitnehmer Urlaubsgeld erhalten oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. „Mit Abstand am wichtigsten ist, ob in dem Unternehmen ein Tarifvertrag gilt“, heißt es in der Mitteilung.
In Unternehmen des privaten Sektors, die tarifgebunden sind, erhielten rund drei Viertel (74 Prozent) der Befragten Urlaubsgeld. In Unternehmen ohne Tarifvertrag sind es nur 36 Prozent.
Dort, wo ein Tarifvertrag gilt, sind die Grundgehälter in der Regel höher, betont das Institut. „Das Urlaubsgeld ist ein echter Zusatz für Arbeitnehmer – und ein gutes Argument für tarifgebundene Arbeitgeber, die qualifizierte Arbeitskräfte suchen“, erklärte der Einkommensexperte des WSI.
Die Tarifbindung ist deutlich zurückgegangen
Allerdings ist die Tarifbindung in Deutschland seit den 1990er-Jahren deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nur noch die Hälfte aller Beschäftigten (49 Prozent) einen Tarifvertrag. Betrachtet man nur den privaten Sektor, liegt die Quote bei 42 Prozent.
Wie hoch das Urlaubsgeld ist, hängt von den genauen Bestimmungen der Tarifverträge ab. „In diesem Jahr reicht die Spanne von 186 Euro für Beschäftigte in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 2.686 Euro in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie.“
Die Daten beziehen sich auf Arbeitnehmer in der mittleren Entgeltgruppe.
Niedrigere Vergütungen in Landwirtschaft und Gastronomie
Neben der Landwirtschaft ist die Urlaubsvergütung auch im Hotel- und Gaststättengewerbe relativ niedrig: In Bayern erhalten Arbeitnehmer mit Tarifvertrag zusätzlich 240 Euro, in Sachsen 195 Euro.
Deutlich höher sind die Sonderzahlungen in der Papier verarbeitenden Industrie, der Metallindustrie, der grafischen Industrie, der Kraftfahrzeugindustrie, im Versicherungswesen, im Einzelhandel, im Baugewerbe und in der chemischen Industrie, berichten deutsche Medien.
Quelle: fenix-magazin.de









