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Deutschland plant gerechtere Bezahlung von Überstunden: Auswirkungen auf Millionen Beschäftigte

07.07.2025

Deutschland plant gerechtere Bezahlung von Überstunden: Auswirkungen auf Millionen Beschäftigte

Deutschland steht vor einer großen Veränderung, die den finanziellen Alltag von Millionen Beschäftigten grundlegend verändern könnte. Die neue Regierung plant die Einführung von Steuererleichterungen für Zuschläge auf Überstunden, was bedeutet, dass Arbeitnehmer einen größeren Teil ihres hart verdienten Geldes behalten könnten.

Laut der Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD ist klar definiert: 'Um sicherzustellen, dass sich Überstunden lohnen, werden Zuschläge für Überstunden, die über die tarifvertraglich vereinbarte oder auf Grundlage von Tarifverträgen festgelegte Vollzeitarbeit hinausgehen, steuerfrei gestellt.' Diese präzise Formulierung unterstreicht, dass sich die Steuerbefreiung ausschließlich auf Zuschläge bezieht, während der Grundlohn für Überstunden steuerpflichtig bleibt, schreibt Fenix Magazin.

Außerdem gilt die Befreiung nur für Überstunden über die im Tarifvertrag definierte Vollzeitarbeit hinaus. Wie die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) erläutert: 'Der Schwerpunkt liegt auf den „Zuschlägen“, denn die Überstunden selbst bleiben steuerpflichtig.'

Wie viele Überstunden werden in Deutschland geleistet?

Statistiken zeigen faszinierende Zahlen. Im Jahr 2024 leistete der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer 28,2 Überstunden, zeigen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Multipliziert man das mit insgesamt 42 Millionen Beschäftigten, kommt man auf die beeindruckende Zahl von über einer Milliarde zusätzlicher Arbeitsstunden pro Jahr. Dennoch wurden nur 13,1 Stunden dieser Überstunden bezahlt, während 15,1 Stunden unbezahlt blieben.

Laut Gesetz sind unbezahlte Überstunden nur dann zulässig, wenn dies ausdrücklich im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag festgelegt ist. Andernfalls sind Arbeitgeber verpflichtet, Überstunden zu bezahlen oder sie durch freie Tage auszugleichen.

Wie viel mehr könnten Arbeitnehmer verdienen?

Die VLH hat ein konkretes Beispiel berechnet: Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttogehalt von 3.000 Euro und einer 40-Stunden-Woche verdient etwa 17,24 Euro pro Stunde. Leistet er zusätzlich 15 Überstunden, bringt ihm das 258,60 Euro mehr. Der übliche Überstundenzuschlag beträgt 30 Prozent, was weitere 77,58 Euro bedeutet.

Das gesamte Bruttogehalt beträgt dann 3.336,18 Euro. Nach den derzeitigen Regeln unterliegt dieser gesamte Betrag der Besteuerung, sodass dem Arbeitnehmer netto 2.240,01 Euro bleiben. Würden jedoch Überstundenzuschläge steuerfrei sein, würde nur die Grundlage von 3.258,60 Euro besteuert, während der Zuschlag von 77,58 Euro steuerfrei bliebe. Dadurch würde das Nettogehalt auf 2.274,15 Euro steigen, was 34,14 Euro mehr in der Tasche bedeutet. Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind bereits jetzt steuerfrei, jedoch innerhalb gesetzlicher Grenzen.

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