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Kroatien klar auf Platz eins in der EU beim Anstieg der Mieten

11.09.2026

Kroatien klar auf Platz eins in der EU beim Anstieg der Mieten

Die Mieten in Kroatien lagen im ersten Quartal 2026 um 21,9 Prozent über dem durchschnittlichen Niveau des Jahres 2025.

Damit belegte Kroatien mit großem Abstand den ersten Platz unter den Staaten der Europäischen Union. Das zeigen die von Eurostat am 2. Juli 2026 veröffentlichten Daten.

Der Abstand zu den übrigen Staaten ist sehr groß. Hinter Kroatien folgen Bulgarien mit einem Anstieg von 6,4 Prozent und Griechenland mit 5 Prozent, während der Durchschnitt der Europäischen Union 1,8 Prozent betrug. Die Mieten sanken nur in Slowenien, um 0,9 Prozent, während sie sich in Finnland nicht veränderten.

Bildquelle: Eurostat, 2. Juli 2026, © European Union, 1995-2026, CC BY 4.0.

Wohnungsmangel erhöht den Druck

Zu den möglichen Gründen für den starken Anstieg zählen der Mangel an Wohnungen zur langfristigen Vermietung, die hohe Nachfrage in Zagreb und in Küstenstädten sowie die Vermietung eines Teils der Wohnungen an Touristen. Auf die Preise können auch höhere Instandhaltungskosten, steigende Einkommen der Bevölkerung und die Ankunft neuer Arbeitskräfte, die eine Unterkunft benötigen, Einfluss haben. Eurostat gibt jedoch nicht an, wie stark jeder dieser Gründe zum Anstieg beigetragen hat.

Die Folgen spüren vor allem Mieter, weil sie einen immer größeren Teil ihres Einkommens für das Wohnen aufwenden müssen. Für junge Menschen ist es schwieriger, von den Eltern auszuziehen, für Familien, eine ausreichend große Wohnung zu finden, und für Arbeitnehmer, eine Stelle in einer Stadt anzunehmen, in der die Mieten zu hoch sind. Teureres Wohnen kann es auch Arbeitgebern erschweren, Arbeitskräfte in touristische und andere Orte mit hohen Lebenshaltungskosten anzuziehen.

Die Zahl muss richtig interpretiert werden

Der Anstieg von 21,9 Prozent ist keine klassische Jahresrate, die das erste Quartal 2026 mit demselben Zeitraum 2025 vergleicht. Eurostat hat ein Quartal mit dem Durchschnitt des gesamten Vorjahres verglichen, sodass die Zeiträume nicht vollständig gleich sind. Deshalb kann nicht behauptet werden, dass die kroatischen Mieten in nur drei Monaten um 21,9 Prozent gestiegen sind, obwohl Kroatien nach dem verwendeten Vergleich tatsächlich an erster Stelle in der Europäischen Union steht.

Abschließend lässt sich sagen, dass das kroatische Ergebnis selbst bei methodischer Vorsicht deutlich vom Rest Europas abweicht. Wenn sich der Anstieg fortsetzt, könnte die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung für junge Menschen, Familien und Arbeitskräfte, die wegen der Arbeit umziehen, zu einem noch größeren Problem werden. Kroatien ist damit zum absoluten Europameister in einer Kategorie geworden, in der die Bürger am wenigsten gewinnen wollen.