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Kroatisches Unternehmen führt Viertagewoche ein: „Sie dachten, wir kündigen Entlassungen an“

16.05.2025

Kroatisches Unternehmen führt Viertagewoche ein: „Sie dachten, wir kündigen Entlassungen an“

Fotografie / Photo: Freepik

Als Vanja Šuvak, der Eigentümer des Unternehmens Stillvil aus Velika Gorica, seine Arbeiter zusammenrief und ihnen sagte, dass sie von nun an vier Tage pro Woche arbeiten würden, war die erste Reaktion keine Begeisterung. Es herrschten Schweigen, besorgte Blicke und Unbehagen. Viele dachten, dass Entlassungen oder Gehaltskürzungen folgen würden. Doch die Realität war ganz anders.

– Wir haben ihnen gesagt, dass wir die Arbeitswoche verkürzen, ohne das Gehalt zu senken. Tatsächlich haben wir die Gehälter sogar ein wenig erhöht. Als sie verstanden, dass es wirklich so ist, brach Begeisterung aus, erinnert sich Šuvak.

Stillvil ist auf die Wartung von Gabelstaplern spezialisiert, eine Tätigkeit, bei der Homeoffice nicht möglich ist. Dennoch gehört das Unternehmen zu den wenigen in Kroatien außerhalb des IT-Sektors, die sich zu einem solchen Schritt entschlossen haben. Die Schlüsselidee war, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Zahl der Arbeitstage zu verringern. Die Arbeitswoche funktioniert jetzt so, dass die Beschäftigten in zwei Teams aufgeteilt sind – die einen haben am Freitag frei, die anderen am Montag. Der Service arbeitet somit weiterhin an allen fünf Werktagen, aber keiner der Arbeiter arbeitet mehr als vier Tage pro Woche, schreibt Večernji list.

– Früher kam es vor, dass Pausen zu lange dauerten, dass sich die Arbeit in die Länge zog. Jetzt gibt es das nicht mehr. Die Leute kommen motiviert, konzentriert, sie kommen nicht zu spät und erledigen mehr als früher. Obwohl sie einen Tag kürzer bei der Arbeit sind, schaffen wir mehr als je zuvor, sagt Šuvak

Er fügt hinzu, dass alle in diese Veränderung einbezogen sind, von den Servicetechnikern über die Verwaltung bis hin zu ihm selbst.

– Auch für mich war es anfangs ungewohnt, am Freitag oder Montag frei zu haben, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ich habe mehr Zeit für die Familie und schaffe trotzdem alles. Ich spiele Tischtennis, verbringe Zeit mit den Kindern. Dieser zusätzliche freie Tag macht wirklich einen Unterschied – betont er.

– Die Leute kommen mit einem Lächeln zur Arbeit, und das ist der größte Gewinn – schließt Šuvak.