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Menschen in Kroatien klagen über ihre Gehälter: „Ich habe 1.400 Euro, bin nicht zufrieden“

27.08.2026

Menschen in Kroatien klagen über ihre Gehälter: „Ich habe 1.400 Euro, bin nicht zufrieden“

Ein Reddit-Nutzer fragte die Mitglieder der Community r/Split, in welchen Branchen sie arbeiten, wie viel sie verdienen und welches Gehalt ihrer Meinung nach für ein gutes Leben nötig ist.

Die Antworten zeigten große Unterschiede zwischen den Berufen, aber auch, wie sehr eine geklärte Wohnsituation die Zufriedenheit mit dem Einkommen beeinflusst. Die Diskussion ist hier zu finden.

In nur wenigen Tagen sammelte der Beitrag mehr als 100 Kommentare. Die Nutzer nannten Beträge von weniger als 1.000 Euro bis hin zu mehreren Hundert Euro pro Tag, doch viele waren selbst mit Gehältern über dem kroatischen Durchschnitt nicht zufrieden.

Eine Pädagogin und Lehrerin für kroatische Sprache schrieb, dass sie monatlich etwa 1.400 Euro verdient und allein als Mieterin lebt. Da ihr dieser Betrag nicht ausreicht, gibt sie Nachhilfe in kroatischer Sprache und anderen Fächern für Schüler der unteren Klassen, bereitet Abiturienten vor und arbeitet während der Ferien saisonale Jobs. So schafft sie es, wie sie sagt, gut zu leben.

Mit Nachhilfe verdient sie zusätzlich etwa 300 Euro im Monat, während sie für die Abiturvorbereitung einen Vertrag hat. Sie gab an, ihre Dienstleistungen nicht öffentlich zu bewerben, um keine Probleme mit der Steuerverwaltung zu bekommen. Auf die Frage, warum sie kein Pauschalgewerbe eröffnet, antwortete sie, dass dies für sie derzeit eine zusätzliche Komplikation darstellen würde, sie aber in Zukunft etwas Eigenes starten möchte.

Eine Nutzerin verriet, dass sie etwa 1.500 Euro erhält, während ihr Ehemann ungefähr 3.000 Euro verdient. Im Scherz fügte sie hinzu, dass sie mit ihrem eigenen Gehalt nicht besonders zufrieden sei, mit dem ihres Mannes aber schon.

Ein Elektroingenieur mit einem Jahr Berufserfahrung gab an, dass er 1.500 Euro netto hat. Da er keine eigene Wohnung hat, reicht ihm dieser Betrag nicht aus. Ein anderer Nutzer antwortete ihm, dass sein Bruder nach der elektrotechnischen Mittelschule drei Jahre gearbeitet und dann nach Norwegen gegangen sei. Dort habe er seinen Worten zufolge ein deutlich höheres Gehalt, Essen und Unterkunft gesichert und verbringe nach einem Monat Arbeit zwei Wochen zu Hause.

Ein anderer Elektroingenieur, der 1.400 Euro erhält und einen Dienstwagen hat, gab kurz an, dass er nicht zufrieden sei.

Noch ein Elektroingenieur arbeitet in drei Schichten in der Instandhaltung eines Betriebs. Je nach Monat erhält er zwischen 1.600 und 2.000 Euro, aber auch er ist nicht zufrieden und ließ kurz verlauten, dass das alles zu wenig sei.

Besonders viele Reaktionen lösten die Gehälter in der Medizin aus. Ein Arzt schrieb, dass er im Notdienst einen Stundenlohn von 15 Euro habe, während Kollegen in der Facharztausbildung etwa 11 Euro pro Stunde erhalten. Er sagt, dass sie ihr Gehalt durch Überstunden erhöhen, der Grundbetrag aber zu niedrig sei. Er fügte hinzu, dass sein Freund während der Kellnersaison mehr verdiene, ebenso wie die Friseurin, deren Dienste er nutzt.

'Ist das dein Ernst beim Stundenlohn eines Arztes?', fragte ihn ein Nutzer. Andere meinten, dass Ärzte angesichts der Ausbildung und der Verantwortung, die ihr Beruf mit sich bringt, deutlich mehr verdienen.

Andererseits überraschte viele der Verdienst in der Seefahrt. Ein Seemann gab an, dass er für jeden Tag an Bord 416 Euro erhält. Wenn er zu Hause ist, hat er keine solchen Einnahmen, und Renten- sowie Krankenversicherung zahlt er selbst auf Jahresbasis. Andere kommentierten, dass es sich um einen Betrag handle, der für die meisten Bürger unerreichbar sei und mit dem man in Kroatien sehr gut leben könne.

Ein Arbeiter in der Autoindustrie beklagte sich über einen Stundenlohn von 6,80 Euro. Er arbeitet in drei Schichten und kommt mit Nachtarbeit und Samstagen auf etwa 220 abgerechnete Stunden im Monat. Sein Gehalt erreicht so zwischen 1.500 und 1.550 Euro. Obwohl er meint, dass das zu wenig sei, ist für ihn ein erleichternder Umstand, dass er keine Miete zahlt.

Unzufrieden ist auch eine Mitarbeiterin im Rechnungswesen die mit Hochschulabschluss und drei Jahren Berufserfahrung 1.460 Euro netto erhält. Eine Masterabsolventin des Maschinenbaus gab wiederum an, mit einem Gehalt von 2.000 Euro zufrieden zu sein, betonte jedoch, dass es für sie viel bedeutet, keine Mietkosten zu haben.

Der Kommentar eines Verkäufers der als monatlichen Verdienst 950 Euro angab löste keine größere Diskussion aus.

Eine Erzieherin im Kindergarten mit Hochschulabschluss und vier Jahren Berufserfahrung hat einen Stundenlohn zwischen 7 und 8 Euro. Mit Zuschlägen verdient sie monatlich zwischen 1.400 und 1.500 Euro. Angesichts der Anspruchsvollheit der Arbeit und der großen Verantwortung ist sie nicht völlig zufrieden, hält ihr Gesamteinkommen aber dennoch für akzeptabel.

Ein Alleinstehender, der nicht verriet, womit er sich beschäftigt, kam zu dem Schluss, dass 2.500 Euro für ein angenehmes Leben ausreichen. Die gesamte Diskussion zeigte jedoch, dass die Zufriedenheit mit dem Gehalt nicht nur von der Höhe abhängt. Eigenes Wohneigentum, Miete, familiäre Verpflichtungen und Arbeitszeiten machen oft einen größeren Unterschied als ein paar Hundert Euro auf der Gehaltsabrechnung.

Die in der Diskussion genannten Beträge beruhen auf den Aussagen anonymer Nutzer und wurden nicht unabhängig überprüft. Die Kommentare stellen auch keine offizielle Untersuchung dar und spiegeln nicht zwangsläufig die Einkommen aller Beschäftigten in Split oder Kroatien wider.