Rezession in Deutschland immer wahrscheinlicher: „Uns erwartet ein unsicherer und harter Winter“
22.08.2022

REZESSION in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, wird immer wahrscheinlicher, während die Inflation sich weiter beschleunigen wird und diesen Herbst ihren Höhepunkt erreichen könnte – über 10 Prozent, teilte die deutsche Zentralbank mit. Mit einer Industrie, die weitgehend auf russisches Gas angewiesen ist, gehört Deutschland zu den empfindlichsten europäischen Ländern bei jeder Unterbrechung der Versorgung mit diesem Energieträger, und die steigenden Gaskosten wirken sich bereits auf die Produktion aus, wobei erwartet wird, dass es noch schlimmer wird.
„Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung in den Wintermonaten ist deutlich wahrscheinlicher geworden. Das hohe Maß an Unsicherheit über die Gasversorgung in diesem Winter sowie der starke Preisanstieg werden Haushalte und Unternehmen voraussichtlich schwer belasten“, heißt es im Bericht der deutschen Zentralbank.
Der russische Gaskonzern Gazprom teilte mit, dass die Lieferung von russischem Gas nach Europa über die Pipeline Nord Stream 1 für drei Tage, vom 31. August bis 2. September, wegen „Wartungsarbeiten“ unterbrochen werde. Russland beschränkt die Gasexporte als Reaktion auf die Sanktionen des Westens, die wegen des russisch-ukrainischen Krieges verhängt wurden. Viele, wenn nicht die meisten Ökonomen, halten nun eine Rezession in diesem Land für unvermeidlich.
Hohe Preise, Gasmangel…
Hohe Preise und Gasmangel zwingen dieses Land bereits dazu, den Verbrauch zu senken, wobei energieabhängige Sektoren, von der Metallproduktion bis zur Düngemittelherstellung, schwere Folgen verzeichnen.
Die Energiekosten werden unterdessen die Inflation weiter erhöhen, die noch vor dem Herbst ihren Höhepunkt erreichen könnte – etwas über 10 Prozent. Damit läge die Inflationsrate fünfmal höher als das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die Preissteigerungsrate bei 2 Prozent pro Jahr zu halten.
„Insgesamt könnte die Inflationsrate im Herbst 10 Prozent erreichen. Das Risiko eines weiteren Inflationsanstiegs ist hoch, insbesondere im Falle eines vollständigen Stopps der Gaslieferungen aus Russland“, teilte die Bundesbank mit. Das erhöht das Risiko eines schnellen Lohnanstiegs, insbesondere angesichts der rekordniedrigen Arbeitslosigkeit, was die Phase hoher Inflation durch eine Lohn-Preis-Spirale verlängern könnte, warnte die Bundesbank.
Die EZB hat im vergangenen Monat die Zinssätze von rekordniedrigen Niveaus angehoben, um dem Inflationsdruck entgegenzuwirken, doch weitere Erhöhungen sind nahezu sicher, da sich die Aussichten für die Preisentwicklung nicht verbessern.
Quelle: index.hr









