So hoch ist die durchschnittliche Rente in Deutschland nach 45 Beitragsjahren: „Eine Schande“
27.07.2023

Die DURCHSCHNITTLICHE Rente nach mindestens 45 Jahren Berufstätigkeit in Deutschland beträgt 1543 Euro. Diese Angabe machte die deutsche Regierung in der Antwort auf eine Frage des Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, schreibt DW.
Dabei beträgt der Unterschied zwischen den Renten von Frauen und Männern mehrere hundert Euro. Die durchschnittliche „männliche“ Rente beträgt 1637 und die „weibliche“ 1323 Euro. Der Durchschnitt im Westen des Landes ist höher als der Durchschnitt in den ehemaligen ostdeutschen Bundesländern und beträgt 1605 Euro, gegenüber 1403 Euro im Osten.
„Beschämende Bilanz der Politik“
Dieser Betrag der durchschnittlichen Rente ist für Bartsch „eine beschämende Bilanz der Rentenpolitik in den vergangenen zwei Jahrzehnten“. Dass Frauen und Ostdeutsche deutlich niedrigere Renten haben, ist für ihn ein Zeichen dafür, dass sie weit von einem gerechten System entfernt sind.
Dieser Politiker forderte von der Bundesregierung, „noch in diesem Jahr als Ausgleich für die Inflation eine außerordentliche Rentenerhöhung von 10 Prozent für alle Rentner einzuführen“. Seinen Worten zufolge „kann es nicht sein, dass Minister, Staatssekretäre und Beamte wegen der Inflation zusätzliche 3000 Euro bekommen, während die Kaufkraft der Rentner weiter sinkt“.
Frauen haben eine um ein Drittel niedrigere Rente als Männer
Bartsch forderte eine Reform des Rentensystems. Damit die Renten höher werden, könnte ein „Rentenfonds für alle“ gegründet werden. Das wäre seiner Vorstellung nach eine Rentenversicherung, in die wirklich alle Beschäftigten Beiträge einzahlen würden: „Sowohl Beamte als auch Selbstständige, vor allem aber Abgeordnete und Minister.“
Die Rente ist in Deutschland im Durchschnitt um 48 Prozent niedriger als das Gehalt, das der Beschäftigte erhielt.
Das Statistische Bundesamt bestätigte, dass Frauen im Alter finanziell schlechter dastehen als Männer. Nach den Ergebnissen der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen aus dem Jahr 2021 haben Frauen über 65 Jahre eine durchschnittliche Bruttorente von 17.814 Euro jährlich, Männer hingegen 25.407 Euro, also ein Drittel mehr.
Als Gründe dafür wird angeführt, dass Frauen oft in Branchen arbeiten, in denen die Löhne niedriger sind, dass sie oft nicht in Vollzeit arbeiten und dass sie häufiger und länger überhaupt nicht arbeiten, zum Beispiel wegen Kindern oder Familienmitgliedern, die auf Pflege durch andere angewiesen sind.
Dabei sind die Unterbringungskosten beziehungsweise die Zuzahlungen in Pflegeheimen Anfang Juli erneut „gesprungen“. Im ersten Jahr müssen Bewohner durchschnittlich 2548 Euro monatlich aus eigener Tasche zahlen – 348 Euro mehr als Mitte 2022. Der Hauptgrund ist die Erhöhung der Löhne des Personals.
Quelle: index.hr









