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STEUERN UND LÖHNE: Das ändert sich 2023 für Arbeitnehmer in Deutschland – wer mit höheren Gehältern rechnen kann

19.01.2023

STEUERN UND LÖHNE: Das ändert sich 2023 für Arbeitnehmer in Deutschland – wer mit höheren Gehältern rechnen kann

Der Arbeitsmarkt war bisher in allen Krisen eine der stabilsten Säulen. Für Beschäftigte in Deutschland wird es im neuen Jahr Veränderungen geben, vor allem in der Kostenstruktur.

Die Beiträge zur Sozialversicherung werden steigen.

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung steigen

Jeder, der bei einer Krankenkasse versichert ist, sollte herausfinden, ob sein eigener Versicherer die Beiträge erhöht.

Zwar scheint die Erhöhung nicht so dramatisch zu sein, wie im Oktober befürchtet wurde. Doch einige Krankenkassen erhöhen die Beiträge um 0,2 Prozent.

Der größte Versicherer in Bayern, die AOK, erhöht die Beiträge sogar um 0,28 Prozentpunkte. Ab Januar werden 16,18 Prozent statt 15,9 Prozent vom Bruttolohn abgezogen.

Die zwei größten Kassen in Deutschland, TK und Barmer, haben angekündigt, ihre Beiträge stabil zu halten.

Privatversicherte haben eine höhere Einkommensgrenze

Wer sich von der Pflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung verabschieden und privat versichert sein möchte, muss ab dem neuen Jahr mindestens 66.600 Euro brutto beziehungsweise 5.550 Euro monatlich verdienen.

Damit steigt die Grenze der Pflichtversicherung im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent.

Auch die übrigen Sozialversicherungsbeiträge steigen

Auch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden um 0,2 auf 2,6 Prozent steigen.

Schließlich werden auch die Kosten der Rentenversicherung steigen – hier erhöhen sich die Beiträge um ein Zehntelprozentpunkt auf 18,7 Prozent.

Für viele wird dies jedoch dadurch abgemildert, dass die Rentenbeiträge ab 2023 vollständig steuerlich absetzbar sein werden.

Künftig geht die Krankschreibung automatisch an den Arbeitgeber

Alle, die einen festen Arbeitgeber haben, können ab dem neuen Jahr die elektronische AU-Bescheinigung nutzen.

Das bedeutet, dass jemand, der vom Arzt krankgeschrieben wurde und gesetzlich versichert ist, sich nicht mehr darum kümmern muss, ob der Arbeitgeber die rote Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhält.

Stattdessen kann der Arbeitgeber die wesentlichen Informationen direkt von der Krankenkasse erhalten.

Bei Privatversicherten bleibt die bisherige Regelung in Kraft.

Höhere Löhne, auch für Krankenschwestern

Bereits im September erhielten Beschäftigte, die als Pflegekräfte ohne eigenen Tarifvertrag arbeiten, eine Lohnerhöhung, und im neuen Jahr folgen noch zwei weitere Lohnsteigerungen.

Die erste Lohnerhöhung kommt im Mai 2023: Pflegekräfte erhalten dann 13,90 Euro pro Stunde, qualifizierte Pflegekräfte 14,90 Euro und Krankenschwestern: 17,65 Euro.

Und die zweite Lohnerhöhung kommt im Dezember: Pflegekräfte erhalten dann 14,15 Euro, qualifizierte Pflegekräfte: 15,25 Euro, medizinisches Personal: 18,25 Euro.

Außerdem sollen Beschäftigte im Pflegesystem mehr Urlaubstage erhalten. Sie bekommen bezahlte Freistellung von mindestens 29 Tagen – in den Jahren 2023 und 2024.

Im Januar werden auch die Tarifverträge anderer Branchen angepasst: Pädagogisches Personal erhält dann einen Stundenlohn von 17,87 Euro (bisher: 17,18 Euro).

Arbeiter im Dachdeckerhandwerk erhalten 14,80 Euro (zuvor 14,50 Euro) pro Stunde. Und im Elektrohandel wird der Mindeststundenlohn dann 13,40 Euro statt bisher 12,90 Euro betragen.

Im Laufe des Jahres können Beschäftigte in der Fleischindustrie, im Geld- und Werttransport, Beschäftigte in Sicherheitsdiensten und an Flughäfen mit Lohnerhöhungen rechnen.

Wenn Sie von zu Hause aus arbeiten, können Sie im nächsten Jahr in der Steuererklärung sechs Euro als Werbungskosten für höchstens 210 Arbeitstage im Homeoffice geltend machen.

Zusätzliche 1.260 Euro können jährlich von der Steuer abgesetzt werden. Die deutsche Regierung hat dies Ende des Jahres beschlossen.

Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer steigt von 10.347 Euro auf 10.908 Euro jährlich.

Quelle: index.hr