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Durchschnittslohn in der Föderation BiH deckt nicht einmal die Hälfte des gewerkschaftlichen Warenkorbs

17.12.2025

Durchschnittslohn in der Föderation BiH deckt nicht einmal die Hälfte des gewerkschaftlichen Warenkorbs

Die neuesten Daten zum Lebensstandard in Bosnien und Herzegowina weisen auf eine immer schwierigere wirtschaftliche Lage der Bürger hin.

Laut dem Bericht, den N1 Bosnien und Herzegowina übermittelt, hat die finanzielle Kluft zwischen den monatlichen Einkommen und den grundlegenden Lebensbedürfnissen kritische Ausmaße erreicht.

Der Verband der unabhängigen Gewerkschaften von Bosnien und Herzegowina hat berechnet, dass der gewerkschaftliche Warenkorb für November 2025 hohe 3.355,25 konvertible Mark beträgt, was umgerechnet ungefähr 1.715 Euro entspricht. Andererseits beläuft sich der durchschnittliche in der Föderation BiH ausgezahlte Lohn laut den neuesten Daten der Statistikämter auf lediglich 1.603 konvertible Mark beziehungsweise rund 820 Euro.

Diese Statistik veranschaulicht deutlich die ernüchternde Realität, in der durchschnittliche Arbeitseinkommen nicht einmal ausreichen, um fünfzig Prozent der Kosten zu decken, die für ein würdiges Leben einer vierköpfigen Familie notwendig sind. Genauer gesagt deckt der Durchschnittslohn nur 47,78 Prozent des Warenkorb-Betrags, während die Situation für diejenigen mit Mindesteinkommen noch drastischer ist. Bei einem Mindestlohn, der durch Beschluss der Regierung der Föderation BiH auf 1.000 konvertible Mark festgelegt wurde, was etwa 511 Euro entspricht, sinkt die Deckung der grundlegenden Lebenshaltungskosten auf lediglich 29,80 Prozent.

Die Berechnung des gewerkschaftlichen Warenkorbs basiert auf den minimalen Lebenshaltungskosten einer Familie, die aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern im Grundschul- und Mittelschulalter besteht. Den größten Anteil an den monatlichen Ausgaben nimmt mit Abstand die Ernährung ein, die mit einem Anteil von 42,64 Prozent die größte Belastung für das Haushaltsbudget darstellt. Bei der Analyse der Lebensmittelpreise wurden die Kosten für sechsundachtzig verschiedene Artikel aus drei großen Einkaufszentren berücksichtigt. Nach der Ernährung bilden Wohnen und коммунale Dienstleistungen mit einem Anteil von 14,73 Prozent die größten Posten, während für Kleidung und Schuhe etwa 11,92 Prozent des Gesamtbetrags ausgegeben werden.

Der Rest des Warenkorbs verteilt sich auf die Kosten für Bildung und Kultur, die mit etwas mehr als zehn Prozent beteiligt sind, sowie auf Hygiene und Gesundheitspflege, Haushaltsführung und Transport. Obwohl in diese Berechnungen nur grundlegende Parameter ohne jeglichen Luxus einbezogen wurden, ist ersichtlich, dass für das bloße Überleben einer Familie im Nachbarstaat fast zwei volle Durchschnittslöhne erforderlich sind. Solche Daten schüren zusätzlich die Besorgnis über die langfristige Tragfähigkeit des Lebensstandards und der Kaufkraft der Bevölkerung in der Region.