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HUZP fordert Rabatt an Selbstbedienungskassen: „Händler sparen, Bürger arbeiten gratis“

27.10.2025

HUZP fordert Rabatt an Selbstbedienungskassen: „Händler sparen, Bürger arbeiten gratis“

Bürger behaupten, dass Geschäfte große Einsparungen erzielen, während Kunden ihre Arbeit kostenlos erledigen.

Der kroatische Verbraucherschutzverband hat eine Initiative gestartet, mit der er fordert, dass Geschäfte einen Rabatt für alle Kunden einführen, die Selbstbedienungskassen nutzen. Wie der Verband erklärt, handelt es sich um eine faire Forderung, da Verbraucher bei der Nutzung dieser Kassen eine ganze Reihe von Aufgaben selbst übernehmen, die früher von bezahlten Angestellten erledigt wurden.

So wiegen Kunden selbst Obst und Gemüse, geben Codes für Backwaren ein, lösen technische Probleme mit Barcodes und Waagen, scannen jeden Artikel und verpacken und bezahlen die Ware am Ende selbst. In der Praxis erledigen sie die gesamte Arbeit eines Kassierers, jedoch ohne jegliche Vergütung.

Der Verband betont, dass Händler dabei erhebliche finanzielle Einsparungen erzielen, da ihnen zur Überwachung mehrerer Selbstbedienungskassen ein Mitarbeiter genügt. Obwohl die Betriebskosten sinken, bleiben die Preise für Verbraucher gleich. 'Die Händler sparen, und die Bürger arbeiten kostenlos', erklärt der kroatische Verbraucherschutzverband.

Verbraucher wollen ein faires Verhältnis

Die Initiative schlägt die Einführung eines Rabatts von beispielsweise fünf Prozent auf den Gesamtbetrag der Rechnung für diejenigen vor, die den Bezahlvorgang selbst durchführen. Ein solches Modell wäre, so der Verband, eine symbolische, aber faire Kompensation für die Mühe und Zeit, die Verbraucher investieren. Zugleich würde es zeigen, dass Händler die Loyalität ihrer Kunden schätzen und die tatsächlichen Einsparungen, die sie dank der Selbstbedienungskassen erzielen, transparent anerkennen.

Bürger können sich zur Initiative in der Umfrage äußern, die auf der offiziellen Seite des kroatischen Verbraucherschutzverbands verfügbar ist.

Nachdem die Antworten gesammelt wurden, plant der Verband, konkrete Maßnahmen von Handelsketten und ihren Verbänden zu fordern.

Immer mehr Selbstbedienungskassen in kroatischen Geschäften

Selbstbedienungskassen sind in den letzten Jahren in fast allen großen Handelsketten in Kroatien üblich geworden. Geschäfte stellen sie als 'Annehmlichkeit' dar, weil sie angeblich das Warten in der Schlange verkürzen und einen schnelleren Einkauf ermöglichen. Ein Teil der Verbraucher ist jedoch der Ansicht, dass sich dahinter in Wirklichkeit ein Personalabbau und die Verlagerung eines Teils der Arbeit auf die Kunden verbergen.

In der Praxis geben viele Verbraucher an, dass Selbstbedienungskassen den Einkauf nicht beschleunigen, insbesondere wenn technische Fehler auftreten. Einige Kunden geben zu, dass es ihnen weiterhin angenehmer ist, von einem Kassierer bedient zu werden, während andere, insbesondere jüngere Generationen, hervorheben, dass sie sich bereits daran gewöhnt haben.

Technische Fehler und unangenehme Erfahrungen

Häufig gibt es auch Erfahrungen damit, dass die Kasse einen Artikel falsch registriert, sich beim Scannen 'aufhängt' oder eine Autorisierung durch einen Mitarbeiter wegen einer Altersprüfung verlangt. Solche Situationen, so die Verbraucher, verursachen zusätzliche Frustration, weil erwartet wird, dass sie technische Probleme selbst lösen, die im regulären Betrieb dem Händler obliegen.

Obwohl es anfangs so schien, dass Selbstbedienungskassen die Effizienz steigern, zeigen Untersuchungen, dass sie bei Kunden oft zu mehr Stress führen, insbesondere bei älteren Menschen, die sich mit Technologie schwerer zurechtfinden.

Erhöhte Zahl von Diebstählen und Missbrauch

Mit dem Anstieg der Selbstbedienungskassen hat auch die Zahl der Diebstähle in Geschäften zugenommen. Sicherheitsdienste warnen, dass Kunden manchmal, ob versehentlich oder absichtlich, nicht alle Produkte scannen. Solche Fälle verursachen den Geschäften, obwohl es sich um geringere Beträge handelt, jährlich Verluste in Millionenhöhe.

Händler setzen deshalb immer häufiger Videoüberwachung und zusätzliche Kontrollsysteme ein, um das Risiko von Missbrauch zu verringern. Experten warnen jedoch, dass eine zu starke Abhängigkeit von Technologie zusätzliche Spannungen zwischen Geschäften und Verbrauchern schaffen kann.

Kunden fordern Mitsprache und Respekt

Der kroatische Verbraucherschutzverband erklärt, dass diese Initiative nicht gegen Geschäfte gerichtet ist, sondern auf die Herstellung eines gerechteren Verhältnisses zwischen Verbrauchern und Händlern abzielt. 'Wenn wir schon ihre Arbeit übernehmen, verdienen wir zumindest eine symbolische Belohnung', erklärt der Verband und ruft die Bürger dazu auf, sich an der Umfrage zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern.