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Umsätze der Händler in Kroatien steigen: Konzum bleibt führend, dort geben Kunden am meisten aus

30.09.2025

Umsätze der Händler in Kroatien steigen: Konzum bleibt führend, dort geben Kunden am meisten aus

Die Agentur für den Schutz des Wettbewerbs (AZTN) hat eine Untersuchung des Einzelhandelsmarktes für gemischte Waren in Kroatien für das Jahr 2024 veröffentlicht.

Die Ergebnisse bestätigen, dass Konzum plus weiterhin der größte Händler ist, trotz eines leichten Rückgangs des Marktanteils, während Studenac sein Netz weiter ausbaut und ein starkes Umsatzwachstum verzeichnet. Die Gesamterlöse aller beobachteten Händler beliefen sich auf 8,41 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 8,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023 entspricht.

Die Zahl der Verkaufsstellen erreichte 5.266, wobei kleine Geschäfte das größte Wachstum verzeichnen. Die Nettoverkaufsfläche stieg auf 1,63 Millionen Quadratmeter, wobei Supermärkte die führende Rolle einnehmen. Das Wachstum des Handels im Jahr 2024 betrug 8,8 Prozent, was etwas weniger ist als das Wachstum im Jahr 2023, als Inflation und steigende Lebensmittelpreise die Erlöse stärker antrieben.

Unter den Führenden bleibt Konzum plus mit einem Marktanteil zwischen 20 und 30 Prozent und 636 Verkaufsstellen an der Spitze. Die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) hält zusammen 20 bis 30 Prozent des Marktes, während Studenac mit einem Netz von 1.411 Geschäften bei der Anzahl der Filialen führend ist. Dahinter folgen Plodine, Spar, Tommy, KTC, NTL und regionale Ketten wie Trgovina Krk und Ribola.

Die Top 10 Ketten im Jahr 2024 sahen wie folgt aus: Konzum plus, Lidl, Plodine, Spar, Kaufland, Studenac, Tommy, KTC, NTL und Trgovina Krk. Den größten Aufschwung verzeichneten Studenac und NTL, während Plodine seine Position in einzelnen Gespanschaften zusätzlich stärkte. Die Stadt Zagreb bestätigt ihre Dominanz bei den Erlösen, doch auch die Gespanschaften Split-Dalmatien und Zagreb verzeichnen deutliche Zuwächse.

Nach der Struktur der Ladenformate generieren Supermärkte mehr als die Hälfte der Gesamterlöse, gefolgt von Hypermärkten, dann Selbstbedienungsläden und kleinen Geschäften, die das höchste prozentuale Wachstum aufweisen. Der Online-Verkauf bleibt weiterhin marginal und ist nur bei sieben Händlern vertreten, während die Kundenloyalität durch Treueprogramme in 14 Ketten gefördert wird.

Das größere Bild: Zehn Jahre Veränderungen im kroatischen Einzelhandel

In den letzten zehn Jahren hat der kroatische Einzelhandelsmarkt bedeutende Veränderungen erlebt, die sowohl das Verhalten der Käufer als auch die Strategien der größten Ketten geprägt haben.

Im Zeitraum von 2014 bis 2019 kam es zu einer starken Konsolidierung, internationale Ketten festigten ihre Positionen, während heimische nach Wegen suchten, sich anzupassen und ihre regionalen Grundlagen zu stärken. Lidl baute in diesem Zeitraum sein Filialnetz und sein Produktsortiment rasch aus, mit Schwerpunkt auf günstigeren Preisen, die eine große Zahl von Käufern anzogen.

Konzum stabilisierte nach der Agrokor-Krise sein Geschäft innerhalb der Fortenova-Gruppe und behielt den Status der größten Kette im Land, wobei es sich vor allem auf ein breites und gleichmäßig verteiltes Netz von Verkaufsstellen stützte. Studenac verzeichnete in den letzten Jahren dank der Übernahmen kleinerer Ketten sowie durch den Ausbau eigener Kapazitäten ein starkes Wachstum und baute damit das größte Filialnetz in Kroatien auf.

Plodine stärkte das Angebot größerer Formate im Küstengebiet und expandierte dann schrittweise ins Landesinnere, wobei Kunden durch ein günstiges Verhältnis von Preis und reichhaltigem Angebot angezogen wurden. Tommy blieb eine starke Stütze Dalmatiens und der weiteren Region und baute sein Wachstum durch eine Kombination aus Akquisitionen und der Eröffnung neuer Geschäfte auf.

Eurospin erschien 2020 auf dem kroatischen Markt. Bis heute hat das Unternehmen sein Netz ausgebaut, obwohl es noch immer einen kleineren Anteil als die größten Wettbewerber einnimmt. Die Digitalisierung nahm unterdessen schrittweise zu, und eine wachsende Zahl von Handelsketten entwickelte Online-Vertriebskanäle. Dennoch zeigen die Daten, dass der digitale Verkauf im Lebensmittelsegment weiterhin nur einen kleineren Teil des Gesamtverbrauchs ausmacht.

Die Pandemie ab 2020 und die nachfolgenden Inflationsdrucke haben die Gewohnheiten der Käufer stark verändert, sodass Logistik, Versorgung und Preissensibilität zu entscheidenden Faktoren wurden. Gleichzeitig wurde Nachhaltigkeit zu einem wichtigen Thema, sodass die Ketten zunehmend Bio- und Öko-Linien sowie Initiativen zur Reduzierung von Plastik in Verpackungen einführten.

Die Verbraucher begannen immer häufiger, die Eigenmarken der Händler zu wählen, bekannt als private label, weil sie ein günstigeres Verhältnis von Preis und Qualität bieten. Heute haben fast alle führenden Ketten gut entwickelte Portfolios eigener Marken. Regionale Händler haben trotz Akquisitionen starke Positionen in ihren Umfeldern behalten und weiterhin eine wichtige Rolle in den lokalen Gemeinschaften gespielt.

Für den durchschnittlichen Käufer waren die größten Veränderungen mit Preisen und Verfügbarkeit verbunden. Der Wettbewerb führte zu immer häufigeren Aktionen und zur Entwicklung von Treueprogrammen, sodass die Wahl zwischen Handelsketten zunehmend auf Preis, Vorteilen und der Nähe der Verkaufsstellen basiert.