In Österreich bieten sie 2.200 €, Unterkunft und Verpflegung: „Wir wurden nur mit unseriösen Bewerbungen aus Marokko überhäuft“
10.11.2025

Mit dem Herannahen der Wintersaison sehen sich Skigebiete in ganz Österreich mit einem dramatischen Arbeitskräftemangel konfrontiert, was die Suche nach Kellnern, Köchen und anderem Personal im Gastgewerbe äußerst schwierig macht, beinahe zu einer unmöglichen Mission.
Obwohl außergewöhnliche Löhne sowie völlig kostenlose Unterkunft und Verpflegung angeboten werden, ist das Interesse an dieser Saisonarbeit überraschend gering, und noch geringer ist die Zahl ernsthafter Kandidaten, die die erforderlichen Kriterien erfüllen.
Im Gastgewerbesektor nämlich wird ein beispielloser Kampf um jeden Mitarbeiter geführt, weil es nicht mehr genügend Saisonarbeitskräfte gibt. Wie das Portal Fenix Magazin schreibt, eskalierte das Problem nach der Coronavirus-Pandemie, als ein großer Teil des qualifizierten Fachpersonals aus Österreich das Gastgewerbe dauerhaft verließ und einen anderen beruflichen Weg einschlug. Eigentümer von Betrieben betonen, dass es schon vor der Krise schwierig war, einheimische Arbeitskräfte zu finden, doch jetzt ist die Situation unvergleichlich schlechter und zwingt sie dazu, Arbeitskräfte weit außerhalb der Landesgrenzen zu suchen.
Als konkretes Beispiel für die schwierige Lage wird der Fall des Eigentümers eines Tiroler Hotelbetriebs in Fließ angeführt, dem nichts anderes übrig blieb, als über das Österreichische Arbeitsmarktservice, AMS, eine Ausschreibung für eine Kellnerin oder einen Kellner aus dem Ausland zu veröffentlichen. Die Stelle wird für die kommende Wintersaison angeboten, deren Dauer vom 18. Dezember 2025 bis zum 6. April 2026 festgelegt ist. Die verzweifelte Suche nach Personal ist also für zahlreiche Hoteliers, die um das Überleben ihres Wintergeschäfts kämpfen, zum Alltag geworden.
Das Angebot für die Stelle als Kellner oder Kellnerin ist sehr attraktiv und umfasst einen monatlichen Mindestbruttolohn von 2.200 Euro, verbunden mit der ausdrücklichen Bereitschaft, qualifizierten Kandidaten zusätzliche Vergütungen zu zahlen. Was das Angebot besonders verlockend macht, ist die Tatsache, dass Unterkunft und Verpflegung während der gesamten Saison völlig kostenlos sind. Es handelt sich um äußerst günstige Bedingungen, die Arbeitskräfte aus ganz Europa anziehen sollten, doch trotz allem verläuft die Besetzung der Stellen langsam und mit vielen Schwierigkeiten.
Damit sich Kandidaten bewerben können, werden entsprechende Deutschkenntnisse verlangt, was für die Kommunikation mit den Gästen entscheidend ist, sowie selbstständiges, engagiertes und freundliches Arbeiten, während Berufserfahrung im Servieren von Getränken und Speisen wünschenswert, aber nicht ausschlaggebend ist. Dennoch entsprach die Resonanz trotz klarer Anforderungen und hervorragender Bedingungen nicht den Erwartungen, sodass der Hotelbesitzer aus Fließ erklärte, dass bisher leider nur unseriöse Bewerbungen aus Marokko eingegangen seien, was die ohnehin alarmierende Arbeitskräftekrise im österreichischen Tourismus nur noch vertieft.









