Petition der Plattform „Hallo, Inspektor“: Automatische Preiserhöhungen der Betreiber stoppen
11.02.2026

Die Verbraucherplattform Halo, inspektore hat der Kroatischen Regulierungsbehörde für Netzindustrien (HAKOM) einen offiziellen Antrag übermittelt, in dem sie eine dringende Änderung der umstrittenen Entscheidungen zur sogenannten Indexklausel fordert.
Es handelt sich um einen Mechanismus, der Telekommunikationsbetreibern ermöglicht, ihre Preise einmal jährlich an die Inflation anzupassen, was in der Praxis eine automatische Erhöhung der monatlichen Rechnungen für die Nutzer bedeutet.
Dieser Schritt wird durch die Initiative Tausender kroatischer Bürger unterstützt, die seit drei Jahren mit intransparenten Preiserhöhungen bei Dienstleistungen konfrontiert sind. Der Antrag wurde neben HAKOM auch an das Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur sowie an die Agentur für den Schutz des Wettbewerbs (AZTN) übermittelt, womit eine koordinierte rechtliche Aktion gegen die derzeitige Regulierungspraxis eingeleitet wurde.
Die Petition ist hier verfügbar.
Das Problem der Indexklausel und gefangene Nutzer
Der Hauptstreitpunkt ist die Auslegung von HAKOM aus dem Januar 2023. Nach dieser Auslegung gilt es nicht als Änderung der Vertragsbedingungen, wenn ein Betreiber den Preis aufgrund der Inflation erhöht. Für den durchschnittlichen Bürger bedeutet das, dass, obwohl seine Rechnung teurer geworden ist, er nicht das Recht hat, den Vertrag zu kündigen ohne hohe Ausstiegsgebühren oder sogenannte Strafzahlungen zu zahlen.
Während Telekommunikationsunternehmen Rekordgeschäftsergebnisse und Gewinne verzeichnen, wurde das gesamte Risiko wirtschaftlicher Instabilität und steigender Kosten ausschließlich auf die Schultern der Verbraucher abgewälzt. Die Nutzer befanden sich somit in einer untergeordneten Position, ohne die Möglichkeit, aus einem Vertragsverhältnis auszusteigen, das finanziell ungünstiger geworden ist als zum Zeitpunkt der Unterzeichnung.
Europäische Modelle als Lösung für den kroatischen Markt
In ihrem Antrag beruft sich die Plattform Halo, inspektore auf konkrete Beispiele aus der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich und fordert, dass die kroatischen Regulierungsbehörden nachweislich erfolgreiche Modelle zum Schutz der Bürger übernehmen.
Der erste Vorschlag basiert auf dem irischen Modell, das ein gesetzliches Kündigungsrecht befürwortet. Nach Angaben der irischen Regierung und der dortigen Regulierungsbehörde ComReg muss jede Erhöhung der monatlichen Gebühr, unabhängig vom Grund, als Vertragsänderung definiert werden. Das garantiert dem Nutzer das Recht, die Zusammenarbeit mit dem Betreiber sofort und ohne zusätzliche Kosten zu beenden.
Das zweite Modell kommt aus Malta, wo die dortige Kommunikationsbehörde (MCA) feste Preise innerhalb fester Verträge schützt. Nach dieser Regel muss der Preis gleich bleiben, wenn ein Nutzer einen Vertrag über 24 Monate unterzeichnet, bis zum Ende dieses Zeitraums. Wenn der Betreiber dennoch die Indexklausel verwenden will, darf der Vertrag mit dem Nutzer nicht länger als sechs Monate dauern.
Schließlich wird auch das britische Transparenzmodell vorgeschlagen, das von der Regulierungsbehörde Ofcom umgesetzt wird. Es verbietet, Preiserhöhungen in unklaren Prozentsätzen auszudrücken, wie etwa in der Formel Inflation plus drei Komma neun Prozent. Stattdessen ist der Betreiber verpflichtet, bereits bei Vertragsunterzeichnung den Betrag der künftigen Preiserhöhung in Euro und Cent genau anzugeben.
Die Petition als nächster Schritt im Kampf für die Rechte der Bürger
Angesichts der Tatsache, dass offizielle Schreiben oft ohne konkrete Antwort in Archiven enden, kündigt die Plattform auch starken öffentlichen Druck an.
Am Donnerstag, den 12. Februar um 9:02 Uhr beginnt die Unterzeichnung der nationalen Petition. Ziel ist es, eine kritische Masse an Unterschriften zu sammeln, die das zuständige Ministerium und die Regulierungsbehörden zum Handeln zwingen wird.
Es wird betont, dass kroatische Verbraucher in der Europäischen Union keine Bürger zweiter Klasse sein dürfen. Die Passivität der Regulierungsbehörden wird in diesem Fall als bewusste Entscheidung und nicht als gesetzliche Notwendigkeit angesehen, und es wird eine dringende Stellungnahme zu den vorgeschlagenen Änderungen erwartet.
Die Petition ist hier verfügbar.
Es ist Zeit für eine Neudefinition des Marktgleichgewichts
Der Fall des Kampfes gegen die Indexklausel in Kroatien stellt weit mehr dar als nur einen bloßen Streit um einige Euro auf der monatlichen Rechnung. Dies ist eine Frage grundlegender Marktgerechtigkeit und des Schutzes der Würde der Verbraucher. In einem Moment, in dem die Bürger durch den allgemeinen Anstieg der Lebenshaltungskosten unter Druck stehen, sollte die Rolle von Regulierungsbehörden wie HAKOM darin bestehen, die schwächere Partei im Vertragsverhältnis zu schützen und nicht die Stabilität der Gewinne großer Konzerne zu sichern. Die Einführung europäischer Standards, über die die Plattform Halo, inspektore schreibt, ist nicht nur ein Wunsch, sondern eine Notwendigkeit, wenn Kroatien wirklich zu einem modernen europäischen Marktkreis gehören will, in dem die Rechte des Einzelnen vor den Interessen des Kapitals stehen.









