Einen Schritt näher zur Abschaffung des Roamings zwischen der EU und dem Westbalkan
03.03.2026

Die Europäische Kommission hat einen entscheidenden Schritt in Richtung der vollständigen Abschaffung der Roaming-Gebühren zwischen der Europäischen Union und sechs Staaten des westlichen Balkans unternommen.
Mit einer offiziellen Empfehlung an den Rat der Europäischen Union, die Ende Februar 2026 übermittelt wurde, wurde die Aufnahme von Verhandlungen über einzelne Abkommen mit Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien vorgeschlagen.
Ziel dieser Initiative ist die vollständige Einbindung dieser Länder in das europäische System, in dem mobile Dienste zu Inlandspreisen bezahlt werden, unabhängig davon, wo sich der Nutzer innerhalb dieses erweiterten Gebiets befindet.
Dieser Schritt stellt die Fortsetzung einer erfolgreichen Politik der digitalen Integration dar, die bereits die Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums umfasst hat und seit Anfang 2026 auch die Ukraine und Moldau.
Für kroatische Bürger, aber auch für Unternehmer, die häufig in die Nachbarländer reisen, könnte dies in naher Zukunft das Ende hoher Rechnungen und der Angst vor dem Einschalten des mobilen Internets nach dem Grenzübertritt bedeuten.
Was bedeutet in der Praxis das System 'Kommuniziere wie zu Hause'?
Für den durchschnittlichen Nutzer bringt der Beitritt der Staaten der Region zu diesem System eine Einfachheit, die wir bereits seit Jahren genießen, wenn wir innerhalb der Grenzen der Europäischen Union reisen. Das bedeutet, dass Reisende aus Kroatien telefonieren, Nachrichten senden und das Internet in Sarajevo, Belgrad oder Tirana unter denselben Bedingungen und zu denselben Preisen nutzen können, die sie in ihrem heimischen Tarif haben. Dieselbe Regel wird auch für Besucher aus diesen Ländern gelten, wenn sie sich in Kroatien aufhalten.
Derzeit sind die Roaming-Preise mit diesen Staaten dank freiwilliger Vereinbarungen der Telekommunikationsbetreiber, die seit Oktober 2023 in Kraft sind, niedriger, doch der neue Plan der Kommission will diese Vorteile in ein dauerhaftes und gesetzlich verbindliches Recht umwandeln. Man wird nicht mehr vom guten Willen der Unternehmen abhängen, sondern von festen internationalen Verträgen.
Strenge Bedingungen und Angleichung an europäische Regeln
Obwohl der politische Wille klar ist, ist der Weg zum kostenlosen Roaming nicht automatisch. Jeder der sechs Staaten muss einen Prozess der vollständigen Anpassung seiner Gesetze durchlaufen an das, was wir den europäischen Besitzstand zum Roaming nennen.
Dazu gehören strenge Regeln zum Verbraucherschutz, zur fairen Nutzung von Diensten und zu technischen Netzstandards.Die Kommission wird in jedem Staat einzeln eine detaillierte Prüfung durchführen. Erst wenn bestätigt wird, dass ein Land die europäischen Regeln vollständig übernommen hat und mit ihrer Anwendung begonnen hat, wird eine Entscheidung über die Öffnung des Marktes getroffen. Darüber hinaus übernehmen diese Staaten die Verpflichtung, ihre Gesetze weiterhin an alle künftigen Änderungen anzupassen, die die Europäische Union in diesem Sektor beschließt.
Der Gerichtshof als höchste Autorität
Einer der wichtigsten Punkte der künftigen Abkommen ist die Rechtssicherheit. Um sicherzustellen, dass die Regeln in Zagreb, Brüssel oder Podgorica auf dieselbe Weise ausgelegt werden, wird der Gerichtshof der Europäischen Union die höchste Autorität für alle Rechtsfragen sein.
Falls es zu Meinungsverschiedenheiten bei der Auslegung der Verträge kommt oder wenn ein Staat die übernommenen Verpflichtungen nicht einhält, wird die Europäische Kommission befugt sein, Verfahren einzuleiten, die denen ähneln, die gegen Mitgliedstaaten geführt werden. Im äußersten Fall, wenn ein schwerer Verstoß gegen die Regeln festgestellt wird, behält sich die Europäische Union das Recht vor, diesem Staat die Vorteile des kostenlosen Roamings auszusetzen, bis die Unregelmäßigkeiten behoben sind.
Beschleunigung des Weges zur Mitgliedschaft durch konkrete Vorteile
Diese Initiative ist Teil des umfassenderen Wachstumsplans für den westlichen Balkan, den die Europäische Kommission bereits Ende 2023 vorgestellt hat. Die Idee ist, dass Bürger und Unternehmen in der Region die konkreten Vorteile der europäischen Integration spüren, noch bevor diese Staaten offiziell Mitglieder der Union werden.
Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage und der Notwendigkeit, die Stabilität in Europa zu stärken, gilt die Beschleunigung des Prozesses der digitalen Integration als Priorität. Kostenloses Roaming ist nicht nur eine Frage günstigerer Anrufe, sondern ein symbolisches und praktisches Instrument für eine tiefere Verbindung von Wirtschaftsräumen und Menschen.
Ein Schritt näher an ein Europa ohne Grenzen
Der Vorschlag der Europäischen Kommission sendet eine starke Botschaft, dass die Zukunft des westlichen Balkans untrennbar mit dem einheitlichen europäischen Markt verbunden ist. Für Kroatien, das mit diesen Regionen intensive wirtschaftliche und familiäre Beziehungen teilt, wird ein erfolgreicher Abschluss dieser Verhandlungen enorme Einsparungen bringen und den Alltag Tausender Menschen erleichtern. Obwohl die Regierungen der Region noch viel Arbeit bei der Angleichung der Vorschriften vor sich haben, ist die politische Richtung klar vorgegeben: Mobile Grenzen in unserer Nachbarschaft gehen langsam in die Geschichte ein.









