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Bruttostundenlohn im Schnitt 12,1 Euro, in Industrie, Bau und Tourismus noch niedriger – der EU-Durchschnitt liegt deutlich höher

15.05.2023

Bruttostundenlohn im Schnitt 12,1 Euro, in Industrie, Bau und Tourismus noch niedriger – der EU-Durchschnitt liegt deutlich höher

Am meisten, standardmäßig, zahlen Arbeitgeber in der EU für eine Arbeitsstunde in Luxemburg, Dänemark und Belgien.

Die Inflation hat eine Lawine der Unzufriedenheit der Arbeitnehmer in Europa mit ihren Löhnen ausgelöst, was wir auch in Kroatien beobachten, während andererseits die Arbeitgeber Spielraum fordern und ihre Regierungen unter Druck setzen, damit der Druck der Steuerabgaben verringert und ein Teil des Bruttolohns für die Arbeitnehmer freigegeben wird.

Der chronische Arbeitskräftemangel ist schon seit längerer Zeit überall in Europa ein Problem und der Hauptgrund für den Anstieg der Arbeitskosten, und auf EU-Ebene kostete er die Arbeitgeber im vergangenen Jahr durchschnittlich 30,5 Euro pro Stunde. Kroatien liegt weiterhin deutlich unter dem europäischen Durchschnitt – vor Besteuerung und Zahlung von Beiträgen kostete eine Arbeitsstunde den Arbeitgeber in Kroatien durchschnittlich 12,1 Euro.

Nur drei Länder schlechter

Weniger als bei uns verdienten Arbeitnehmer pro Stunde nur in wenigen Ländern, in Bulgarien, Rumänien und Ungarn, während Lettland, das bis vor Kurzem einen niedrigeren Bruttostundenlohn hatte, nun vor Kroatien liegt. Am meisten, standardmäßig, zahlen Arbeitgeber in der EU für eine Arbeitsstunde in Luxemburg, Dänemark und Belgien.

Die Bruttostundenlöhne sind in den alten EU-Mitgliedstaaten höher, und von allen postsocialistischen Ländern, die der Union beigetreten sind, hat Slowenien die höchsten Stundenlöhne, fast doppelt so hoch wie jene bei kroatischen Arbeitgebern (23,1 Euro).

Noch zur Corona-Zeit waren die Bruttostundenlöhne in Kroatien übrigens höher als in Litauen und Lettland, doch inzwischen hat sich auch das geändert, und diese Länder haben nun höhere Bruttostundenlöhne.

In allen Ländern sind die Löhne in den vergangenen drei Jahren gestiegen, eine Ausnahme ist Schweden, wo der durchschnittliche Bruttostundenlohn im vergangenen Jahr von 40,8 im Jahr 2021 auf 40,1 Euro sank, während Irland den deutlichsten Sprung verzeichnet, wo der Stundenpreis in drei Jahren um 4,4 Euro auf 37,9 Euro gestiegen ist. In Kroatien betrugen die Kosten einer Bruttostunde 2020 10,8 Euro und 2021 11,2 Euro.

Bei der Durchsicht der Struktur der Arbeitskosten nach Sektoren stellen die Analysten des HZZ große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten fest, doch in der Regel haben die alten EU-Mitgliedstaaten, insbesondere jene aus dem Norden, die höchsten Löhne, während Rumänien, Bulgarien und Ungarn die niedrigsten haben.

Sie stellen beispielsweise fest, dass in Deutschland im Unterschied zu den übrigen Ländern die Löhne der Bauarbeiter deutlich niedriger sind als die der Industriearbeiter. In der verarbeitenden Industrie zahlten deutsche Arbeitgeber im vergangenen Jahr durchschnittlich 44 Euro pro Stunde, während sie eine Arbeitsstunde im Baugewerbe 34,8 Euro kostete.

In Kroatien waren die Löhne in der Industrie geringfügig höher, 11,2 Euro pro Stunde gegenüber 11 Euro im Bauwesen, doch in beiden Sektoren lagen sie unter dem durchschnittlichen Stundenlohn auf nationaler Ebene.

In der slowenischen Industrie hingegen betrugen die durchschnittlichen Stundenlöhne 23,6 Euro und lagen über dem Durchschnitt in diesem Land sowie deutlich höher als im Bauwesen (19,3 Euro).

Auf EU-Ebene haben im Bausektor übrigens nur Dänemark und die Niederlande Löhne von mehr als 40 Euro pro Stunde, und einen niedrigeren durchschnittlichen Stundenlohn als Kroatien haben neben Bulgarien und Rumänien nur noch Arbeitgeber in Polen.

Dass die Löhne der Bauarbeiter in Deutschland deutlich bescheidener sind als die der Industriearbeiter, bringen die Analysten des HZZ mit dem Einfluss einer relativ großen Zahl ausländischer Arbeitskräfte in Verbindung, was das Arbeitsangebot erhöht und die Löhne gesenkt hat.

In Slowenien 23 Euro

Unter dem durchschnittlichen Stundenlohn in Kroatien liegen übrigens auch die Sektoren Verkehr (10,3 Euro), administrative Tätigkeiten (9,3 Euro) sowie Gastgewerbe und Tourismus, in denen der Stundenlohn im Durchschnitt 9,6 Euro beträgt. Allerdings ist der Bruttolohn im Gastgewerbe und im Tourismus auch in anderen EU-Mitgliedstaaten niedriger als in anderen Tätigkeiten.

Die höchsten „touristischen“ Stundenlöhne gibt es somit in Luxemburg (30,3 Euro) und Belgien (29,8 Euro), während die Löhne in unserem Tourismussektor höher sind als in Litauen, Lettland, Malta, Ungarn, Bulgarien und Rumänien. Interessant ist, dass gleichzeitig der Stundenlohn im Tourismus in Slowenien sogar 22,7 Euro beträgt.

Die höchsten Löhne gibt es erwartungsgemäß im Finanzsektor, und im vergangenen Jahr bewegten sie sich in einer Spanne von 11,3 Euro in Bulgarien bis 88,3 Euro in Luxemburg. Der Lohn von Finanzfachleuten in Kroatien betrug 16,5 Euro pro Stunde.

Der Höhe nach folgen die Bruttolöhne im ICT-Sektor, und in der EU sind sie in Schweden (59,5 Euro) und Irland 57,8 Euro) am großzügigsten. Auch in Kroatien sind die durchschnittlichen Bruttolöhne in dieser Branche am höchsten, doch mit 17,8 Euro liegt das Land sogar hinter Rumänien (18,9 Euro) zurück. In Slowenien beträgt der Stundenlohn in diesem Sektor hingegen 30,3 Euro.

Quelle: poslovni.hr