Ein echter Magnet: Die Schweiz ist das beliebteste europäische Ziel für Deutsche
06.05.2026

Wenn deutsche Staatsangehörige ins europäische Ausland ziehen, gehen sie meist nicht weit.
Laut Daten des deutschen Statistischen Bundesamtes Destatis, ist die Schweiz das beliebteste europäische Ziel für Deutsche, die außerhalb ihrer Heimat leben.
Anfang 2024 hatten 323.600 deutsche Staatsangehörige in diesem Land ihren Wohnsitz. Dies ist nicht die Zahl der Deutschen, die jemals in die Schweiz ausgewandert sind, sondern die Zahl der deutschen Staatsangehörigen, die offiziell ihren Wohnsitz in diesem europäischen Land haben. Zudem umfasst die Statistik keine Deutschen, die neben der deutschen auch die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzen. Wenn also ein Deutscher in der Schweiz auch die schweizerische Staatsangehörigkeit hat, wird er in dieser Statistik nicht mehr als 'Deutscher im Ausland' gezählt.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Deutschen in der Schweiz um 2,4 %, also um rund 7.600 Personen. Die Angabe bestätigt, dass die Schweiz für deutsche Auswanderer eine besonders attraktive Kombination aus Nähe, hohen Einkommen, stabilem Arbeitsmarkt und leichterer sprachlicher Anpassung bleibt.
Die Zahlen sprechen jedoch nicht für eine Massenabwanderung aus Deutschland. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung von rund 83,67 Millionen Einwohnern machen 323.600 Deutsche in der Schweiz weniger als 0,4 % der deutschen Bevölkerung aus. Dennoch sticht die Schweiz unter den europäischen Ländern, in die deutsche Staatsangehörige ziehen, klar als erstes Ziel hervor.
Österreich direkt hinter der Schweiz
An zweiter Stelle steht Österreich, wo Anfang 2024 etwas mehr als 232.700 deutsche Staatsangehörige lebten. Das Wachstum war dort noch ausgeprägter als in der Schweiz und betrug 3,4 %, was etwa 7.700 Personen mehr als ein Jahr zuvor bedeutet.
Den dritten Platz belegt Spanien mit rund 128.000 deutschen Staatsangehörigen. Auch dort stieg die Zahl der Deutschen, jedoch langsamer als in der Schweiz und in Österreich. Im Vergleich zu Anfang 2023 erhöhte sie sich um 1,8 %.
Unter den ersten 10 auch Frankreich, die Niederlande und Italien
Auf das führende Trio folgen Frankreich mit rund 91.000 deutschen Staatsangehörigen und die Niederlande mit rund 85.000. In Belgien leben rund 41.000, in Italien 35.000, in Schweden 33.000, in Dänemark 28.000 und in Norwegen 26.000.
Das Vereinigte Königreich ist in diesen Vergleich nicht einbezogen, da für dieses Land nur Daten bis 2019 verfügbar sind. Destatis gibt an, dass die Daten für die EU- und EFTA-Länder den Stand vom 01.01.2024 zeigen, während sich die Daten für die Schweiz auf den 31.12.2023 beziehen.
Ein Teil der Deutschen bindet sich dauerhaft an das neue Land
Die Schweiz liegt auch bei der Zahl der Deutschen vorn, die eine neue Staatsangehörigkeit erworben haben. Im Jahr 2023 erhielten rund 7.600 deutsche Staatsangehörige die schweizerische Staatsangehörigkeit. Das sind 15,2 % weniger als im Jahr zuvor.
An zweiter Stelle lag Schweden, wo 1.120 Deutsche die schwedische Staatsangehörigkeit erhielten, was 14,7 % weniger als im Vorjahr ist. Norwegen verzeichnete den gegenteiligen Trend. Die Zahl der Deutschen, die die norwegische Staatsangehörigkeit erhielten, stieg von 390 im Jahr 2022 auf 660 im Jahr 2023.
Deutschland bleibt das wichtigste Ziel für Arbeitskräfte aus der EU
Während ein Teil der Deutschen ein besseres Leben in der Schweiz, in Österreich oder in Spanien sucht, bleibt Deutschland selbst das wichtigste Ziel für Arbeitskräfte aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Laut Eurostat-Daten, die von Destatis wiedergegeben werden, arbeiteten im Jahr 2025 rund 7,3 Millionen EU-Bürger in einem anderen Mitgliedstaat der Union, ohne die Staatsangehörigkeit dieses Landes zu besitzen. Die meisten von ihnen arbeiteten gerade in Deutschland, nämlich 2,6 Millionen. Es folgten Spanien mit 1,0 Millionen, Italien mit 0,8 Millionen und Frankreich mit 0,6 Millionen Beschäftigten aus anderen EU-Mitgliedstaaten.
Was sagen diese Zahlen aus?
Die Daten zeigen, dass sich die europäische Mobilität nicht nur auf den Wegzug aus schwächeren in stärkere Volkswirtschaften reduzieren lässt. Menschen ziehen dorthin, wo sie ein besseres Verhältnis von Einkommen, Sicherheit, Sprache und alltäglicher Anpassung erwarten. Für Deutsche sind das meist die Schweiz und Österreich, während für Millionen von Arbeitskräften aus dem übrigen EU-Raum Deutschland das wichtigste Ziel bleibt.
Die Entscheidung, in einem anderen Land zu arbeiten oder zu leben, wird selten nur wegen des Gehalts getroffen. Ebenso wichtig sind die Sprache, die Entfernung von zu Hause, die Sicherheit des Vertrags, die Lebenshaltungskosten und das Gefühl, sich im neuen System schnell zurechtfinden zu können.
Datenquelle: Statistisches Bundesamt Deutschlands Destatis, auf Grundlage von Daten von Eurostat und des schweizerischen Bundesamtes für Statistik.










