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Gelobtes Land: Irland, Deutschland und Österreich sinken auf der Liste der Zielländer

02.06.2025

Gelobtes Land: Irland, Deutschland und Österreich sinken auf der Liste der Zielländer

Immer mehr kroatische Bürger entscheiden sich dafür, ihre Heimat zu verlassen, um bessere Lebensbedingungen, stabilere Beschäftigung und höhere Einkommen zu finden.

Traditionell waren Irland, Deutschland und Österreich die häufigsten Ziele, doch in letzter Zeit ziehen skandinavische Länder, insbesondere Norwegen, aufgrund des entwickelten Sozialsystems und des ausgewogenen Verhältnisses zwischen Berufs- und Privatleben immer mehr Kroaten an.

Migrationen sind nicht mehr nur auf junge Menschen oder frischgebackene Absolventen beschränkt. Auch ganze Familien und erfahrene Fachkräfte ziehen ins Ausland, die eine bessere Anerkennung für ihre Arbeit und ihr Wissen suchen. Für viele stellt der Weggang aus Kroatien eine Chance für einen Neuanfang dar, gleichzeitig wirft er jedoch die Frage auf, warum es Kroatien nicht gelungen ist, seine Menschen zu halten und ihnen Bedingungen zu bieten, wie sie sie im Ausland finden, schreibt Dnevno.hr

Im Internetforum Reddit bat ein Kroate um Erfahrungen von Landsleuten, die in Norwegen leben. Ihn interessierte, wie sie Arbeit gefunden haben, ob sie sich aus Kroatien beworben haben oder die Anreise vor Ort organisiert haben und wie ihre ersten Schritte nach der Ankunft aussahen, etwa die Suche nach einer Unterkunft und die Anpassung an das norwegische Klima. Besonders interessierte ihn, ob das Gehalt ausreicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken, und ob am Ende des Monats noch etwas Geld übrig bleibt.

In den Antworten meldeten sich Kroaten mit persönlichen Erfahrungen aus Norwegen. Einer von ihnen, der zwei Jahre in Bergen lebte und als Möbellieferant arbeitete, hob hervor, dass man Arbeit am einfachsten über Agenturen findet. Sein Stundenlohn betrug etwa 15 Euro netto, und für die Wohnungsmiete zahlte er 650 Euro. Seinen Worten zufolge reichte die Hälfte des Gehalts aus, um die Kosten für Lebensmittel, Miete und Nebenkosten zu decken, und den Rest konnte er zur Seite legen. Er ist mit der Arbeitsatmosphäre und der Kultur zufrieden, und obwohl die Winter in Bergen etwas kälter sind, stellten sie für ihn kein größeres Problem dar. Er bewertete seine Erfahrung positiv und empfahl das Leben in Norwegen.

Ein anderer Kroate gab an, dass für die Suche nach Arbeit und Unterkunft die Internetseite Finn.no am nützlichsten sei, wo man fast alles finden könne, von Jobs bis zu Wohnungen und Autos. Er hob jedoch hervor, dass für den Abschluss von Verträgen oft eine norwegische Identifikationsnummer erforderlich ist, die man erst nach Arbeitsbeginn erhalten kann. Deshalb empfahl er eine vorübergehende Unterkunft über Airbnb für einige Monate, bis die erforderliche Dokumentation erledigt und ein Bankkonto eröffnet ist. Außerdem merkte er an, dass die Anmeldung des Aufenthalts innerhalb von drei Monaten nach der Ankunft erfolgen muss.

Diese Zeugnisse bestätigen, dass Norwegen zu einem neuen begehrten Ziel für Kroaten geworden ist, die Sicherheit, Stabilität und ein besseres Leben suchen, und die Erfahrungen derjenigen, die diesen Schritt bereits gewagt haben, zeigen, dass sich Arbeit relativ leicht finden lässt und die Lebenshaltungskosten so sind, dass bereits die Hälfte eines durchschnittlichen Gehalts ein anständiges Leben ermöglicht