Hat Slowenien zu viele Beamte? Regierung kündigt Reformplan an
15.09.2026

Die slowenische Regierung hat die Frage nach der Größe des öffentlichen Sektors aufgeworfen und Änderungen angekündigt, die einen Teil der Beschäftigten in die Wirtschaft lenken könnten.
Premierminister Janez Janša ist der Ansicht, dass im staatlichen System zu viele Menschen beschäftigt sind, während privaten Unternehmen gleichzeitig Arbeitskräfte fehlen.
Wie die angesehene Journalistin Urška Mlinarič in N1 Slowenien schreibt, waren Ende 2025 im öffentlichen Sektor 196.123 Menschen beschäftigt, und Janša behauptet, dass sich mehrere Zehntausend Menschen auf Stellen befinden, auf denen sie nicht benötigt werden.
Die Zahl der Beschäftigten steigt, aber es gibt einen wichtigen Vergleich
Die Zahl der Beschäftigten im slowenischen öffentlichen Sektor ist von etwa 126.000 zu Beginn der neunziger Jahre auf mehr als 196.000 im vergangenen Jahr gestiegen. Allein von 2015 bis 2025 stieg die Zahl der Beschäftigten um mehr als 28.000. Dennoch bedeutet diese Angabe für sich genommen nicht, dass Slowenien einen ungewöhnlich großen öffentlichen Sektor hat. Laut OECD machen die Beschäftigten im allgemeinen Staatsdienst etwa 16,8 Prozent der Gesamtbeschäftigung in Slowenien aus, während der Durchschnitt der OECD-Mitgliedstaaten bei 18,4 Prozent liegt.
Warum gibt es immer mehr Beschäftigte?
Einer der Gründe für das Wachstum ist der höhere Bedarf an Arbeitskräften im Gesundheitswesen, im Bildungswesen und in der Sozialfürsorge. Das slowenische Ministerium für öffentliche Verwaltung gibt an, dass von 2015 bis 2025 gerade im Gesundheitswesen fast 9.000 Menschen mehr beschäftigt wurden, im Bildungswesen mehr als 12.000 und in der Sozialfürsorge rund 2.600 mehr. Das bedeutet, dass das Wachstum des öffentlichen Sektors nicht nur durch die Einstellung von Beamten in Büros entstanden ist. Gleichzeitig wuchsen auch einzelne Teile der Staatsverwaltung, weshalb die Regierung prüfen will, wo sich Aufgaben überschneiden und wo die Zahl der Beschäftigten verringert werden könnte.
Die Regierung will einen Teil der Menschen in die Wirtschaft lenken
Janša spricht von einer sogenannten sanften Umstrukturierung, was in der Praxis bedeuten soll, die Zahl der Beschäftigten dort zu verringern, wo die Regierung einschätzt, dass es zu viele von ihnen gibt, und nicht unbedingt Massenentlassungen. Als Argument nennt er auch den großen Arbeitskräftemangel in der Wirtschaft sowie die Abhängigkeit Sloweniens von ausländischen Arbeitskräften. Doch aus der Wirtschaftskammer Sloweniens wird darauf hingewiesen, dass öffentliche Bedienstete ausländische Arbeitskräfte kaum einfach ersetzen können, weil Ausländer meist in der Produktion, im Bauwesen, im Transport, in der Lagerhaltung und im Gastgewerbe beschäftigt werden, schreibt N1 Slowenien.
Abschließend ist die Zahl der Beschäftigten im slowenischen öffentlichen Sektor in den vergangenen Jahren sichtbar gestiegen, doch die Daten geben keine einfache Antwort auf die Frage, ob es tatsächlich zu viele von ihnen gibt. Ein großer Teil der neuen Arbeitsplätze entstand im Gesundheitswesen, im Bildungswesen und in den Sozialdiensten, während der Anteil der öffentlichen Beschäftigung weiterhin unter dem OECD-Durchschnitt liegt. Entscheidend wird daher sein, wo die Regierung einen Überschuss an Beschäftigten finden wird und ob sie eine Rationalisierung durchführen kann, ohne dass die Verfügbarkeit öffentlicher Dienstleistungen schlechter wird. Erst wenn konkrete Pläne nach Institutionen bekannt sind, wird sich beurteilen lassen, wie groß die angekündigte Reform tatsächlich ist.











