In Kroatien gibt es noch kein Gesetz, das Arbeit bei extremer Hitze ohne Klimaanlage und Pause verbietet
30.07.2025

In Kroatien gibt es noch kein Gesetz, das die Arbeit bei Temperaturen über 35°C ohne Klimaanlage, Schatten oder organisierte Pausen ausdrücklich verbietet.
Die gesetzliche Regelung hat den Ablauf und die Bedingungen, unter denen während heißer Sommertage gearbeitet werden darf oder nicht darf, nicht präzise definiert. Dennoch ist in den letzten Jahren ein Fortschritt in den Bemühungen sichtbar, den Bereich des Arbeitsschutzes bei hohen Temperaturen besser zu definieren, insbesondere weil die Praxis aus anderen europäischen Ländern zeigt, dass dieser Bereich nicht vom guten Willen oder der Auslegung der Arbeitgeber abhängen sollte, besonders in Sektoren wie dem Bauwesen und der Landwirtschaft, schreibt N1.
Das derzeitige Arbeitsschutzgesetz in Kroatien regelt die Frage der Arbeit während Hitzewellen nicht gesondert, sondern schreibt lediglich die Verpflichtung zur Einhaltung anerkannter fachlicher Richtlinien vor. Die Arbeitsschutzverordnung schreibt allgemein den Schutz an Arbeitsplätzen im Freien vor und verpflichtet Arbeitgeber, sich an die Anweisungen des Instituts für öffentliche Gesundheit aus der Arbeitsmedizin zu halten, wenn es um ungünstige Wetterbedingungen geht.
Allerdings sind für kein Versäumnis bei der Anwendung dieser Anweisungen direkte Strafen oder Sanktionen vorgesehen. Gewerkschaften wie die Gewerkschaft des Bauwesens Kroatiens weisen Arbeitgeber regelmäßig auf die Notwendigkeit hin, europäische Richtlinien umzusetzen, zum Beispiel die Risikoanalyse an Arbeitsplätzen, die hohen Temperaturen ausgesetzt sind, sowie die Einführung von Automatisierung oder Ausrüstung zur Erleichterung körperlicher Arbeit, Belüftung, den Einsatz von Klimaanlagen in Kabinen von Maschinen und Fahrzeugen sowie die Isolierung von Wärmequellen.
Neben technischen Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer ist auch die Arbeitsorganisation wichtig, die unter extremen Bedingungen eine Umverteilung der Arbeitszeit, verkürzte Arbeitsstunden, flexible Zeitpläne, häufige Pausen, verfügbares kaltes Trinkwasser und verpflichtende Schutzausrüstung umfasst. Durch Tarifverträge wird in der Praxis häufig ein Lohnzuschlag für Arbeit bei Temperaturen über 35°C sichergestellt, der in der Regel etwa 5% für im Freien verbrachte Stunden beträgt.
Die Gewerkschaften betonen auch die Notwendigkeit einer stärkeren kollektiven Regulierung durch den Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern, damit Regeln für die Arbeit an heißen Tagen nicht länger eine Frage der persönlichen Einschätzung einzelner Unternehmen bleiben. In größeren Unternehmen, in denen die gewerkschaftliche Organisation stärker ausgeprägt ist, werden Sicherheitsmaßnahmen häufiger eingehalten als bei kleinen Arbeitgebern und Subunternehmern, die oft keine Fachleute für Arbeitsschutz haben.
Zur Erinnerung: In den meisten europäischen Ländern ist die höchstzulässige Temperatur am Arbeitsplatz gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber es gibt beispielsweise in Deutschland empfohlene Werte von 26°C für Arbeitsplätze in Innenräumen, während bei Arbeiten im Freien die Aktivierung von Schutzmaßnahmen erwartet wird, wenn die Temperatur über 35°C liegt. In Spanien, wo Hitzewellen häufiger sind, verlangt das Gesetz die Prävention von Arbeitsrisiken bei extremen Temperaturen, und die Maßnahmen werden entsprechend den Warnungen des staatlichen meteorologischen Dienstes verschärft.
Vertreter der Gewerkschaften in Kroatien appellieren bereits seit Jahren an das Arbeitsministerium und andere zuständige Institutionen, die Frage der Arbeit unter Bedingungen extremer Temperaturen präziser und verbindlicher zu regeln. Derzeit ist die Praxis so, dass Schutzmaßnahmen vor Ort oft vom Bewusstsein und der Verantwortung des Arbeitgebers abhängen, was Raum für unterschiedliche Auslegungen lässt. Vorschläge für eine stärkere gesetzliche Regelung der Arbeit während Hitzewellen sind bisher auf eine begrenzte institutionelle Resonanz gestoßen, vor allem wegen mangelnder politischer Priorität und des Fehlens einer integrierten strategischen Vision.
Der Klimawandel und die Zunahme extremer Hitzewellen haben dieses Thema weit oben auf die Tagesordnung der Öffentlichkeit und der Gewerkschaften gesetzt, insbesondere weil Arbeitnehmer in arbeitsintensiven Sektoren wie dem Bauwesen und der Landwirtschaft immer häufiger unter lebensgefährlichen Bedingungen arbeiten. Gerade deshalb wächst in der Europäischen Union zunehmend das Bewusstsein für die Notwendigkeit klarer Regelungen, die nicht nur bei Empfehlungen bleiben dürften, sondern einen gesetzlichen Rahmen erhalten müssten. In Kroatien besteht weiterhin Raum für systematische Verbesserungen, und die Gewerkschaften werden weiterhin auf konkreten und messbaren Lösungen bestehen.
Es ist allgemein bekannt, dass die Exposition gegenüber hohen Temperaturen ohne angemessenen Schutz das Risiko von Hitzestress, Dehydrierung, Erschöpfung und einer Verringerung der Arbeitsleistung mit sich bringt. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Arbeit bei Temperaturen zwischen 16 und 24°C, während bereits Temperaturen über 30°C das Risiko von Arbeitsunfällen erheblich erhöhen. Hitzewellen sind in den letzten Jahrzehnten aufgrund der globalen Erwärmung häufiger geworden, und es wird geschätzt, dass sogar ein Viertel der Arbeitnehmer in der Europäischen Union gelegentlich bei Hitze arbeitet.
Gerade wegen dieser Risiken sind Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und die Arbeitsbedingungen in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Arbeitsmedizin anzupassen sowie Schulungen über die Symptome hitzebedingter Erkrankungen und die richtige Erste Hilfe zu organisieren. Weltweit sind gute Praktiken der Arbeitsorganisation bei großer Hitze bekannt, wie etwa die Einführung einer 'Siesta' im heißesten Teil des Tages oder die Verlegung des Arbeitsbeginns auf die frühen Morgenstunden.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass Arbeitnehmer in Sektoren mit ständiger oder saisonaler Arbeit im Freien Anspruch auf präventive medizinische Untersuchungen haben sowie das Recht, Arbeit unter Bedingungen abzulehnen, die ihre Gesundheit gefährden. Ein wirksamer Schutz der Arbeitnehmer vor den Folgen hoher Temperaturen ist nicht nur eine Frage des individuellen Wohlbefindens, sondern auch der Gesamtproduktivität und Nachhaltigkeit der Wirtschaft.
Eine angemessene Regelung dieser Problematik wird umso wichtiger, da geschätzt wird, dass die Zahl der Tage mit extremen Temperaturen in Zukunft erheblich steigen wird und damit auch die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender gesundheitlicher Vorfälle bei der Arbeit. Es wird erwartet, dass die verantwortlichen Institutionen diesen Trend erkennen und dringend klare und vollstreckbare Vorschriften erlassen, um das Recht auf einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz für alle Arbeitnehmer in der Republik Kroatien zu gewährleisten.









