Papier verschwindet in Kroatien langsam: „Ohne E-Rechnung zählt es nicht“
10.06.2025

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Kroatien steht vor einer bedeutenden Steuerreform, die gemäß dem neuen Fiskalisierungsgesetz ab dem 1. Januar 2026 schrittweise Papierrechnungen durch elektronische Rechnungen ersetzen wird, wobei die vollständige Anwendung von eRechnungen ab dem 1. Januar 2027 vorgesehen ist. Diese Änderung, die von den Parlamentsabgeordneten unterstützt wurde, wird Fortschritte bei der Bekämpfung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung sowie eine Verringerung des unlauteren Wettbewerbs auf dem kroatischen Markt bringen, schreibt N1 Info.
Der Parlamentsabgeordnete Boris Lalovac betonte, dass Steuerbetrügereien auf Ebene der Europäischen Union jährlich einen Betrag von 100 Milliarden Euro erreichen, was nicht nur für den Staat, sondern auch für Unternehmer in Kroatien eine Herausforderung darstellt, da dies den fairen Wettbewerb auf dem Markt beeinträchtigt und denjenigen das Geschäft erschwert, die ihre Steuerpflichten ordnungsgemäß erfüllen.
Die Digitalisierung des Geschäftsverkehrs durch eRechnungen ist besonders wichtig für Kroatien, da derzeit etwa ein Drittel von 170.000 Unternehmern im MwSt.-System eRechnungen nutzt. Die Einführung der allgemeinen Pflicht zur Ausstellung und zum Empfang von eRechnungen sowie die Übermittlung von Daten an die Steuerverwaltung in Echtzeit werden eine effizientere Kontrolle der gemeldeten und vereinnahmten MwSt. ermöglichen, worauf auch der Parlamentsabgeordnete Petar Šimić hingewiesen hat.
Mit dem vorgeschlagenen Gesetz wird Kroatien das fortschrittlichste Fiskalisierungssystem in Europa erhalten, und das neue Modell, bekannt als "Fiskalisierung 2.0", stellt das größte Digitalisierungs- und Transformationsprojekt in der Geschichte Kroatiens dar. Die digitale Transformation der Steuerverwaltung und die Einführung des Bevölkerungsregisters werden die Transparenz und Effizienz des Fiskalsystems zusätzlich verbessern.
Nach den Worten der Staatssekretärin im Finanzministerium, Tereza Rogić Lugarić, bringt das neue Gesetz einen einheitlichen steuerlichen und rechtlichen Rahmen für die Fiskalisierung aller Rechnungen im Endverbrauch sowie für die Ausstellung und Fiskalisierung von eRechnungen zwischen Steuerpflichtigen und öffentlichen Stellen. Das Fiskalisierungssystem in Kroatien wird schrittweise ausgebaut, und einzelne Bestimmungen des Gesetzes werden sukzessive in Kraft treten. Der erste Schritt wird die Fiskalisierung von Rechnungen im Endverbrauch ab dem 1. September dieses Jahres sein, während ab dem 1. Januar 2027 die Pflicht zur Ausstellung von eRechnungen auch auf Einkommen- und Gewinnsteuerpflichtige ausgeweitet wird, die nicht im MwSt.-System sind, sowie auf Haushalts- und außerbudgetäre Nutzer.
Das Finanzministerium der Republik Kroatien schätzt, dass diese Reform kroatischen Unternehmern jährliche Einsparungen von mehr als 120 Millionen Euro bringen wird.








